Slowakei 2012 Teil 7 – Von der polnischen Grenze über den Tatrakamm zum Schlesierhaus

Nach dem gestrigen Tag fühle ich mich unendlich gut in Form. Meine Müdigkeit hält sich im Vergleich zu den anderen Teilnehmern doch in Grenzen und so entschließe ich mich heute, alleine in die Berge zu gehen. Mit der Tatrabahn kommt man zunächst nach Starý Smokovec und von dort mit dem Bus weiter an den slowakisch-polnischen Grenzübergang in Tatranská Javorina. Von hier wollte ich zum ersten Mal eine Überschreitung des Tatramassivs wagen. Für die herrliche Tour muss man je nach körperlicher Verfassung zwischen 7 und 8 Stunden einrechnen.

Zunächst folge ich der blauen Markierung auf breiten Forstwegen durch das Bielavodská-Tal. Es geht scheinbar unendlich weit in das Tal hinein und die Höhe der Gipfel nimmt ständig zu. Die Forststraße wird immer schmaler und geht mit der Zeit in einen schmalen Pfad über, der sich am Ende des breiten Tals durch steileres Gelände auf die nächste Höhenstufe zieht. Der Hauptkamm rückt langsam näher und die Nordseite der Gerlsdorfer Spitze (unserem gestrigen Ziel) liegt zum Greifen nahe. Ein herrlicher Bergsee verschönert den Ausblick durch das weite Tal bis tief nach Polen hinein. Bis zur Passhöhe ist es nicht mehr weit. Der Kammhöhe Poľsky hrebeň ist mit 2.200 Metern der höchste Punkt der Tour. In den schattigen Lagen unterhalb des Passes ist es heute so kalt, dass in einem kleinen Quellgebiet das nur schwach fließende Wasser gefroren ist. Höchste Vorsicht ist geboten, um nicht auszurutschen. Kurz unterhalb des Passes gilt es auf die grüne Markierung zu wechseln, da uns die blaue Markierung in ein Nachbartal führen würde.

Am frühen Nachmittag ist der Passübergang erreicht und der Aussichtsberg Východna Vysoká lädt noch zu einem kleinen Abstecher ein. Das Wetter ist einfach zu schön, um „Nein“ zu sagen. Der Umweg dauert etwa eine gute Stunde. Die traumhafte Aussicht bei dem schönen Herbstwetter entschädigt aber für die Mühen. Für den gelb markierten Aussichtsberg ist Trittsicherheit unbedingt erforderlich. Danach geht es nur noch bergab. Der grünen Markierung folgend laufe ich bis hinunter nach Tatranská Polianka, wo es wieder Anschluss an die Tatrabahn gibt. Eine Einkehr auf dem Schlesierhaus (Sliezsky dom) und ein damit verbundenes kühles Bier lasse ich mir nicht entgehen.

Blick ins Bielavodska dolina - ein sehr, sehr langes Tal

Traumhafte Ausblicke und nur selten trifft man auf andere Wanderer

Das stille Wasser ist heute schon gefroren

An solchen Tagen bin ich unendlich glücklich - auf dem Gipfel der Vychodná Vysoka (2.428 Meter)

Panorama zum Vergrößern bitte anklicken!

Blick auf den Poľsky hrebeň und die Vychodná Vysoka (2.428 Meter)

Panoramablick von der Vychodná Vysoka

Slowakei 2012 Teil 6 – Zum König der Karpaten

Auf den heutigen Tag haben die meisten Teilnehmer unserer Gruppe lange gewartet. Es soll auf die Gerlsdorfer Spitze (Gerlachovský štít) gehen. Mit 2.654 Metern über dem Meeresspiegel handelt es sich um den höchsten Berg der Hohen Tatra, der Slowakei und der gesamten Karpaten. Der Gipfel ist für Wanderer definitiv nicht geeignet. Es handelt sich um eine schwere Bergtour mit großen Höhenunterschieden, die ein übergroßes Maß an Orientierungssinn und sicheres Gehen auf ausgesetzen Wegen und freie Kletterei im 2 bis 3 Schwierigkeitsgrad verlangt.

Im letzten Dunkel der Nacht stellen wir gegen 6 Uhr unser Auto in Tatranská Polianka ab und steigen auf normalen Wanderwegen zum Batizovské See auf. Das Wetter zeigt sich von der schönsten Seite. Der Himmel ist wolkenlos und die Sicht reicht bis zu den Bergen der Niederen Tatra. Am See verlassen wir den markierten Weg und steigen nun über schmale Pfade und Blockwerk in Richtung Felswand auf.

Bereits vor 12 Jahren hatte ich den Gipfel schon einmal bestiegen und ich erinnerte mich daran, dass der Aufstieg in einer steilen Felsrinne erfolgen muss. Doch welche Rinne nehmen wir jetzt. Viele Rinnen laden zum Aufsteigen ein, aber die Verhältnisse sind einfach ohne Seilsicherung zu schwierig. Nach einer guten Stunde geben wir die Suche auf und entschließen uns für den Abstieg und genau in diesem Moment sehe ich in deutlicher Entfernung eine Gruppe Bergsteiger in einer anderen Rinne herunterkommen. Das muss sie sein, denke ich und wir laufen sofort zu dieser Stelle. Wir sprechen mit dem Bergführer und er sagt, dass wir hier richtig seien.

Wir überlegen, ob wir um 12.00 Uhr noch weiter aufsteigen sollen. Die Beratung dauert nicht lange. Es soll weiter bergauf gehen, und wenn bis 14.00 Uhr der Gipfel nicht erreicht ist, erfolgt umgehend der Abstieg, um nicht in die Nacht zu geraten. Die Orientierung ist äußerst schwierig. Das Gelände erfordert alles von uns ab. Wir suchen immer wieder Bohrhaken, die von den Bergführern zum Sichern ihrer Klienten genutzt werden und erklimmen so langsam aber sicher die Rinne. Kurz nach 14.00 Uhr haben es alle Teilnehmer (Hans, Manfred, Martin und Pedro) geschafft. Sie stehen auf dem höchsten Berg der Karpaten und genießen die fantastischen Ausblicke auf die Hohe Tatra.

Leider können wir uns nicht so lange auf dem Gipfel aufhalten, da die Zeit bereits zur Rückkehr mahnt. Mit voller Konzentration geht es langsam aber sicher wieder abwärts. Jeder von uns weiß, dass er sich keinen Fehler erlauben kann. Ein Absturz in diesem Gelände führt hier ohne Seilsicherung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu schwerwiegenden Verletzungen oder sogar zum Tode. Pedro geht auch im Abstieg voran und findet jetzt sogar einfachere Wegabschnitte als im Aufstieg. Nochmals passieren wir eine mit Stahlstiften versicherte Stelle und hier passiert auch das einzige Missgeschick des Tages. Eine extrem tiefe Trittstufe und eine etwas außergewöhnliche Position lässt meine Trekkinghose komplett aufreisen – Totalschaden! Um 16.00 Uhr erreicht unsere Gruppe wieder die Felswand. Die gefährlichen Situationen sind alle gemeistert. Es geht zurück zum Batizovské pleso und weiter ins Tal. Der Weg zieht sich aber noch und erst gegen 18.30 Uhr erreichen wir nach 12 ½ Stunden und 1.650 Höhenmetern im allerletzten Tageslicht unser Auto.

Romantische Dämmerungserscheinung

Rast am Batizovské pleso mit Blick auf die Končista (2.537 Meter)

Wer findet den richtigen Aufstiegsweg?

Am höchsten Punkt - ein wunderbares Gefühl

Blick vom Gerlach in nordwestliche Richtung

Der Abstieg erfordert höchste Konzentration

 

 

Slowakei 2012 Teil 5 – Einsame Schluchten im Slowakischen Paradies

Da das Wetter auch heute nicht sehr beständig sein soll, fahren wir nochmals in das Slowakische Paradies. Hier gibt es einfach so viele Möglichkeiten, dass es immer wieder Spaß macht, eine andere Schlucht zu durchsteigen.

Für die heutige Tour wählen wir den Wanderparkplatz am Podlesok aus. Nach dem Zahlen einer geringen Nationalparkgebühr laufen wir zunächst über die blaue Markierung unterhalb des Waldes entlang und kommen an einem verfallen wirkenden Erholungszentrum vorbei. Oberhalb davon folgen wir dem „grünen“ Weg zur Bergwiese „Kláštorisko“. Eine Rast legen wir erst auf dem Rückweg ein. Von der Hütte wandern wir heute gleich weiter (auf blauer Markierung) über den Kamm und danach steil bergab ins Nachbartal. An der ersten Verzweigung im Tal haben wir die Qual der Wahl. Es gibt eine kleine aber imposante Runde auf „gelbem“ Weg zu einer Klamm und dem Obrovský-Wasserfall, die blaue Markierung führt weiter durch die Schlucht „Malý Kyseľ und ein grüner Weg beginnt hier und zieht sich durch die Schlucht „Veľký Kyseľ“.

Wir wollen heute alles auf eine Karte setzen und alle Schluchten durchqueren. Daher entscheiden wir uns aus taktischen Gründen zuerst für die große Kyseľ-Schlucht (grün). Dieser Teil des slowakischen Paradieses wird bei Weitem nicht so oft begangen, wie die Klassiker (Hornad Durchbruch, Schlucht Suchá bela etc.). Völlig alleine steigen wir durch das teilweise zugewachsene Bachbett bergauf und müssen etliche Bäume überstiegen oder darunter hindurch kriechen. Es macht einfach riesigen Spaß, die unberührte Natur in vollen Zügen genießen zu dürfen. Wie immer gibt es auch hier Leitern und Tritthilfen, um den Wegverlauf spannend zu gestalten und schwierige Abschnitte zu überbrücken. Mithilfe etliche Serpentinen verlassen wir die Schlucht und gelangen auf die Hochebene. Wie auch bei der letzten Tour folgen wir dem „gelben“ Pfad bis zum Glatzer Weg (blau) und biegen nach rechts zum Ausstieg der Sucha bela-Schlucht ab.

Jetzt möchten wir in die kleine „Kyseľ“-Schlucht absteigen. An dieser Stelle muss ich darauf hinweisen, dass dies normalerweise nicht erlaubt ist, um an den kritischen und gefährlichen Passagen Gegenverkehr zu vermeiden. Jetzt im Herbst sind wir aber fast alleine unterwegs und entschließen uns für diesen kleinen Verstoß der Nationalparkregeln.

Über diese Schlucht (blaue Markierung) abzusteigen, macht Sinn, da es nicht viele schwierige Passagen gibt. Aber genau diese Passagen lassen uns heute kräftig schwitzen. Durch die Feuchtigkeit der vergangenen Tage hat sich auf den Holzbohlen und Holzleitern eine schmierige Schicht gebildet, die das bergab Laufen nahezu unmöglich macht. Teilweise krabbeln wir wie kleine Kinder auf allen Vieren vorsichtig abwärts, bis wir nach einer guten Stunde wieder die Wegverzweigung erreichen. Auch diese Schlucht verzaubert mit herrlichen engen Felspassagen das Herz eines jeden Wanderers.

Zum Schluss steigen wir noch auf der gelben Markierung durch eine enge Klamm. Es ist ein kleiner Rundweg, der teilweise direkt an Felsen mit Hilfe von Metallgittern durch die Engstelle führt und so wiederum ein atemberaubendes Erlebnis bietet. Die Zeit drängt bereits für den Aufstieg zur Kláštorisko-Hütte. Wir rasten noch kurz, bevor es zurück zum Auto geht. Im letzten Tageslicht lösen sich die Wolken auf und geben einen unvergesslichen Blick auf die Hohe Tatra frei.

Märchenwald

Ein äußerst schwieriger Ort, um zu überleben

Spektakulärer Aufstiegsweg

Durch diese enge Klamm geht es hindurch

Eindrucksvoller kann die Wegführung nicht sein

Gespenstische Szenerie - die Wolken lösen sich auf und der Blick auf die Hohe Tatra wird frei

 

 

Slowakei 2012 Teil 4 – Die Höhle von Tatranská Kotlina

Für einen Regentag empfiehlt sich der Besuch einer Höhle. Eine der Schönsten davon liegt am Ostrand der Tatra.

Die Höhle Belianska jaskyňa, die bei Goldgräbern bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bekannt war, befindet sich in unmittelbarer Nähe von Tatranská Kotlina, im östlichen Teil des Naturreservats Belianske Tatry. Vom Parkplatz aus geht es zunächst gut 20 Minuten auf einem breiten Weg steil bergauf zum Eingangsbereich der Höhle. Ungeübte Wanderer dürften hier schon ins Schwitzen geraten. Im Rahmen einer Besichtigungstour gibt es pagodenartige Stalagmite und Sinterwasserfälle mit einer Höhe von über 50 m zu sehen. Ich kann diese Höhle mit ruhigem Gewissen weiterempfehlen.

Weitergehende Informationen und vor allem tagesaktuelle Öffnungszeiten sind über den folgenden Link verknüpft:

Link zur Höhle in deutscher Sprache

Die Tour führt an großen Seen mit riesigen Tropfsteinen vorbei

Riesige Innenräume bringen die Besucher zum Staunen

Es dauert lange, bis solche Tropfsteine entstehen

Der Fantasie wird freien Lauf gelassen - jeder erkennt etwas anderes

 

 

Slowakei 2012 Teil 3 – Kletterei auf die Lomnitzer Spitze

In der Hohen Tatra gibt es nicht nur Berge, die für normale Wanderer zugänglich sind. Einige Gipfel bleiben erfahrenen Bergsteigern und Kletterern vorbehalten. Darunter zählt auch die Lomnitzer Spitze (Lomnický štít – 2.634 Meter), die wir heute über die westliche Flanke bezwingen wollen. Die Aussicht von hier oben ist einfach überwältigend und mithilfe der Kabinenseilbahn kann auch der normale Tourist dieses Vergnügen genießen – vorausgesetzt die Seilbahn wird nicht gewartet, das Wetter ist stabil, der Wind bläst nicht zu stark und die Anzahl der Touristen lässt die Wartezeit nicht ins unendliche steigen!

Vom Tal aus wäre der Anstieg beträchtlich. Dank einer Kabinenbahn und eines Sessellifts besteht aber die Möglichkeit, insgesamt gute 1.200 Höhenmeter einzusparen. Vom Ausstieg des Lifts sind es nur wenige Meter zum Lomnitzer Sattel, der ein erstes Bergpanorama auf den westlichen Teil des Gebirges und das Studená-Tal freigibt.

Etwa 440 Höhenmeter Aufstieg stehen jetzt auf dem Programm. Die Schwierigkeiten im Aufstieg zur Lomnitzer Spitze bestehen in erster Linie in der Orientierung. Aber auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich. Es gibt keine markierten Wanderwege mehr. Der Bergsteiger muss sich auf sein Gefühl und seinen Orientierungssinn absolut verlassen können. Da ist es gut, dass zu unserer Gruppe Pedro (mein Vater) und sein langjähriger Bergkamerad Ludwig (85 Jahre alt!) gehören, die durch ihre Erfahrungen sofort den Weg finden und der Gruppe so einen sicheren Aufstieg gewährleisten.

Vom Sattel aus sind zunächst noch viele verschiedene Wegspuren zu erkennen, die sich weiter oben aber alle verlaufen. Über ein großes Schuttfeld mit eingelagerten Schrofen kommt die Gruppe gut voran. Nach ungefähr 30 Minuten erreichen wir eine sehr ausgesetzte Stelle, die mit einem Drahtseil versichert ist und Tiefblicke in das Studená-Tal freigibt. Zu allem Unglück ziehen jetzt auch noch Wolken in den Berg und versperren teilweise die Sicht. Wir queren die Westflanke der Lomnitzer Spitze über einen schmalen und kaum erkennbaren Pfad, der unter den Felswänden plötzlich endet. Mein Vater hat schnell den Einstieg zum Klettersteig gefunden und auch Ludwig befindet sich jetzt voll in seinem Element. Wie eine junge Gämse steigt er voran und fühlt sich in diesem Terrain sichtlich wohl. Mit Hilfe von Drahtseilen klettern wir in einer steilen Felsrinne bergauf und erreichen nach etwa einer guten halben Stunde den Gipfel.

Schwere Sturmböen machen uns allen zu schaffen und wir sind froh, dass es eine windgeschützte Stelle neben der Bergstation der Kabinenseilbahn gibt. Nach 10 Minuten passiert etwas Unerwartetes. Die Wolken reißen auf und geben fantastische Blicke auf die Hohe Tatra frei und wir, als einzige Gipfelbesteiger des heutigen Tages, können alleine die Aussicht genießen. Im Sonnenschein stiegen wir zum Sattel ab und fahren mit der Kabinenseilbahn wieder hinab nach Tatranská Lomnica. Meinen Respekt hat heute vor allem Ludwig verdient, der trotz seines hohen Alters von 85 Jahren diesen Berg ohne Probleme besteigen konnte.

Lomnitzer Spitze und Kesmarker Spitzer vom Skalnaté pleso

Hans im Aufstieg

Neben Drahtseilen kommen auch Stahlbügel als Aufstiegshilfe zum Einsatz

Die Gruppe in der steilen Rinne

Gipfelfoto mit Hans, Pedro, Manfred und Ludwig

Die Seilbahnstation am Gipfelplateau der Lomnitzer Spitze

Blick in das Herz der Hohen Tatra

Der Abstieg erfordert erneut große Aufmerksamkeit

 

 

Slowakei 2012 Teil 2 – Spaziergang in den Wolken

Während eines Urlaubs kommt es immer wieder vor, dass das Wetter nicht so gut ist. Mal regnet es oder in den Bergen hängen dicke Wolken, die die Sicht versperren. Trotzdem muss man an solchen Tagen nicht zu Hause bleiben, sondern kann die Natur erleben und interessante Stimmungen genießen.

Unsere Gruppe entschied sich an diesem wolkenverhangenen Tag für eine kleine Wanderung in der Hohen Tatra. Die Berge lagen zwar im dichten Wolkenmeer, doch von Starý Smokovec aus kann man bequem mit einer Zahnradbahn auf den Hrebeniok hinauffahren und innerhalb von einer guten Stunde auf breiten und steinigen Wegen die Berghütte Zamkovského chata erreichen. Der Höhenunterschied vom Hrebneniok aus beträgt lediglich 190 Höhenmeter, sodass diese Tour auch für den ungeübten Wanderer möglich ist. Auch die Orientierung ist sehr einfach. Rechts von der Zahnradbahn gelangt man an einen Wegweiser und braucht hier nur der roten Tatra-Magistralen folgen. Kurz vor der Hütte geht es nach links. Diese Verzweigung wird durch ein übergroßes Schild angezeigt.

Auf dem Rückweg empfiehlt sich ein Abstecher zur Rainerova chata. Es ist die kleinste Berghütte in der Hohen Tatra, die aber durch ihre liebevolle antike Innenausstattung jedem Wanderer noch lange in Erinnerung bleibt. Fünf Minuten vor dem Hrebeniok befindet sich die Bilíkova-Hütte. Hier empfehle ich, die gute slowakische Küche zu probieren. Es schmeckt einfach alles und die Preise sind überaus fair! Diese Hütte bietet sich auch perfekt für Mehrtageswanderungen in der Tatra an und bei gutem Wetter kann man direkt aus der Sauna das Bergpanorama bestaunen. Als Alternative zum Hinweg gelangt man an der Verzweigung „Starolesnianská poľana direkt am großen Bach über die blaue und grüne Markierung direkt zunächst zur Rainerova chata und später zur Bilíkova-Hütte.

Der Nebel hält sich hartnäckig

Das Wasser sucht sich im steinigen Bachbett seinen Weg

Mystische Stimmung im Wald

Die Zamkovského Hütte

Am Wegesrand findet man überall Herbstimpressionen

Rast in der Rainerova chata

 

 

Slowakei 2012 Teil 1 – Unberührte Natur im Slowakischen Paradies

Wenn man sich in der Nähe von Poprad / Slowakei aufhält, sollte man auch immer einen kleinen Abstecher ins Slowakische Paradies unternehmen. Hier kann man herrliche Wanderungen in unberührter Natur erleben. Je nach Wahl der Route ist es sogar möglich, nahezu völlig alleine über mehrere Stunden durch die herrlichen Wälder zu laufen.

Als Eingehtour für unsere Herbstwanderungen in der Slowakei entschloss ich mich für eine Schlucht, die nicht in der ersten Reihe liegt. Als Startpunkt diente dieses Mal der Wanderparkplatz am Čingov. Um zunächst zum Ausgangspunkt der Tour zu gelangen, ist es notwendig, der blauen Markierung in die Hornád-Schlucht zu folgen. Kurz hinter den Felsen der Tomášovský výhľad erreicht der Wanderer eine wichtige Verzweigung. Die blaue Markierung weist den Weg in den spektakulären Durchbruch des Hornads, der zu allen Jahreszeiten von vielen Wanderern besucht wird. Wir folgen aber heute dem Verlauf des Tales „Biely Potok“ und wechseln auf die grüne Markierung.

In dieser und der folgenden Schlucht treffen wir nur auf zwei weitere Personen. Eine gute Stunde laufen wir durch das Tal „Biely potok“, bevor wir zum Abzweig des Sokolia-Tals stoßen und von hier ab der gelben Markierung auf naturbelassenen Pfaden weiterlaufen. Es ist ein wundervolles Tal, völlig unberührt und nur selten begangen. Unseren Weg suchen wir uns teilweise selbst. Trotz Markierungen müssen wir des Öfteren umgefallene Bäume übersteigen oder einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, um problematische Wegestellen zu umgehen. Über 100 Höhenmeter erklimmen wir im weiteren Verlauf mit Hilfe von Leitern und genießen die fantastischen Aussichten in das Slowakische Paradies. Die Blätter der Bäume verbreiten bereits eine herbstliche Stimmung. Am Ausgang des Tals laufen wir zunächst auf der grünen Markierung nach rechts, auf der gelben Markierung nach links und zweigen danach nochmals nach rechts auf die blaue Markierung ab. Kurze Zeit später treffen wir auf den Ausstieg aus der Schlucht Suchá Belá und befinden uns wieder in der Zivilisation. Zahlreiche Wanderer rasten hier. Wir gehen aber noch eine gute Stunde zur Berghütte Kláštorisko weiter und ruhen uns dort aus.

Von der Berghütte Kláštorisko laufen wir auf der blauen Markierung in 1 ½ Stunden zurück zu unserem Auto am Wanderparkplatz Čingov. Zunächst verläuft der Pfad auf dem Kamm entlang und bietet traumhafte Ausblicke in das Zipser Land. Recht steil steigen wir im weiteren Verlauf bergab bis zur Wegverzweigung am Ende des Hornaddurchbruchs. Auf dem Zustiegsweg geht es zurück zum Auto.

Für die Eingehtour brauchten wir etwa 7 Stunden.

Das felsige Aussichtsplateau "Tomašovský vyhľad"

Die herbstliche Stimmung ist überall zu spüren

Hohe Leitern geben dem Weg die richtige Würze

Ludwig und Pedro im Aufstieg

Ganz langsam fließt das Wasser talwärts

Und wieder muss eine Felswand mit Hilfe einer Leiter erklommen werden

 

 

Sommer – verano – лето – summer 2012

Ausflug nach Belgrad

Vom 11.05.2012 bis 14.05.2012 stand ein etwas außergewöhnliches Reiseziel auf dem Programm. Es ging in die serbische Hauptstadt Belgrad.

Warum fährt man nach Belgrad? Dafür gibt es nur eine schlüssige Antwort. Weil es eine sehr schöne Stadt ist und im Rahmen meiner Donau-Radtour 2009 einfach zu wenig Zeit für eine Stadtbesichtigung gab.

Zusammen mit den ehemaligen Studienkollegen mieteten wir uns in einem ruhigen Stadthotel in der Nähe des Bahnhofs ein. Spaziergänge durch die Innenstadt beziehungsweise an Donau- und Saveufer entlang waren ebenso interessant wie das Kulturprogramm mit Kirchen, dem Tito-Mausoleum oder der alten Stadtfestung. In den Restaurants der historischen Altstadt gab es die typisch südslawischen Grillteller mit Unmengen von Fleisch. Abends besuchten wir die Klubs und konnten uns von der landestypischen Musik überzeugen. Stundenlang spielten Bands den Balkanpop und wir tanzten die ganze Nacht.

Am Ende unseres verlängerten Wochenendausflugs stand eines sicher fest. Die serbische Hauptstadt ist auf jeden Fall eine Reise wert. Freundliche Menschen, tolle Musik und für Europa noch relativ günstige Preise werden uns auf jeden Fall noch lange in Erinnerung bleiben.

Blick vom Saveufer auf die Innenstadt von Belgrad

Bombeneinschläge - ein Mahnmal gegen die NATO-Bombenangriffe

Auch Kultur kommt nicht zu kurz

Belgrad bei Nacht

Die Ukraine darf nicht fehlen

Mittlerweile ist es sich ja schon fast normal, dass ich im Juni in die Ukraine fahre, um für Kinderherz Untermain e. V. ein neues Spendenprojekt herauszusuchen. So war es natürlich auch in diesem Jahr.

Zusammen mit Rudolf Bäuml stand erneut ein Besuch im Kindergarten „Goldenes Fischlein“ in Ochakov auf dem Programm. Mit Erschrecken mussten wir feststellen, dass auch hier dringende Renovierungsarbeiten nötig waren, um den Kindergartenbetrieb im kommenden Winter aufrechterhalten zu können. Mehr zu diesem Thema können Sie auf der Internetseite unseres Vereins nachlesen (www.kinderherz-untermain.de). An den verbleibenden Tagen schauten wir uns mehrere Fußballspiele der Europameisterschaft an und fieberten zusammen mit den Einheimischen auch dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande entgegen.

Auch ein Schaschlik-Grillabend mit unseren Freunden Sascha und Valerie durfte nicht fehlen. Es macht einfach immer wieder aufs Neue Spaß, wenn zuerst das Gemüse gegrillt und später gemeinsam zubereitet wird. Danach folgte wie immer viel, viel Fleisch mit Beilagen und auch ein Gläschen Wodka wurde ausgeschenkt. Nach dem ausgiebigen Festmahl holte Sascha wieder seine Gitarre heraus und spielte russische Lieder. Wenn man ihn das erste Mal sieht, kann man sich kaum vorstellen, dass er mit seinen großen Händen so unendlich viel Gefühl auf die Gitarre bringen kann.

Am nächsten Tag übergaben wir wieder Kleiderspenden an das Schulinternat. Die Vize-Direktorin konnte uns stolz eine Urkunde und einen Pokal präsentieren, den ihre Schützlinge im Rahmen eines Fußballturniers mit unseren im letzten Jahr übergebenen Trikots erreicht hatten.

Nach vier herrlichen Tagen hieß es wieder Abschied nehmen. Mit dem Auto ging es nach Odessa und von dort mit dem Flieger über Wien zurück nach Frankfurt am Main. Gerade noch rechtzeitig waren wir wieder zu Hause, um das nächste Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft sehen zu können.

In die Bettchen des Kindergartens passen wir nicht rein

Abendstimmung am Strand von Ochakov

Beim Schaschlik trage ich den deutschen Blumenkranz

Sascha und Rudi bereiten das Essen vor

Sascha beglückt uns mit russischer Musik

Die Vize-Direktorin zeigt den Pokal, den die Kinder mit unseren Trikots gewonnen haben

Kletterfestival am 23. und 24. Juni 2012 in Rüssselsheim-Bauschheim

Vom 23. bis 24. Juni veranstaltete die Jugend der Sektion Rüsselsheim des deutschen Alpenvereins wieder das legendäre Kletterfestival. Es waren zwei wunderschöne Tage, die nicht nur zum Klettern genutzt wurden.

Der Klettercomic-Zeichner Erbse war am Samstag zu Gast und zeichnete neben Comics auch Porträts und Bilder auf T-Shirts und alle anderen möglichen Wunschgegenstände … und sei es einfach nur der Rücken von Jonas. Es wurde Gitarre gespielt, gesungen, gegrillt, gefeiert und andere lustige Gemeinschaftsspiele standen auf dem Programm, die sehr viel Spaß machten.

Am zweiten Tag gab es wieder das berühmte Bierkastenklettern. Mit unendlich viel Geschick mussten die Teilnehmer einen Bierkasten auf den anderen stapeln und sich so immer weiter in die Höhe arbeiten. Bei dem kräftigen Wind wurde es in der Höhe schnell wackelig. Die besten Kletterer erreichten über 18 Kisten, bevor der Turm im lauten Getöse zusammenbrach und die Teilnehmer in leichter Abwärtsbewegung am Seil gemütlich nach unten abgelassen wurden.

Mein besonderer Dank geht an dieser Stelle an Michael Späck, der uns aus seinem Bistro mit wohlschmeckenden rumänischen Spezialitäten versorgte. Einfach himmlisch!!! Danke!!!

Abendstimmung am Kletterturm

Klettern am Turm - ein Sport für alle Altersklassen

Erbse bei der Arbeit

Neli ist über die Zeichnung auf dem T-Shirt sehr erfreut

Erbse zeichnet Jonas einen Kletterer auf den Rücken

Die Zeichnung ist fertig

Bierkastenklettern - ein traditionelle Disziplin beim Kletterfestival

Absturz beim Bierkastenklettern

Abbau des Kletterturms in Rüsselsheim-Bauschheim Ende Juli 2012

Da unser Kletterturm mittlerweile in die Jahre gekommen war und nicht mehr den neuesten Sicherheitsanforderungen entsprach, hatte der TÜV bei seiner letzten Abnahme leider keine guten Neuigkeiten für unsere Alpenvereinssektion. Die schöne Frontseite musste gesperrt werden und stand seit dem nicht mehr für den Klettersport zur Verfügung.

Glücklicherweise erklärte sich das Sportamt der Stadt Rüsselsheim als Eigentümer der Anlage zur Finanzierung eines Neubaus bereit. In Zeiten knapper Kassen war das keine Selbstverständlichkeit und unser Verein ist hierüber auch sehr glücklich. Neben der Zahlung eines Geldbetrags bot sich unsere Sektion auch freiwillig für den Abbau des Kletterturms an, um so die Kosten einer Fremdfirma einsparen zu können.

So trafen wir uns Ende Juli am Kletterturm und begannen zunächst an mehreren Abenden die unteren Kletterplatten abzubauen und die bereits eingerosteten Schrauben mit einem speziellen Lösemittel einzusprühen. Am letzten Juli-Wochenende wurde es dann ernst. Mit etwa 20 Vereinsmitgliedern versammelten wir uns am Turm, um die noch verbleibende Konstruktion rückzubauen. Die Stadt stellte uns für Samstag extra einen Hubwagen zur Verfügung, um die überhängenden Teile demontieren zu können. Auch das Metallgerüst wurde aufwendig abgeschraubt und vom Hubwagen konnten wir unseren im Turm befindlichen Kameraden Unterstützung leisten.

Für den Sonntag verblieben nur noch die großen Metallträger übrig. Sie wurden mit Seilen gesichert und danach mit viel Mühe abgeschraubt und heruntergelassen. Gegen Nachmittag waren alle Arbeiten erledigt und die Frontseite des Kletterturms komplett abgebaut. Ein anstrengender Arbeitseinsatz ging erfolgreich und vor allem unfallfrei zu Ende.

Auf uns wartet viel Arbeit - die Stahlkonstruktion vom Kletterturm muss weg

Die letzten Kletterplatten werden heruntergenommen

Der Rückbau fordert aufwendige Sicherungsmaßnahmen und einen Hubwagen

Der Turm wurde komplett zurückgebaut

Die Vorbereitungen zur Hüttenwanderung in der Hohen Tatra

Das Wetter im Sommer 2012 war durch große Unbeständigkeit geprägt. Die Schönwetterperioden dauerten meistens nur zwei oder drei Tage, bis das nächste Tief im Anmarsch war. Trotz mancher Widrigkeiten bereitete ich mich gut für die Wandertour im August vor. Bei einer Trekking-Tour von Hütte zu Hütte ist es meines Erachtens von großem Vorteil, wenn man bereits rechtzeitig im Vorfeld mit dem Training beginnt.

Für mich ist es wichtig, dass sich der Körper an das Gewicht auf dem Rücken gewöhnt. So begann ich dieses Jahr auch gut 6 Wochen vor der Tour mit dem Eintragen des Rucksacks. Von guten 15 Kilogramm auf der ersten Trainingseinheit steigerte ich mich bis kurz vor Abfahrt auf etwa 32 Kilogramm im Rahmen einer gut 7-stündigen Wanderung. Was sich so extrem anhört, ist es eigentlich nicht. Bei zwei bis drei wöchentlichen Trainingsrunden hat man sich sehr schnell an das Gewicht gewöhnt und hat wesentlich mehr Freude auf der Tour. Unter der Woche lief ich in der Regel durch den Vordertaunus auf einem welligen Rundkurs, der in etwas weniger als drei Stunden absolviert wurde. An den Wochenenden wanderte ich durch den Hochtaunus mit mehr Kilometern und größeren Höhenunterschieden. Das Ergebnis ließ sich sehen. Ich konnte auf der Tour an zwei Tagen noch einen zweiten Rucksack problemlos zusätzlich tragen.

Unbeständiger Sommer 2012 - trotzdem boten sich herrliche Dämmerungserscheinungen

Mammatus-Wolken nach einem abziehenden Morgengewitter

Vom Großen Mannstein hat man einen fantastischen Bilck auf Frankfurt am Main

Vorbereitung für die Wanderwoche in der Tatra - mit 20 bis 30 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken durch den Taunus

Wanderung durch die Hohe Tatra – Zakopane

Für meinen diesjährigen Sommerurlaub hatte ich mir etwas Besonderes ausgedacht. Es sollte Natur in Form von Wanderungen und Kultur miteinander verbunden werden.

Mit dem Flugzeug ging es von Frankfurt am Main zunächst nach Krakau und von dort mit dem Linienbus nach Zakopane im polnischen Teil der Hohen Tatra. In der Stadt leben etwa 26.000 Einwohner und vom touristischen Aufkommen ist sie wohl das Garmisch-Partenkirchen von Polen.

Besonders auffällig sind die vielen Holzhäuser, die ab dem Ende des 20. Jahrhunderts im typischen Zakopane-Baustil errichtet wurden. Der polnische Architekt Stanisław Witkiewicz vereinte hier Elemente der Goralen (ein hier lebendes Bergvolk) und des Jugendstils miteinander.

Von Zakopane aus kann man sehr viele Wanderungen unternehmen oder auch mit der Seilbahn auf den Berg Kasprowy Wierch hinauffahren. Eine wunderbare Aussicht auf die Gipfel der Westlichen und der Hohen Tatra belohnt die Touristenmassen. Wer mit der Seilbahn hinauf will, sollte besonders im Hochsommer früh vor Ort sein. Wartezeiten von bis zu 5 Stunden sind keine Seltenheit und können das Wandervergnügen in erheblichem Maße vermiesen.

Ein typisches Haus in Zakopane

Interessante Wolkenformationen

In Zakopane gibt es viele Kutschen für die Touristen

Ein märchenhafter Bachlauf in der Nähe von Zakopane

Wanderung durch die Hohe Tatra – Von Polen in die Slowakei

In Zakopane begann der erste Teil der Wanderung durch die Tatra. Mit der Seilbahn fuhren wir zunächst zum Kasprowy Wierch auf und wanderten von dort über den Gipfelgrat der Roten Berge auf rot markiertem Steig in Richtung Westen. Der Weg führte in einem Auf und Ab über die polnisch-slowakische Grenzlinie und bot fortwährend fantastische Ausblicke auf die felsigen Tatragipfel. Ab dem Berg Temniak wechselte die Gruppe auf die grüne Markierung und der Weg führte jetzt stetig auf polnischer Seite bergab bis zur Berghütte Schronisko na Hali Ornak. Es handelt sich hierbei um eine wunderschöne Schutzhütte aus Holz, die sich im Tal Koscieliska befindet. Sie bietet sich nach 5 Stunden für eine ausgiebige Rast oder sogar für eine Übernachtung an.

Der zweite Teil der Etappe führte uns von der Hütte auf direkten steilen Aufstieg (gelbe Markierung) auf den Iwaniacka-Pass. Von hier zweigten wir scharf in Richtung Süden ab (grüne Markierung). Ziemlich steil und über teilweise größere Steine stiegen wir auf den Gipfel Ornak auf. Von hier oben bot sich erneut eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge. In leichtem Auf und Ab folgten wir dem schmalen und oftmals steinigen Pfad zum Grenzpunkt am Gáborovo-Sattel. Von jetzt an führte der Weg auf der slowakischen Seite bergab. Wir folgten dem kleinen und sehr grünen Gáborova-Tal und konnten uns an einer großen Quelle ausgiebig erfrischen. Nach guten 500 Höhenmetern Abstieg mündete der Pfad ins Račkova-Tal. Auf einer nochmals gelben Markierung wanderten wir weitere 500 Höhenmeter talabwärts, bis wir eine breite Forststraße erreichten, die uns nach weiteren 30 Minuten wieder in die Zivilisation brachte. Bei normalem Tempo ist dieser Abschnitt in guten 6 Stunden zurückzulegen.

Wer mehr Zeit mitbringt, kann seine Tour über die Gipfel der westlichen Tatra beliebig ausdehnen. Es warten grandiose Aussichten, die kein Wanderer so schnell vergessen wird.

Tipp: Gutes Essen und eine günstige Übernachtungsmöglichkeit bietet das Berghotel „Orešnica“ (vom Wegweiser am Eingang zum Úzka dolina etwa 250 Meter auf der Asphaltstraße in Richtung Westen folgen)

Herrliche Kammwanderung in der Tatra

Unterwegs auf dem Grenzkamm zwischen Polen und der Slowakei

Traumhafte Flora

Berghütte "Schronisko na Hali Ornak"

Rast auf der Bergwiese

Abstieg auf der slowakischen Seite der Westlichen Tatra

Wanderung durch die Hohe Tatra – Das Museumsdorf bei Pribylina

Seit über 20 Jahren befindet sich in der Nähe der slowakischen Kleinstadt Pribylina (Kreis Liptovský Mikulaš) ein kleines Museumsdorf, wo der Besucher typische Häuser und die Wohnwelt der Bewohner dieser Region vor etwa 100 bis 200 Jahren kennenlernen kann.

Das Museumsdorf bei Pribylina

Eine alte Apotheke

Wanderung durch die Hohe Tatra – Von der Westlichen in die Hohe Tatra

Der zweite Teil der Wanderung führte von den niederen Hängen der westlichen Tatra über die rot markierte Tatra-Magistrale in die Hohe Tatra. Am Waldrand entlang folgten wir anfangs kleinen Wiesenpfaden. Die Orientierung war meistens sehr einfach. Trotzdem musste man an einigen Stellen aufpassen. Die etwa 1 Meter hohen Holzwegweiser waren schnell zu übersehen – vor allem wenn eine Wandergruppe davor stand. Trotz eines kleinen unfreiwilligen Abstechers (ja, wir hatten uns tatsächlich verlaufen) fanden wir schnell wieder den richtigen Weg.

Nach guten drei Stunden erreichten wir das kleine Dörfchen Podbanske. Über breite Wege ging es von hier ab dem ersten markanten Berg der Hohen Tatra – dem Krivaň oder auf Deutsch „dem Schiefen“ – entgegen. Die Baumschäden des vor acht Jahren wütenden Orkans sind immer noch deutlich sichtbar. Die Natur hat sich in den letzten Jahren in dieser Zone aber bereits merklich erholt. Es dürften sicherlich noch 20 Jahre vergehen, bis hier wieder ein richtiger Wald zu sehen ist. Etwa 3 ½ Stunden später kamen wir an den See Strbské pleso (Tschirmer See). Die Wolken hatten leider die Bergspitzen verhüllt, sodass die Aussicht nur mäßig war. Meine Gruppe fuhr von hier aus mit dem Taxi zum See Popradske pleso, wo zwei Übernachtungen reserviert waren. Ich wanderte in einer Stunde zur Unterkunft. Die Berghütte „Chata Popradské pleso“ hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und ist vor allem von der Einrichtung und dem Komfort her dem Stil der siebziger Jahre zuzuordnen. Auch wenn hier nicht alles perfekt war, so ist die Hütte bei schlechtem Wetter immer noch besser, als im Freien zu übernachten.

Disteln gibt es überall

Unterwegs auf der Tatra-Magistralen

Romantischer Bergsee an der Strecke - der Jamské pleso

Durchwachsenes Wetter am Popradské pleso

Wanderung durch die Hohe Tatra – Auf den Gipfel des Rysy

Das Wetter wurde sehr unbeständig. Morgens fielen immer wieder Regenschauer und es war kalt geworden. Um mir die Langeweile zu vertreiben, entschloss ich mich zur Besteigung des Rysy. Dieser Berg ist mit 2.499 Metern die höchste Erhebung von Polen und ist von der slowakischen Seite relativ einfach zu erreichen (ich berichtete hierüber bereits im letzten Oktober).

Dieses Mal wollte ich die Rysy-Hütte etwas unterstützen und entschloss mich meinen Rucksack mit Lebensmitteln zu füllen, die oben zum Zubereiten der Speisen benötigt werden. Kleine Jutesäckchen mit jeweils fünf Kilogramm an Waren werden am Einstieg zur Wanderung in einem Holzverschlag deponiert und jeder Wanderer kann nach Herzenslust und Kraft zupacken. Für insgesamt 5 Kilogramm an Lebensmitteln, die man in der Hütte abgibt, erhält man einen Tee geschenkt. In meinen Rucksack passten insgesamt 21 Tüten Milch hinein, die ich doch mit mehr Mühe als gedacht den Berg hinaufstemmte. Da noch andere Sachen im Rucksack waren, kamen so sicherlich gute 30 Kilogramm zusammen. Nach etwa zwei Stunden erreichte ich nass geschwitzt die Hütte. Die Bedienung schaute nicht schlecht, als ich Milchtüte auf Milchtüte aus dem Rucksack herausholte. Als Belohnung durfte ich viel Tee trinken und den äußerst schmackhaften Rysy-Pudding essen. Ein Traum!

Als die Wolken etwas aufrissen, stieg ich noch bis zum Rysy-Gipfel auf und konnte unvergessliche Aussichten genießen. Felsgipfel, die innerhalb von wenigen Sekunden von schnell ziehenden Wolkenformationen eingenommen und wieder freigegeben wurden. Fantastisch! Ich lernte noch ein litauisches Pärchen kennen, mit denen ich mich eine Weile unterhielt. Danach folgte der Abstieg.

Da ich ja schon etliche Kilogramm hochgeschleppt hatte, wollte ich nicht unverrichteter Dinge abziehen. Der Hüttenwirt zeigte sich hocherfreut über meinen Tragewillen und wies mir auch gleich eine typische Tatra-Kraxe mit 25 Kilogramm Gesamtgewicht zu. Es gab noch einen Tee mit ordentlich viel Rum. Danach band ich meinen Rucksack oben auf der Kraxe fest und stieg ab. Ein unvergessliches Erlebnis stand mir bevor. Das Gewicht drückte schlimmer auf die Schultern, als es zu erwarten war. Trotzdem sprang ich wie eine Gämse den Berg herunter und erreichte nach 1 Stunde und 10 Minuten wieder den Bergsee Popradské pleso. Eines der schönsten Momente des Tages war, die Kraxe abzusetzen. Nach einer solchen Aktion kann man die Stärke der Träger in noch viel größerem Maße bewundern. Männer, die ganze 50-Liter-Bierfässer und weitere Gewichte aufladen und so bis zu 80 Kilogramm Gewicht auf die Hütte tragen, sind für mich die wahren Helden der Hohen Tatra. Respekt!!!

Typisches Hinweisschild in der slowakischen Tatra

Die modernste Hütte in der Hohen Tatra - Chata pod Rysmy

Auf dem Gipfel des Rysy - der höchste Berg von Polen

Echte Männer mit riesigem Gepäck auf dem Rücken

Von der Chata pod Rysmy geht es mit gut 30 Kilogramm an den Popradské pleso

Gute Laune trotz vollem Gewicht auf dem Rücken

Wanderung durch die Hohe Tatra – Abstieg und Rückfahrt nach Polen

Vom Bergsee Popradské pleso wanderten wir bei ziemlich schlechtem Wetter und bei zeitweiligen Regenfällen weiter in Richtung Bergsee Batizovske pleso, Berghotel Sliezský dom und Hrebeniok zur Bilíkova chata, wo nochmals drei Übernachtungen auf uns warteten. Nebel versperrte die Sicht und die Tour war einfach nur unangenehm und mit 6 Stunden bei so einer Witterung für alle Teilnehmer zu lange.

Während sich die Gruppe am Folgetag Starý Smokovec anschaute, stieg ich nochmals in der Rekordzeit von zwei Stunden auf die Schlagendorfer Spitze. Das Bergpanorama zeigte sich nur äußerst eingeschränkt – dafür blieb es aber während der Tour trocken. Am Folgetag besichtigten wir die Ruine der Zipser Burg, bevor die Weiterfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Polen auf dem Programm stand.

Die Kirche von Starý Smokovec

Gemütliche Berghütte - die Bilíkova chata in der Hohen Tatra

Weltkulturerbestadt Krakau

Mit ca. 760.000 Einwohnern ist Krakau die zweitgrößte polnische Stadt und hat für den Besucher einiges zu bieten. Allem voran empfehle ich die Besichtigung des Marktplatzes, der Burganlage Wawel und des jüdischen Viertels. Seit 1978 ist die Altstadt von Krakau auch UNESCO-Weltkulturerbe.

Tipp: Wer einmal richtig gut ukrainisch Essen möchte, dem sei das Restaurant Smak Ukrainski (www.ukrainska.pl) empfohlen. Leckere Speisen und ein äußerst aufmerksamer Service lassen den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

Die Tuchhallen auf dem Marktplatz

Blick auf die Marien-Kirche

Im Salzbergwerk von Wieliczka

Wieliczka ist ein kleiner Ort südwestlich von Krakau, der durch den Salzabbau bekannt wurde. Bereits seit über 5.000 Jahren wird hier Salz gewonnen. Als im 13. Jahrhundert die Salzquellen versiegten, begann man unter der Erde weiterzusuchen und auch zu fördern. Nach und nach entstand so die große Mine in Wieliczka, die heute auch für die Besucher offen steht und zusammen mit Krakau im Jahre 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Etwas mehr als zwei Stunden dauert die Führung durch die schmalen Gänge. Immer wieder sind große Kammern zu sehen und mittels Figuren hat man die Arbeitsbedingungen vor 200 Jahren nachgestellt. Viele Salzskulpturen werden ausgestellt und auch die Kronleuchter sind aus dem weißen Gold gefertigt.

Mit umgerechnet 18,- € Eintritt ist die Besichtigung allerdings nicht ganz billig.

Das Salzbergwerk von Wieliczka bei Krakau

Das Salzberg bietet unendlich viele Stollen - nur ein kleiner Teil ist zur Besichtigung freigegeben

Figuren aus Salz, die die Geschichte des Bergwerks erzählen

Früher wurden Pferde für den Salztransport unter Tage genutzt

Schon viele Jahre hatte ich keine Flugzeuge mehr fotografiert!

Vor vielen Jahren fotografierte ich regelmäßig Verkehrsflugzeuge. Am liebsten waren mir die Modelle aus sowjetischer Produktion. Leider sind diese Flieger mittlerweile fast komplett von den europäischen Flughäfen verschwunden. In Osteuropa stehen aber noch viele dieser betagten Objekte herum. Auf den unten stehenden Bildern kann man im Hintergrund noch ein paar dieser begehrten Maschinen sehen. Sie gehören zum Flugpark der ukrainischen Regierung, die mittlerweile auch schon einen modernen Airbus einsetzt. Beim Warten auf den Abflug bekam doch wieder etwas Lust und fotografierte ein paar Flieger durch die Scheiben des Terminals. Schade, dass ich an die sowjetischen Klassiker nicht herankam!

Die mittlerweile betagte Boeing 737-300 als Frachtversion

Die "Mad Dog" wird auf europäischen Flughäfen immer seltener - man beachte die Heckflusse einer TU134 im Hintergrund!!!

Fahrradfahren im September

Während die meisten Leute Strecken von 20 Kilometern mit dem Auto zurücklegen, benutze ich hierfür regelmäßig das Fahrrad. Im Jahr kommen so gute 10.000 Kilometer zusammen. Die 20.000 Kilometer-Marke knackte ich mit meinem Fahrrad nach 22 Monaten Laufzeit am 04. September dieses Jahres. Leider musste ich feststellen, dass im Vergleich zum letzten Jahr ein paar Kilometer weniger gefahren wurden. Da wollte ich ein Wochenende später abhelfen.

Bereits früh morgens um 5.50 Uhr machte ich mich auf, um in einem Rutsch nach Bamberg zu fahren. Zunächst ging es auf dem Main-Radweg von Hattersheim über Frankfurt, Offenbach, Hanau und Seligenstadt nach Aschaffenburg. Hier musste ich den Fluss verlassen, um über den Spessart abzukürzen. Über Lohr und Karlstadt führte meine Route ins Werntal und weiter bis Schweinfurt. Von hier folgte ich wieder dem Main-Radweg bis Bamberg. Ich hatte mich schon ein wenig verschätzt, denn die Uhr tickte deutlich schneller als erwartet. Um 9.30 Uhr war Aschaffenburg, um 12.15 Uhr Lohr, um 15.00 Uhr Werneck und um 19.15 Uhr endlich Bamberg erreicht. Es folgten ein paar Beweisfotos und eine Übernachtung auf dem Campingplatz. Im Sommer war in Bamberg zumindest kurzfristig kein zahlbares Hotelzimmer mehr zu beschaffen.

Am nächsten Tag fuhr ich die gesamte Strecke wieder zurück. Abends hatte das Tachometer einen Gesamtkilometerstand von 487 Kilometern für zwei Tage gezählt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei ziemlich genau 20,2 Kilometern pro Stunde. Eine ganz passable Leistung!

Die 20.000-Kilometer-Marke wurde erfolgreich am späten Abend des 04.09.2012 geknackt

Im ersten Morgenlicht geht es an Frankfurt am Main vorbei

Die Brauerein von Thüngen im Werntal lädt zu einem Besuch ein - keine Zeit, ich muss weiterfahren

Fahrt durch Haßfurt am Main

Um 19.15 Uhr war ich am Ziel: BAMBERG

Die Pappfigur soll die Geschwindigkeit der Autofahrer drosseln...

...doch was hat ein hessischer Polizist in Zeuzleben im Landkreis Schweinfurt (Bayern) zu suchen???

Ich habe eine Landkarte auf mein T-Shirt geschwitzt

Ukrainereise vom 21.09. bis 26.09.2012

Viel zu sagen gibt es zu diesem Thema wirklich nicht mehr. Ich fuhr Ende September nochmals in die Ukraine, um zusammen mit meinem Freund Rudolf Bäuml das diesjährige Hilfsprojekt abzunehmen und wieder Kleiderspenden an das Schulinternat und den Kindergarten abzugeben. Mehr Informationen sind auf www.kinderherz-untermain.de zu sehen.

Ein Schaschlik-Abend durfte natürlich auch diesem Mal wieder nicht fehlen.

Wieder bringen wir Kleiderspenden zum Schulinternat von Ochakiv

Was sucht das Erdmännchen im Zoo von Nikolaev

Beim allseits beliebten Schaschlik

Galina pflückt die leckeren Weintrauben

Hmmm....lecker!!!

Venezia, Murano und Burano

Im Rahmen eines verlängerten Wochenendausflugs besuchten wir Ende April dieses Jahres Venedig und unternahmen auch kleinere Bootsauflüge in die nähere Umgebung. Viel zu sagen gibt es dazu eigentlich nicht. Venedig gehört zu den hochpreisigsten Reisezielen, die ich je besucht habe. Die Qualität und Leistung lässt in vielen Fällen aber zu wünschen übrig. Trotzdem ist die Stadt eine Reise wert. Auch die kleinen Inseln Murano (berühmt durch die Glasherstellung), Burano (berühmt durch die bunten Häuser) und Torcello lohnen sich.

Es folgen ein paar Impressionen in Form von Bildern:

Venedig:

Murano

Torcello und Burano

 

Schönheiten aus vergangener Zeit

Es hieß bereits wieder Abschied nehmen. Mit dem Linienbus ging es zurück nach Chişinău. Tania und Mihaela begleiteten mich bis zum Minibus 116, der direkt zum Flughafen fährt.

Unweit des Terminals gab es noch eine Tupolev-TU 134 zu sehen, die hier vor einigen Jahren als Denkmal der Luftfahrt platziert wurde. Dieser Flugzeugtyp war über viele Jahre das Arbeitspferd der nationalen Fluglinie Air Moldova und in den 90ern auch fast täglich in Frankfurt am Main zu Gast.

Auf dem Parkplatz traf ich auch noch auf einen echten Oldtimer aus der ehemaligen Sowjetunion. Es handelte sich um das allererste Modell eines Wolgas mit der Typenbezeichnung M21, der heute nur noch sehr sehr selten in so einem tadellosen Zustand anzutreffen ist.

Über Wien flog ich zurück nach Frankfurt am Main.

Eine Tupolev TU-134 - gerne denke ich an die Zeiten zurück, wo dieses Flugzeug täglich nach Frankfurt a. M. kam

 

Eine fantastische Limousine, die auch in Osteuropa immer seltener wird