Herbstbesuch in der Ukraine – Teil 1 – Das Schulinternat in Ochakiv

Am 01. Oktober flog ich ein weiteres Mal in die Ukraine. Zum einen wollte ich mir die Baustelle unseres Projektes im Schulinternat in Ochakiv anschauen und zum anderen stand ein Besuch auf der Krim an. Der Wetterbericht war tagelang verheißungsvoll. Doch pünktlich zu meiner Abfahrt brach das Wetter ein. Die Temperaturen gingen von 25 Grad auf etwa 12 Grad zurück und außerdem stellte sich noch ein strenger Ostwind ein.

Dieses Mal brachte mich die Lufthansa von Frankfurt am Main in die ukrainische Hauptstadt Kiew. Direkt nach meiner Ankunft auf dem Flughafen fuhr ich mit dem Bus zum Hauptbahnhof und weiter mit dem Zug nach Mykolaiv. Die Investition von etwa 45,- € für den 1-Klasse-Schlafwagen lohnte sich, denn hier fand ich die nötige Ruhe, um mich von den stressigen Tagen auf der Arbeit zu erholen und eine geruhsame Nacht zu verbringen.

Am Bahnhof in Mykolaiv holte mich Oleg ab und gemeinsam fuhren wir zu seinem Freund Sascha, der heute seinen Geburtstag nachfeierte. Ich ruhte mich noch etwas aus und danach machten wir uns auf den Weg in die Stadt, um ein paar Sachen zu erledigen und uns mit Olegs Frau zu treffen. Gegen Nachmittag ging es gemeinsam zurück zu Sascha, wo uns bereits die Gäste und ein reich gedeckter Essenstisch erwarteten. Im Kreis der vielen Einheimischen konnte ich meine Russisch-Kenntnisse aufbessern. Kurz vor Mitternacht holte uns Mischa mit dem Taxi ab und brachte uns nach Ochakiv.

Auf Saschas Grundstück

Saschas Geburtstagsfeier

Während Deutschland am 03. Oktober den Tag der Einheit feierte, stand in der Ukraine der Tag des Lehrers auf dem Programm. Eine schöne Gelegenheit die Lehrerin von Tatiana und deren Mann persönlich kennenzulernen. Wir verbrachten hier viele schöne Stunden und am Ende versprach ich, dass wir uns im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder sehen werden.

Am Montag wartete der offizielle Teil auf mich. Bereits früh am Morgen fuhren wir zum Schulinternat. Es folgte ein kleiner Empfang bei der Direktorin, die unserem Verein für die Unterstützung und den Bau der Duschen herzlich dankte. Leider waren die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen. Ich konnte mich aber davon überzeugen, dass das investierte Geld gut angelegt war und die Arbeiten vorankommen. Zusammen mit den Leitern der Baufirma stiegen wir auch in den nur etwa 1 ½ Meter hohen Keller hinab. Hier wurde bereits eine Pumpe installiert, die zukünftig den Wasserdruck verstärkt. Auch das marode Leitungssystem für die Wasserversorgung wurde vollständig erneuert.

Oleg schaut sich die Abflüsse an

Die Bauunternehmer erläutern uns den Baufortschritt

 

In diesem Raum werden die Warmwasserboiler installiert

Die Arbeiter beim Verlegen der Fliesen

Im Keller wurden die Leitungen erneuert und eine Pumpe installiert

Dieser Wassertank kommt in den Keller des Internats

Zusammen mit der stellvertretenden Leiterin des Schulamts von Ochakiv und Oleg besuchte ich noch die Dorfschule in Kutsurub (etwa 15 Kilometer östlich von Ochakiv). An dieser Schule stand im Oktober 2010 nur eine defekte Heizanlage zur Verfügung. Die Kinder müssen diesen Winter wohl richtig frieren. Im Namen von Kinderherz Untermain e. V. sollte ich prüfen, ob der Verein hier bei der Beschaffung einer neuen Heizungsanlage helfen kann. Da man die neuen Heizkessel aber etwa 100 Meter vom Schulgebäude entfernt in einem Schuppen installieren und das heiße Wasser mittels einer Rohrleitung zum Hauptbau führen will, war ich sehr skeptisch. Kinderherz Untermain e. V. unterstützt nur nützliche Projekte und meiner Meinung nach gehört die Heizung in den Keller des Schulgebäudes und nirgendwo anders hin. Der Wärmeverlust durch die Entfernung dürfte immens sein, sodass wir hier leider nicht helfen können.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit Oleg und Bauunternehmer Sascha endete mein Kurzbesuch in Ochakiv. Meine Freunde aus Dnipropetrovsk holten mich mit dem Auto ab, um zusammen mit mir ein paar Tage auf der Krim zu verbringen.

Ein Gedanke zu „Herbstbesuch in der Ukraine – Teil 1 – Das Schulinternat in Ochakiv

  1. Robin

    Das ist mal ein informativer Beitrag, besten Dank. Muss man sich nochmal in Ruhe durchlesen. Generell finde ich die Seite leicht zu verstehen und bequem zu lesen.

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