Rumänien 2010 – Teil 3 – Tulcea und das Donaudelta

Von Brasov machten wir uns am 08.09.2010 mit dem Bus auf in Richtung Osten. Es ging über Ploiesti, Buzau und Braila nach Galati. In Galati mussten wir mit einer großen Fähre die Donau überqueren und auf der anderen Uferseite mit dem nächsten Bus nach Tulcea fahren. Insgesamt waren wir über 7 Stunden unterwegs.

Tulcea ist mit etwas mehr als 92.000 Einwohnern das Tor zum Donaudelta. Von hier ab gibt es keine direkten Straßenverbindungen in Richtung Schwarzes Meer. Da wir erst am späten Nachmittag ankamen, übernachteten wir in Tulcea und fuhren erst am nächsten Mittag mit dem Schnellboot nach Sulina.

Sulina ist mit rund 5.000 Einwohnern die größte Stadt im Donaudelta und ein guter Ausgangspunkt für Bootstouren ins Delta. Besonders sehenswert sind die Uferpromenade und der alte Leuchtturm. Vom Turm kann man die Aussicht über die ganze Stadt genießen und sogar in der Ferne die Ukraine sehen. Auf der gegenüberliegenden Uferseite steht auch das Schild mit der kleinen Ziffer “0″. Dies ist der alte Nullpunkt der Donau. Der zweitlängste Strom Europas zieht sich von hier über 2.888 Flusskilometer durch insgesamt 10 Länder bis in den Schwarzwald. Da der Fluss viele Sedimente mitführt, wandert er jährlich mehrere Meter ins Meer hinein und die Mündung des Sulina-Kanals befindet sich heute nochmals etwa 9 Kilometer östlich der Stadt.

Am nächsten Morgen unternahmen auch wir eine kleine Bootstour ins Delta. Über mehrere Kanäle fuhren wir in das kleine Dorf Cardon und konnten dort einen kleinen Einblick in das Leben der Dorfbevölkerung werfen. Weiter ging es hinaus auf das offene Meer. Da es sehr windig war, spürten wir mit dem kleinen Boot jede Welle. Immer wieder bäumte sich das Schiff auf und klatschte zurück auf das Wasser. Dies Spiel wiederholte sich unzählige Male und bei jedem Klatscher kam auch eine gehörige Menge Wasser ins Schiff und duschte dabei auch seine Fahrgäste. Nur mit viel Mühe konnten wir unsere Spiegelreflexkameras trocken halten. Die Kleidung hingegen war bereits nach wenigen Minuten absolut durchnässt. Ein riesiger Spaß für alle Beteiligten. Als Belohnung bekamen wir noch eine Pelikankolonie zu sehen. Direkt vor uns starteten etwa 100 Pelikane, um sich mehrere Hundert Meter weiter wieder niederzulassen. Dies war ein imposanter Anblick, der allen Teilnehmern der Tour sicherlich noch lange erhalten bleibt.

Nachmittags unterhielten wir uns noch eine ganze Weile mit unserem Vermieter und lernten so eine ganze Menge über die aktuellen Probleme Rumäniens kennen. Dabei hatten wir auch Gelegenheit einen echten Palinca (selbst gebrannter Obstschnaps) zu probieren. Zum Abschluss des Tages spazierten wir noch zum Strand. Das Wasser war zwar sehr warm. Aufgrund der hohen Wellen war aber an ein Bad im Schwarzen Meer nicht zu denken.

Am 11.09.2010 hieß es bereits wieder Abschied nehmen. Mit dem Schnellboot fuhren wir zurück nach Tulcea und mit dem Bus weiter nach Bukarest.

Tipp:

Übernachtung und Essen in Tulcea: Hotel und Restaurant Insula (Zimmer mit Blick auf den See; sehr gutes und reichhaltiges Essen; Kontaktadresse in Englisch: argentinastamm (at) yahoo.com)

Übernachtung und Ausflüge in Sulina: Pensiunea Aurora – www.pensiunea-aurora.ro (Mihai spricht sehr gut Englisch und bietet die günstigsten Ausflüge ins Delta an, er erfüllt auch gerne Sonderwünsche)

Essen in Sulina: Am besten schmeckt mir es im Casa Coral! Wer direkt am Sulinakanal schlafen möchte, kann hier auch Zimmer mieten – www.casacoralsulina.ro

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