Rumänien 2010 – Teil 1 – Durchquerung des Bucegi-Gebirges

Vom 03.09.2010 bis 12.09.2010 reiste ich mit 4 weiteren Personen vom Rüsselsheimer Alpenverein nach Rumänien, um einen Abstecher in die Berge und das Donaudelta zu machen. Die größte Herausforderung der Reise kam gleich zum Anfang der Tour und war die Durchquerung des Bucegi-Gebirges in den südlichen Karpaten. Die Höhenunterschiede, die hier zu bewältigen sind, sind meist höher als in den Alpen und auf teilweise sehr steilen Wegen ist Trittsicherheit gefragt.

Am ersten Tag stand erst einmal eine kleine Eingehwanderung zur Akklimatisation auf dem Programm. Von dem kleinen Ort Busteni wanderten wir zunächst zum Urlatoarea-Wasserfall und danach über Waldwege weiter nach Sinaia. Als touristischer Höhepunkt wartete hier Schloss Peles. Dieses Schloss wurde zwischen 1875 und 1883 erbaut und zählte bereits damals zu den modernsten Gebäuden seiner Zeit. Im Jahre 1900 wurde eine Zentralheizung installiert und 1906 fand im hauseigenen Theater die erste Kinovorstellung statt. Eine Besichtigung ist auf jeden Fall zu empfehlen. Herrliche Säle, Möbel, persischer Teppiche, Muranoglas und vieles mehr ist dort zu sehen.

Am zweiten Tag mussten wir früh aufstehen. Der Weg führte uns zunächst von Busteni (900 Meter) in etwa 5 Stunden zur Cabana Babele auf 2.200 Meter. Die Damen unserer Gruppe zogen die Fahrt mit der Seilbahn vor und so wanderten nur Boris, Cris und ich durch das steil ansteigende Valea Jepilor (Jepi-Tal) nach oben. Der Weg war durchweg äußerst steil und einige Passagen wurden durch Leitern, Seile, Ketten etc. abgesichert. Leider waren nicht alle Sicherungen in perfekten Zustand, sodass man immer genauestens prüfen musste, ob man die jeweiligen Hilfsmittel auch in Anspruch nehmen konnte. Von Zeit zu Zeit gleitete die Seilbahn über uns hinweg, die die Touristen innerhalb von 15 Minuten zur Bergstation bringt. Dort trafen wir uns am Mittag auch mit Luise und Katja, die uns bereits sehnsüchtig erwarteten.

Die Cabana Babele (Babele-Hütte) befindet sich auf einem Hochplateau in 2.200 Metern Höhe. Zur Hauptsehenswürdigkeit im Bucegi-Gebirge zählen die Babele-Steine, die über Jahrtausende durch den Wind geformt wurden.

Von der Babele-Hütte folgte jetzt der nächste Aufstieg zum Berg Omu. Der Omu ist mit 2.506 Metern die höchste Erhebung des Bucegi-Gebirges und dort konnten wir in einer kleinen Berghütte auch übernachten. Der Komfort war natürlich nicht mit Berghütten im Alpenraum vergleichbar. Es gibt keinen Strom und kein fließendes Wasser. Trotzdem hatte die Unterkunft ihren Charme. Die Hüttenwirtin Irina kochte sogar für ihre Gäste ein paar Kleinigkeiten und auch Getränke standen zur Auswahl. Alle Lebensmittel müssen noch auf dem Rücken von Bergsteigern hier hinaufgetragen werden und sogar das Wasser für den Tee ist in trockenen Sommerperioden nur von einer etwa 45 Minuten abwärts entfernten Quelle zu beziehen. Leider hatten wir mit dem Wetter hier oben etwas Pech und so konnten wir keine Gipfelaussicht genießen. Bei kräftigen Windböen betrug die Sichtweite nur mit Glück etwa 50 Meter und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war auch nicht sehr angenehm.

 

Am nächsten Tag hatte sich das Wetter leider nicht gebessert. Gegen 9.00 Uhr begannen wir mit dem Abstieg in Richtung Bran. Der Wind wehte in Sturmstärke. Über einen kleinen versicherten Pfad stiegen wir an Felsen abwärts und erreichten eine Biwakschachtel.  Ab hier verbesserte sich das Wetter. Wir wanderten nun unterhalb der Wolken und stiegen stetig bergab. Am frühen Nachmittag erreichten wir den Wald und nach insgesamt 2.000 Höhenmetern Abstieg und 7 Stunden Gehzeit die kleine Stadt Bran. Das Bucegi-Gebirge war durchquert.

Tipp:

Unterkunft in Bran: Pensiunea Vera (sehr schönes Haus und symphathischer Besitzer; nur etwa 3 Gehminuten von der Burg entfernt;  Doppelzimmer 20,- € ohne Frühstück; Kontakt am besten über Tochter Nina per E-Mail ninatotelecan1@yahoo.fr - sie spricht perfekt Englisch)

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