Spektakuläre Wanderung durch die Salzkordillere der Atacama-Wüste

Unsere Tour beginnt auf dem Plaza de Armas in San Pedro de Atacama. Wir starten am nördlichen Ende des kleinen Parks direkt an der Kirche und laufen die Straße „Gustavo Le Paige“ bis zu ihrem Ende nach Westen. Dort biegen wir nach rechts und die nächste Straße sofort wieder nach links ab. Die Hauptstraße (Ruta 23) in Richtung Calama ist erreicht. Über diese Straße läuft man jetzt auf Asphalt bis an die Salzkordillere heran. Im rechten Blickfeld taucht das Monument des Aussichtspunktes auf, wo es später noch hinaufgeht.

Plaza de Armas in San Pedro de Atacama mit Blick auf den Vulkan Licancabur

Plaza de Armas in San Pedro de Atacama mit Blick auf den Vulkan Licancabur

Der höchste Punkt der Tour ist bereits in Sichweite: Das Monument von Pukara de Quitor

Der höchste Punkt der Tour ist bereits in Sichweite: Das Monument von Pukara de Quitor

 

Nach 2,3 Kilometern zweigt die Hauptstraße nach links ab und führt die Kordillere hinauf. Wir verlassen den asphaltierten Abschnitt und laufen nahezu geradeaus in ein Tal hinein. Es ist das Valle de la Muerte oder zu Deutsch das Tal des Todes, durch das die alte und unbefestigte Straße nach Calama führt. Bereits nach wenigen Metern eröffnen sich spektakuläre Aussichten. Der Wanderer befindet sich bereits mitten in der Salzkordillere, die zum Fotografieren nur so einlädt. Das Salz ist überall an der Felsoberfläche zu sehen. Am besten ist es nach Niederschlägen sichtbar. Die intensive Weißverfärbung hält in diesem Fall mehrere Monate an. In einigen Kurven führt die alte Hauptstraße ins Gebirge hinein. Mit jedem Meter wird unsere Wanderung interessanter. Es folgen enge Felspforten und wilde Gesteinsformationen.

Panorama - Im Valle de la Muerte

Panorama – Im Valle de la Muerte

Im Tal des Todes

Im Tal des Todes

Interessante Gesteinsformationen

Interessante Gesteinsformationen

Im Tal des Todes

Im Tal des Todes

Die enge Durchgangspforte

Die enge Durchgangspforte

Panorama - Im Valle de la Muerte

Panorama – Im Valle de la Muerte

Panorama - Im Valle de la Muerte

Panorama – Im Valle de la Muerte

 

Nach ziemlich genau 1,3 Kilometern zweigt ein erster ausgetrockneter Bachlauf nach rechts ab. Es geht in ein Seitental hinein, das uns hinein in das Herz der Kordillere führt. Wer Lust hat, kann dieses Seitental bis zum begehbaren Ende laufen und die Gesteinsformationen bewundern. Wer dies nicht möchte, kann alternativ sofort in das nächste noch kleinere und etwas schwer sichtbare Seitental nach rechts abzweigen. Grundsätzlich gibt es in diesem Teil der Salzkordillere viele Möglichkeiten zum Ziel zu gelangen. Vonseiten des Autors sei aber darauf hingewiesen, dass die hier beschriebene Variante mit Abstand die einzige Wegführung ist, die ungefährlich und bis auf eine Stelle nur wenig steil auf den Kamm hinaufführt. Zur besseren Orientierung ist ein GPS-Gerät unabdinglich, um sich in den engen Tälern nicht zu verlaufen. Besonders wichtig ist auch stabiles Wetter! Bei aufziehenden Gewittern muss diese Wanderung wegen drohender Blitzschlaggefahr sofort abgebrochen werden.

Unser kleines ausgetrocknetes Bachtal führt jetzt in engen Kurven ganz leicht bergauf. An einem kleinen Felsrücken (am besten auf das GPS schauen) verlassen wir es und folgen diesem Buckel. Ganz langsam gewinnen wir an Höhe und nach weiteren 1,5 Kilometern sollte man der objektiv leichtesten Möglichkeit folgen, auf die Berge zuzulaufen. Nach wenigen Minuten gelangt man so an den Fuß der Felswände. Dem sich hier abbrechenden Seitental sollte man sich nicht zu sehr nähern, da Absturzgefahr drohen könnte. Der GPS-Track führt in sicherer Entfernung weiter bergauf, bis ein steiler Hang erreicht wird. Es geht in recht weichem Gestein kurz und knackig hinauf, bis ein Sattel erreicht ist. Dieser gehört bereits zum Grat.

Unser Abzweig in ein Seitental

Unser Abzweig in ein Seitental

Ein trockener Bachlauf in der Salzkordillere

Ein trockener Bachlauf in der Salzkordillere

Wilde Felstäler warten auf den Besucher

Wilde Felstäler warten auf den Besucher

Durch diesen Bachlauf schlängelt es sich nach oben

Durch diesen Bachlauf schlängelt es sich nach oben

Die Wegführung ist atemberaubend

Die Wegführung ist atemberaubend

Aufstieg zum Hauptkamm

Aufstieg zum Hauptkamm

Die Salzkordillere von oben

Die Salzkordillere von oben

Das Monument von Pukara de Quitor

Das Monument von Pukara de Quitor

Panorama - Blick auf San Pedro de Atacama

Panorama – Blick auf San Pedro de Atacama

Ab dem Sattel sind erste Pfadspuren zu erkennen. Ein Abzweig nach links lohnt sich nur für Fotos, da ein Weiterkommen nicht möglich ist. Daher biegen wir im Sattel nach rechts ab und es geht auf ersten erkennbaren Pfadspuren kurz weiter bergauf, bis ein kleines Plateau erreicht ist. Die Pfadspuren sind jetzt immer deutlicher zu erkennen. Diesem Pfad folgt man zunächst auf 1,4 Kilometern länge. Im Blickfeld ist jetzt immer das Monument der archäologischen Stätte „Pukara de Quitor“. Um den wegelosen Abzweig nicht zu verpassen, sei auch hier der Blick auf das GPS empfohlen. Es geht vom Hauptpfad, der sich weiter nach oben zieht, leicht nach rechts ab in ein scheinbar kleines Seitentälchen hinein. Nach etwa 100 Metern gelangen wir wieder an einen kleinen Höhenzug und hier wird auch wieder ein Pfad erkennbar. Noch einmal wird eine kleine Anhöhe überschritten, bevor der Pfad in den letzten Sattel vor dem Monument hinabführt. Ein ganz kurzes Wegstück ist etwas unbequem steil, der Pfad aber immer gut zu erkennen. Ab dem Sattel müssen wir nochmals kurz und knackig aufsteigen. Die Wegführung ist hier nicht immer gut zu erkennen, aber jeder sollte sich die einfachste Möglichkeit nach oben suchen. Einige Steine sind etwas locker. Nach etwa 5 Minuten ist das Monument erreicht.

Von hier oben können wir die fantastische Aussicht auf die Salzkordillere, auf San Pedro de Atacama und natürlich die Vulkankette der Anden genießen. Ab jetzt geht es wieder auf breiten und für jedermann zugänglichen Schotterwegen abwärts. Nach etwa 5 Minuten ist ein weiteres Denkmal erreicht. Es ist der ehemalige Wachturm der Atacameño-Indianer. Hier wurden auch Opferrituale abgehalten und mit Rauchzeichen vor dem Einfall von Feinden gewarnt. Wir befinden uns bereits auf dem Gelände der historischen Wohn- und Fluchtburg Pukara de Quitor. Der weitere Wegverlauf führt in einigen Serpentinen bergab. Der Weg sollte an dieser Stelle bitte nicht abgekürzt werden, denn der ganze Hang besteht aus lockerem Gestein. Nach etwa weiteren 15 Minuten ist man wieder unten und kommt an einer kleinen Bar vorbei. Hier besteht die Aufstiegsmöglichkeit, um auf einem kurzen Weg die Festung aus dem 13. Jahrhundert zu bewundern, die zu den besten architektonischen Leistungen der gesamten Region zählt. Die Festung Pukara de Quitor diente damals als Verteidigungsanlage der Oase San Pedro und war so ausgelegt, dass sie auch längere Belagerungen aushalten konnte. Leider kamen Mitte des 16. Jahrhunderts die Spanier und eroberten die Siedlung. Danach war sie dem Verfall preisgegeben, bis Anfang der 80er Jahre etwa 30 % der Gebäude restauriert wurden. Am Eingang sind 3.000 $ Eintritt pro Person zu entrichten. Die Eintrittskarte ist auch für mehrmalige Besuche gültig.

Das Überleben ist für Pflanzen sehr schwierig

Das Überleben ist für Pflanzen sehr schwierig

Diese Pflanze ist wohl ein Überlebenskünstler

Diese Pflanze ist wohl ein Überlebenskünstler

Am Aussichtspunkt angekommen

Am Aussichtspunkt angekommen

Blick ins grüne Tal des Rio San Pedro

Blick ins grüne Tal des Rio San Pedro

Die Salzkordillere

Die Salzkordillere

Der ehemalige Wachturm und die Opferstätte

Der ehemalige Wachturm und die Opferstätte

 

Panorama - Blick auf die Salzkordillere

Panorama – Blick auf die Salzkordillere

Panorama - Die ehemalige Ruinenstadt Pukara de Quitor

Panorama – Die ehemalige Ruinenstadt Pukara de Quitor

 

Am Eingang zur Ruinenanlage stößt man wieder auf eine Straße, der wir nach rechts folgen. Auf direktem Wege geht es zurück nach San Pedro. Die 2,9 Kilometer sind in etwa 45 Minuten zurückgelegt. An einem Gärtchen bietet sich der Abzweig nach links in die Tocopilla-Straße an. Nach einigen Metern taucht das kleine Meteoriten-Museum auf, das zur Besichtigung einlädt. Im Stadtgebiet erreicht man schnell wieder die Straße Gustavo El Paige. Hier nochmals nach links und nach 200 Metern steht man wieder auf der Plaza de Armas.

Die Tour bietet sich auch in umgekehrter Richtung an. Für den Abstieg vom Aussichtspunkt der Festung in den ersten Sattel ist Trittsicherheit erforderlich. Den Weg hat man aber immer vor Augen. Wer kein GPS dabei hat, sollte wegen der Orientierung unbedingt diese Variante wählen.

GPS-Track:

http://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/cordillera-de-la-sal-san-pedro-de-atacama/9585982/

Tipps für San Pedro:

An dieser Stelle möchte ich lediglich ein paar Tipps für gute Einkehrmöglichkeiten geben, da die guten Unterkünfte alle sehr teuer sind und die preiswerten Übernachtungsstätten vom Komfort her eher schlecht sind.

Gutes Essen zu Preisen wie in Deutschland gibt es:

La Estaka, Caracoles 259b in San Pedro (hervorragendes Steak)

La Casona, Caracoles 195 in San Pedro (sehr leckere Speisen)

Las Delicias de Carmen, Calama 360 (riesige Teller und lecker)

Preisgünstiges und gutes Essen:

Sol, Toconao 544 (endlich etwas Preisgünstiges, die Speisen sind fantastisch, wohlschmeckende bolivianische und peruanische Küche und ein täglich wechselndes Tagesmenü)