Herbstliche Runde durch die Westliche Tatra

Ich hatte es schon lange vor und im Herbst 2013 sollte es nun endlich Wirklichkeit werden. Die Kammüberschreitung durch die Westliche Tatra stand auf dem Programm. Wenn man alleine unterwegs ist und günstig reisen möchte, bietet sich die Alternative mit dem Flugzeug und dem ÖPNV besonders an. Mit einem brasilianischen Jet der Fluglinie Flyniki fliege ich von Frankfurt nach Wien und von dort geht es mit Bussen zu meinem ersten Ausgangspunkt in Liptovský Mikulaš.

Der Wetterbericht für die nächsten zwei Tage ist ausgezeichnet. Nach kalten Nächten soll es durchweg sonnig und spätsommerlich warm werden. Es ist nicht kalt, sondern mit – 10 Grad eher extrem frostig und die Böden sind steif gefroren. Mit dem Linienbus fahre ich im ersten Tageslicht von Liptovský Mikulaš nach Jalovec. Es ist ein kleines Dorf am Fuße der Westlichen Tatra. Hier entscheide ich mich auf Feldwegen an den Waldrand zu laufen und stoße nach etwa 30 Minuten auf den Startpunkt der Tatra-Magistralen. In zügigem Tempo geht es von hier auf dem gelb markierten Pfad zum Palenica-Sattel hinauf.

Blick von Liptovský Mikulaš in die Westliche Tatra

Blick von Liptovský Mikulaš in die Westliche Tatra

Morgenstimmung in Jalovec

Morgenstimmung in Jalovec

Der Weg durch den Wald

Der Weg durch den Wald

Die Rinnsale sind zu Eis erstarrt

Die Rinnsale sind zu Eis erstarrt

Morgennebel im Tal

Morgennebel im Tal

Die Kälte hat die Natur im Griff

Die Kälte hat die Natur im Griff

Reif auf den Bäumen

Reif auf den Bäumen

Teile des Baches sind schon zugefroren

Teile des Baches sind schon zugefroren

 

Die Sicht ist absolut klar und selbst über 100 Kilometer entfernte Berge sind heute perfekt auszumachen. Mein morgiges Tagesziel, der Touristenort Zuberec, liegt bereits zum Greifen nahe im Tal. Für mich soll es jetzt zunächst auf dem Grat in östliche Richtung weitergehen. Die Kälte der Nacht hat sich verzogen und Mütze und Handschuhe kann man bereits gegen 10 Uhr in den Rucksack packen. In kräftigen Wellen geht es hoch und runter über mehrere Berge.

Mit jedem Gipfel wird das Gelände anspruchsvoller. Ist es anfangs noch ein normaler Bergpfad, so kommen im weiteren Verlauf felsige Kletterpassagen hinzu, die immer wieder mit Ketten und Steighilfen gesichert sind. Die Ausblicke auf andere Gebirge wie die Hohe und die Niedere Tatra sind von hier oben traumhaft. Am späten Nachmittag ist der Smutné sedlo erreicht. Ich folge der blauen Markierung ins Tal und erreiche im letzten Tageslicht die Žiarská chata (Berghütte). An so einem herrlichen Herbsttag ist diese natürlich restlos überfüllt. Trotzdem gibt es für mich noch ein Bett. Ein leckeres Abendessen lässt die Kräfte für den morgigen Tag langsam wieder zurückkommen.

Das Gipfelkreuz auf dem Brestova (1.934 Meter)

Das Gipfelkreuz auf dem Brestova (1.934 Meter)

Das Herz der Westlichen Tatra

Das Herz der Westlichen Tatra

Auf dem Hauptkamm der Westlichen Tatra

Auf dem Hauptkamm der Westlichen Tatra

Traumhafte Aussichten vom Grat

Traumhafte Aussichten vom Grat

Die erste Kletterstelle unterhalb des Pachol´a

Die erste Kletterstelle unterhalb des Pachol´a

Auf dem Gipfel des Pachol´a (2.167 Meter)

Auf dem Gipfel des Pachol´a (2.167 Meter)

Gratverlauf nach Osten vom Gipfel des Baníkov (2.178 Meter)

Gratverlauf nach Osten vom Gipfel des Baníkov (2.178 Meter)

Schwierige Wegpassage hinter dem Baníkov

Schwierige Wegpassage hinter dem Baníkov ….. ….. ….. …..

Abstieg zum Sattel Smutné sedlo

Abstieg zum Sattel Smutné sedlo …… ….. ….. …… ….. ….. …..

Wo geht der Weg morgen weiter? Smutné sedlo (1.963 Meter)

Wo geht der Weg morgen weiter? Smutné sedlo (1.963 Meter)

Am zweiten Tag meiner Tour breche ich erneut früh auf. Es ist wieder bitterkalt. Nach 1 ½ Stunden stehe ich erneut an dem Sattel, wo ich gestern abgestiegen bin. Die Suche nach der roten Markierung ist gar nicht so einfach, da hier gleich eine kleine Kletterstelle wartet. Es ist wieder eine luftige Gratwanderung und an der einen oder anderen Stelle müsste die Markierung erneuert werden. Dank gutem Orientierungssinn finde ich aber immer wieder auf den Weg zurück. Nach zwei weiteren Stunden ist der wohl schönste Berg der Westlichen Tatra erreicht – der 2.088 Meter hohe Ostrý Roháč. Es wartet nochmals eine ziemlich lange und mit Drahtseilen versicherte Stelle. Da ziemlich viele Wanderer unterwegs sind, muss ich ein paar Minuten warten, um die Schlüsselstelle passieren zu können. Danach geht es sehr steil zum Jamnické-Sattel hinab.

Die schwierigen Wegstellen liegen jetzt hinter mir. Es geht zwar weiter in einem Auf und Ab über die Berge. Der Pfad ist aber wieder breit und bietet keine größeren Schwierigkeiten mehr. Am Gipfel des Volovec ist die polnische Grenze erreicht. Immer auf der Grenzlinie entlang wandere ich bis zum Gipfel des Lúčna. Von hier kann man auf der grünen Markierung in westliche Richtung marschieren. Von den Aussichten ist es leider nicht mehr so schön, da ein Großteil des Weges im Wald verläuft. Immer wieder sind ein paar Steigungen zu absolvieren, die zu so später Stunde meine Kräfte rauben. Es zieht sich ganz schön, bis es endlich ins Tal hinuntergeht. Erste Cirrus-Wolken sind aufgezogen, die einen Wetterwechsel ankündigen. Am späten Nachmittag ist es beinahe geschafft. Ich bin wieder im Tal. Eine Einkehr in der Zverovka-Hütte fällt aber wegen Überfüllung aus. Ein zäher Hatscher von 8 Kilometern bis nach Zuberec ist der Schlusspunkt dieser ausgesprochen anspruchsvollen und aussichtsreichen Bergtour, die wirklich nur erfahrenen Bergwanderern vorbehalten ist.

Am nächsten Morgen fahre ich mit dem Bus von Zuberec über Liptovský Mikulaš zurück nach Bratislava. Weiter geht es über Wien mit dem Flugzeug zurück nach Frankfurt.

Die Žiarská chata - ein wunderschöne Berghütte auf 1.289 Metern

Die Žiarská chata – ein wunderschöne Berghütte auf 1.289 Metern

Es geht wieder hinauf auf den Smutné sedlo

Es geht wieder hinauf auf den Smutné sedlo ….. ….. ….. …..

Zwischen Plačlivô und Ostrý Rohač

Zwischen Plačlivô und Ostrý Rohač ….. …… …… …… ….. …… …… ….. …… ……

Der Wegverlauf über den Ostrý Rohač (mitte) zum Volovec (links)

Der Wegverlauf über den Ostrý Rohač (mitte) zum Volovec (links)

Auf dem Gipfel des Ostrý Rohač (2.088 Meter)

Auf dem Gipfel des Ostrý Rohač (2.088 Meter)

Blick zurück zum Plačlivô und Baníkov

Blick zurück zum Plačlivô und Baníkov

Schwerer Abstieg in den Sattel

Schwerer Abstieg in den Sattel

Die Schlüsselstelle

Die Schlüsselstelle

Der wilde Hauptkamm der Westlichen Tatra

Der wilde Hauptkamm der Westlichen Tatra ….. …… ….. ……

Grenzgipfel Lučna (1.653 Meter) zwischen der Slowakei und Polen

Grenzgipfel Lučna (1.653 Meter) zwischen der Slowakei und Polen

Panorama

Panorama

Panorama

Panorama

Panorama

Panorama

Panorama

Panorama

 

Eine detaillierte Beschreibung der Tour wird in Kürze auf www.alpenvereinaktiv.com erscheinen und mit meiner Seite verlinkt.