Slowakei 2012 Teil 8 – Traumhafte Herbstwanderung in der Hohen Tatra

Unsere Wanderwoche in der Hohen Tatra neigt sich dem Ende entgegen. Am letzten noch verbleibenden Tag beschließe ich, zusammen mit Hans das herrliche Herbstwetter zu nutzen und eine Jahresabschlusswanderung zu unternehmen. Wir wollen es heute noch mal richtig krachen lassen und wählen als Start- und Zielpunkt Starý Smokovec. Hans fährt mit der Zahnradbahn auf den Hrebeniok, während ich die Variante zu Fuß wähle.

Der erste Teil der Tour führt auf derselben Route wie letzten Sonntag zur Zamkovského-Hütte. Der einzige Unterschied zum letzten Mal ist das Wetter und die damit verbundene Zunahme an Wanderern. Es geht beinahe zu, wie in Frankfurt auf der Zeil. Jeder möchte heute den letzten Schönwettertag nutzen.

Ab der Zamkovského chata laufen wir auf dem grün markierten Weg in Richtung Téryho chata und folgen dem Studená-Tal. Kurz unterhalb der Hütte wartet ein steiler Anstieg. Karawanen von Wanderern ziehen heute hier hinauf und in den anstrengenden Passagen trennt sich die Spreu vom Weizen. Die schwächeren Leute müssen immer wieder rasten. Die Berghütte verfügt über keinen Materiallift und wir können Träger sehen, die mindestens 50 Kilogramm an Lebensmitteln und Getränken auf die Hütte tragen. Unglaublich!

Nach einer kurzen Pause machen wir uns auf, um den Höhepunkt der Tour in Angriff zu nehmen. Die gelbe Markierung führt hinauf zum Priečne-Sattel, der Schlüsselstelle der Wanderung. Auch hier sind heute wahre Völkerwanderungen unterwegs und auf den letzten Meter unterhalb des Passes staut sich der Verkehr an den mit Drahtseilen versicherten Passagen. Hans und ich umgehen diese Stelle leicht links versetzt mittels leichter Kletterei im 1. Schwierigkeitsgrad und können so ohne Probleme die Passhöhe erreichen und ca. 80 Personen hinter uns lassen. Der Abstieg vom Pass ist nur auf den ersten 20 Metern versichert. Danach läuft man zunächst Serpentinen folgend und weiter an romantischen Bergseen vorbei in Richtung Zbojnícka-Hütte im großen Studená-Tal. Immer wieder genießen wir das fantastische Gebirgspanorama.

Nach einer ausgiebigen Rast auf der Zbojnícka chata steigen wir auf der blauen Markierung bergab. Wir Gämsen springen wir von Stein zu Stein und kommen unglaublich schnell vor. Unsere Trittsicherheit zahlt sich hier wirklich aus. Nach einer guten Stunde erreichen wir wieder die Tatra-Magistrale, die uns zurück zum Hrebeniok bringt. Da die Zahnradbahn bereits den Betrieb eingestellt hat, müssen wir beide zum Auto zurücklaufen. Eine sehr erfolgreiche Wanderwoche in der Hohen Tatra endet mit einem herrlichen Sonnenuntergang. Diesen schönen Tag werden wir so schnell nicht vergessen.

Für mich sind das die wahren Helden der Berge

Menschenmassen an der Schlüsselstelle

Kurz nach Überquerung des Passes

Traumtag in der Tatra

Die Zbojnícka chata (Hütte)

Im Gastraum der Hütte

Panorama zum Vergrößern bitte anklicken!

Panoramablick an der Téryho chata (Hütte)

Panoramablick im Abstieg vom Pass

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