Slowakei 2012 Teil 7 – Von der polnischen Grenze über den Tatrakamm zum Schlesierhaus

Nach dem gestrigen Tag fühle ich mich unendlich gut in Form. Meine Müdigkeit hält sich im Vergleich zu den anderen Teilnehmern doch in Grenzen und so entschließe ich mich heute, alleine in die Berge zu gehen. Mit der Tatrabahn kommt man zunächst nach Starý Smokovec und von dort mit dem Bus weiter an den slowakisch-polnischen Grenzübergang in Tatranská Javorina. Von hier wollte ich zum ersten Mal eine Überschreitung des Tatramassivs wagen. Für die herrliche Tour muss man je nach körperlicher Verfassung zwischen 7 und 8 Stunden einrechnen.

Zunächst folge ich der blauen Markierung auf breiten Forstwegen durch das Bielavodská-Tal. Es geht scheinbar unendlich weit in das Tal hinein und die Höhe der Gipfel nimmt ständig zu. Die Forststraße wird immer schmaler und geht mit der Zeit in einen schmalen Pfad über, der sich am Ende des breiten Tals durch steileres Gelände auf die nächste Höhenstufe zieht. Der Hauptkamm rückt langsam näher und die Nordseite der Gerlsdorfer Spitze (unserem gestrigen Ziel) liegt zum Greifen nahe. Ein herrlicher Bergsee verschönert den Ausblick durch das weite Tal bis tief nach Polen hinein. Bis zur Passhöhe ist es nicht mehr weit. Der Kammhöhe Poľsky hrebeň ist mit 2.200 Metern der höchste Punkt der Tour. In den schattigen Lagen unterhalb des Passes ist es heute so kalt, dass in einem kleinen Quellgebiet das nur schwach fließende Wasser gefroren ist. Höchste Vorsicht ist geboten, um nicht auszurutschen. Kurz unterhalb des Passes gilt es auf die grüne Markierung zu wechseln, da uns die blaue Markierung in ein Nachbartal führen würde.

Am frühen Nachmittag ist der Passübergang erreicht und der Aussichtsberg Východna Vysoká lädt noch zu einem kleinen Abstecher ein. Das Wetter ist einfach zu schön, um „Nein“ zu sagen. Der Umweg dauert etwa eine gute Stunde. Die traumhafte Aussicht bei dem schönen Herbstwetter entschädigt aber für die Mühen. Für den gelb markierten Aussichtsberg ist Trittsicherheit unbedingt erforderlich. Danach geht es nur noch bergab. Der grünen Markierung folgend laufe ich bis hinunter nach Tatranská Polianka, wo es wieder Anschluss an die Tatrabahn gibt. Eine Einkehr auf dem Schlesierhaus (Sliezsky dom) und ein damit verbundenes kühles Bier lasse ich mir nicht entgehen.

Blick ins Bielavodska dolina - ein sehr, sehr langes Tal

Traumhafte Ausblicke und nur selten trifft man auf andere Wanderer

Das stille Wasser ist heute schon gefroren

An solchen Tagen bin ich unendlich glücklich - auf dem Gipfel der Vychodná Vysoka (2.428 Meter)

Panorama zum Vergrößern bitte anklicken!

Blick auf den Poľsky hrebeň und die Vychodná Vysoka (2.428 Meter)

Panoramablick von der Vychodná Vysoka

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