Slowakei 2012 Teil 5 – Einsame Schluchten im Slowakischen Paradies

Da das Wetter auch heute nicht sehr beständig sein soll, fahren wir nochmals in das Slowakische Paradies. Hier gibt es einfach so viele Möglichkeiten, dass es immer wieder Spaß macht, eine andere Schlucht zu durchsteigen.

Für die heutige Tour wählen wir den Wanderparkplatz am Podlesok aus. Nach dem Zahlen einer geringen Nationalparkgebühr laufen wir zunächst über die blaue Markierung unterhalb des Waldes entlang und kommen an einem verfallen wirkenden Erholungszentrum vorbei. Oberhalb davon folgen wir dem „grünen“ Weg zur Bergwiese „Kláštorisko“. Eine Rast legen wir erst auf dem Rückweg ein. Von der Hütte wandern wir heute gleich weiter (auf blauer Markierung) über den Kamm und danach steil bergab ins Nachbartal. An der ersten Verzweigung im Tal haben wir die Qual der Wahl. Es gibt eine kleine aber imposante Runde auf „gelbem“ Weg zu einer Klamm und dem Obrovský-Wasserfall, die blaue Markierung führt weiter durch die Schlucht „Malý Kyseľ und ein grüner Weg beginnt hier und zieht sich durch die Schlucht „Veľký Kyseľ“.

Wir wollen heute alles auf eine Karte setzen und alle Schluchten durchqueren. Daher entscheiden wir uns aus taktischen Gründen zuerst für die große Kyseľ-Schlucht (grün). Dieser Teil des slowakischen Paradieses wird bei Weitem nicht so oft begangen, wie die Klassiker (Hornad Durchbruch, Schlucht Suchá bela etc.). Völlig alleine steigen wir durch das teilweise zugewachsene Bachbett bergauf und müssen etliche Bäume überstiegen oder darunter hindurch kriechen. Es macht einfach riesigen Spaß, die unberührte Natur in vollen Zügen genießen zu dürfen. Wie immer gibt es auch hier Leitern und Tritthilfen, um den Wegverlauf spannend zu gestalten und schwierige Abschnitte zu überbrücken. Mithilfe etliche Serpentinen verlassen wir die Schlucht und gelangen auf die Hochebene. Wie auch bei der letzten Tour folgen wir dem „gelben“ Pfad bis zum Glatzer Weg (blau) und biegen nach rechts zum Ausstieg der Sucha bela-Schlucht ab.

Jetzt möchten wir in die kleine „Kyseľ“-Schlucht absteigen. An dieser Stelle muss ich darauf hinweisen, dass dies normalerweise nicht erlaubt ist, um an den kritischen und gefährlichen Passagen Gegenverkehr zu vermeiden. Jetzt im Herbst sind wir aber fast alleine unterwegs und entschließen uns für diesen kleinen Verstoß der Nationalparkregeln.

Über diese Schlucht (blaue Markierung) abzusteigen, macht Sinn, da es nicht viele schwierige Passagen gibt. Aber genau diese Passagen lassen uns heute kräftig schwitzen. Durch die Feuchtigkeit der vergangenen Tage hat sich auf den Holzbohlen und Holzleitern eine schmierige Schicht gebildet, die das bergab Laufen nahezu unmöglich macht. Teilweise krabbeln wir wie kleine Kinder auf allen Vieren vorsichtig abwärts, bis wir nach einer guten Stunde wieder die Wegverzweigung erreichen. Auch diese Schlucht verzaubert mit herrlichen engen Felspassagen das Herz eines jeden Wanderers.

Zum Schluss steigen wir noch auf der gelben Markierung durch eine enge Klamm. Es ist ein kleiner Rundweg, der teilweise direkt an Felsen mit Hilfe von Metallgittern durch die Engstelle führt und so wiederum ein atemberaubendes Erlebnis bietet. Die Zeit drängt bereits für den Aufstieg zur Kláštorisko-Hütte. Wir rasten noch kurz, bevor es zurück zum Auto geht. Im letzten Tageslicht lösen sich die Wolken auf und geben einen unvergesslichen Blick auf die Hohe Tatra frei.

Märchenwald

Ein äußerst schwieriger Ort, um zu überleben

Spektakulärer Aufstiegsweg

Durch diese enge Klamm geht es hindurch

Eindrucksvoller kann die Wegführung nicht sein

Gespenstische Szenerie - die Wolken lösen sich auf und der Blick auf die Hohe Tatra wird frei

 

 

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