Frühling in Hînceşti

Beim Lesen dieser Überschrift werden sich einige Leute fragen, an welchen Stellen dieser Welt ich mich wieder herumgetrieben habe. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Für ein verlängertes Wochenende flog ich von Frankfurt am Main über München nach Chişinău, die Hauptstadt der Republik Moldau oder umgangssprachlich auch Moldawien genannt. Dort wollte ich der etwa 30 Kilometer südwestlich der Hauptstadt gelegenen Ortschaft Hînceşti einen Besuch abstatten, um eine befreundete Familie zu besuchen.

Bereits im Vorfeld der Reise gingen die Meinungen in meinem Umfeld stark auseinander. Es gab Personen, die sich niemals in ihrem Leben dort hinbegeben würden – sei es aus Angst vor dem Unbekannten, aufgrund der sich im Umlauf befindlichen Vorurteile oder sonstigen mir fremden Gründen. Andere dagegen waren von dem Kurztrip einfach nur begeistert und wären gerne mitgekommen.

Da ich in meinem Leben bereits auf sehr viele Menschen aus diesem kleinen Land gestoßen bin und natürlich schon mehrmals vor Ort war, kann ich jeden Zweifler beruhigen. Die Republik Moldau ist auf jeden Fall eine Reise wert, denn man wird hier auf die wohl sympathischsten und hilfsbereitesten Menschen in Europa treffen. So sieht zumindest mein Bild der Bevölkerung aus. Der Grund hierfür liegt klar auf der Hand. Viele Moldauer haben mir und meinen Freunden auf verschiedenen Reisen aus recht schwierigen Situationen heraus geholfen, ohne auch nur eine einzige kleine Gegenleistung dafür zu erwarten. Auf meinen Fahrten durch das Land durfte ich bisher nur schöne Zeiten mit den Einheimischen verbringen und habe dabei eine ganze Menge für mein eigenes Leben dazugelernt.

Vom Landschaftsbild ist die Republik Moldau zumindest in der Mitte recht hügelig und ein ideales Trainingsgelände für Ausfahrten mit dem Rennrad. Wohin das Auge auch schaut, wird Wein angebaut, der unglaublich schmackhaft ist. Daher lautet meine Devise: In Tschechien gibt es das beste Bier der Welt, in der Slowakei gibt es den besten Schnaps der Welt und in der Republik Moldau gibt es den besten Wein der Welt! Nicht jeder wird diese Meinung teilen, aber das ist ja letztlich auch kein Problem. Jeder hat eben einen anderen Geschmack.

Zusammen mit Tanias Familie verbrachte ich ein paar schöne Tage in der ruhigen und beschaulichen Kleinstadt Hînceşti. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es hier natürlich nicht. Trotzdem konnte ich bei angenehmen 20 Grad und Sonnenschein endlich wieder einmal den Frühling genießen. Tanias Tochter Mihaela spazierte mit mir durch die Innenstadt und zeigte mir alle sehenswerten Orte, die für ein Foto lohnend waren. Nur eine kleine Auswahl von Bildern sind auf der Internetseite zu sehen. Natürlich galt es auch die moldauischen Köstlichkeiten aus dem eigenen Garten zu probieren. Auch der leckere Rotwein aus Logăneşti durfte nicht fehlen, den ich mit Ana (Tanias Mutter) verkostete.

Meine rumänischen und russischen Sprachkenntnisse sind zwar noch sehr, sehr schlecht – dennoch klappt die Kommunikation von Besuch zu Besuch immer besser. Sogar das moldauische Wort für Tomate ist schon in meinen Sprachgebrauch übergegangen. Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Geduld die Moldauer aufbringen, um mit mir zumindest etwas sprechen zu können.

Herzlich Willkommen Hînceşti

Das Denkmal von Kotovsk - dem ehemaligen Namengeber der Stadt

Unterwegs in der Innenstadt

Das Rathaus von Hînceşti

Die Kirche ist schon seit Jahren im Bau

Blick auf ein ruhiges Wohnviertel im Westen der Stadt

Einer der schönsten Brunnen der Stadt

Die Liebe steckt im Detail

Mihaela pflückt Löwenzahn

Brunnen findet man hier an jeder Ecke

Eine ruhige Nebenstraße in Hînceşti

Herrliches Mosaik am Kulturhaus

Ein Glas Wein gehört in der Republik Moldau einfach dazu

Tania und Mihaela genießen das Eis

Panoramablick

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