Bergtour zum östlichsten Gipfel der Hohen Tatra – Jahňací štíť (2.230 Meter)

Dauer der Wanderung: etwa 8 Stunden

Einkehrmöglichkeit: Berghütte Chata pri Zelenom plese (in der Mitte der Tour)

Höhenunterschied: ca. 1350 Höhenmeter

Die Tour auf die Jahňací štíť (Lamm Spitze) gehört zu den längsten markierten Wanderungen der Hohen Tatra. Personen mit guter Kondition kommen bequem mit 8 Stunden aus und werden vielleicht sogar etwas darunter liegen – in den offiziellen Führern sind aber oft 10 Stunden angegeben (das möchte ich hier nicht vorenthalten!).

Ausgangs- und Zielort ist der Wanderparkplatz Biela voda, der sich etwa 2 Kilometer hinter Tatranské Matliare befindet. Ein breiter Fahrweg führt mit gelber Markierung hinauf in das Tal Kežmarskej Bielej vody. Nach einer Weile verlassen wir die Forststraße und laufen auf einem schmaleren Weg in ein Seitental hinein zur Berghütte am „Grünen See“. Der zügige Wanderer dürfte die Hütte innerhalb von zwei Stunden erreichen. Vom See aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die höchste Felswand in der Hohen Tatra, die zur Kežmarský štíť gehört. Auch der Felspfeiler der Jastrabia veža thront mächtig und erhaben über dem Grünen See.

Unser Weg zum Gipfel (weiter auf der gelben Markierung) führt einen steilen Hang mit knorrigen Kiefern hinauf. Hin und wieder kommen auch die Hände zum Einsatz, um steinige Passagen zu überwinden. Am Ende des Hangs empfängt uns das „Rote Tal“. Die Jastrabia veža (Habichtsturm) sieht von dieser Seite relativ harmlos aus. Eine Besteigung ist ohne bergsteigerische Erfahrung und Seilsicherung aber auf keinen Fall zu empfehlen. Das Tal steigt mäßig an und wir passieren zwei kleine Bergseen, die unter uns liegen. Der symmetrische Kegel der Jahňací štíť nähert sich langsam aber sicher. Etwas unterhalb der Bergwand wird der Weg nochmals ziemlich steil. Die letzten Meter zum Grat sind etwas exponiert und durch Ketten abgesichert. An Wochenenden und in der Hochsaison ist an dieser Stelle mit Wartezeit zu rechnen. Über den Grat wandern wir in steilem Gelände mit einigen losen Steinen relativ problemlos bis zum Gipfel.

Die Jahňací štíť ist der östlichste Gipfel der Hohen Tatra. Von hier genießt man ein herrliches Panorama in die polnische Tiefebene, in das slowakische Hügelland der Zips und der Region Šariš sowie den dominanten Felsformationen der Kežmarský štíť und der Lomnitzer Spitze (Lomnický štíť).

Der Abstiegsweg erfolgt auf der Aufstiegsroute. Ich möchte unbedingt darauf hinweisen, dass man beim Abstieg vom Gipfelgrat sorgfältig auf die Wegmarkierung achten muss, um die mit Ketten versicherte Abstiegsrinne ins Rote Tal nicht zu verpassen. Der Pfad führt nämlich gerade aus weiter und den Abzweig nach links übersieht man schnell. Für normale Wanderer gibt es an dieser Stelle keine andere Möglichkeit aus dem felsigen Gelände heraus abzusteigen. Mit etwas Glück kann man im Bereich des Roten Tals auch ein paar Gämsen und Murmeltiere sehen.

Aufstieg zur Hütte am "Grünen See"

Kurze Rast im "Roten Tal"

Leichte Kletterparty auf den Grat

Gipfelfoto

Gämse oder auf slowakisch "Kamzik"

Die Berghütte am "Grünen See"

 

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