Hohe Tatra – Auf den höchsten Berg Polens – Rysy (2.499 Meter)

Dauer der Wanderung: ca. 8 Stunden

Einkehrmöglichkeit:  Berghütte Chata pod Rysmy (etwa 45 Minuten unter dem Gipfel) und Berghütte Chata pri Popradskom plese

Höhenunterschied: ca. 1.300 Meter

Die Tour auf den Rysy ist relativ lange und daher nur für konditionell starke Wanderer zu empfehlen. Als Ausgangspunkt empfehle ich die Haltestelle der Tatra-Bahn mit dem Namen „Popradské pleso“. Am Rand der Zufahrtsstraße ist auch das Parken von Autos gegen Gebühr möglich.

Von der Haltestelle folgt man einer Asphaltstraße (blaue Wegmarkierung) bergauf und erreicht nach etwas mehr als einer Stunde einen Abzweig. Geradeaus geht es zum Popradské pleso. Auf der linken Seite zweigen wir auf einen Bergpfad ab, der weiter ins Tal hineinführt. Wer noch Platz in seinem Gepäck hat, kann den Hüttenwirt der Chata pod Rysmy unterstützen und ein paar Sachen mit nach oben tragen. Die Hütte besitzt keine Transportseilbahn und alle Produkte, die es dort zu kaufen gibt, müssen im Normalfall Träger mehr als zwei Stunden auf dem Rücken nach oben tragen. Manchmal sind es um die 70 Kilogramm, die diese starken Männer zur Hütte schaffen.

Durch den Wald laufen wir weiter in das Tal hinein und zweigen nach einer Weile nach rechts (rote Markierung) ab. In vielen Serpentinen zieht sich der Weg hinauf, bis eine Talterasse mit drei herrlichen kleinen Bergseen erreicht wird. Über eine Felsstufe gewinnt man schnell an Höhe und erreicht eine exponierte Stelle, die mit Ketten versehen wurde, um Sicherheit für Auf- und Abstieg zu gewährleisten. Etwas unterhalb des Weges befindet sich auch die Quelle, die die Hütte mit Trinkwasser versorgt. Selbstverständlich muss das Wasser auch auf dem Rücken von Trägern in großen Kanistern beigeschafft werden. Ein ungeheurer Kraftakt! Immer weiter führt der Weg über große Steine nach oben, bis wir die Berghütte Chata pod Rysmy erreichen.

Von der Hütte verläuft der Weg über unzählige Steine weiter zu einem Pass, wo ein Richtungswechsel nach Norden ansteht. In einigen Serpentinen erklimmen wir einen kleinen Bergrücken und gehen danach zielstrebig auf den Gipfel zu. Ab hier gilt es nochmals, Vorsicht walten zu lassen. Es gibt einige steile und felsige Passagen und ab und an kann es auch von Vorteil sein, wenn wir die Hände zu Hilfe nehmen. Der Gipfel teilt sich in zwei Spitzen auf. Die südliche Spitze zählt zur Slowakei und die nördliche Spitze ist mit 2.499 Meter über dem Meer Polens höchster Berg und gleichzeitig auch der höchste Gipfel, der in der Slowakei auf normalen Wanderwegen zu erreichen ist. Ganz Polen liegt uns zu Füßen und im Tal blitzen die romantischen Bergseen, die dort „Meeraugen“ genannt werden. Alternativ gibt es hier auch die Möglichkeit auf den polnischen Teil der Tatra hinunterzugehen. Vom Rysy steigen wir aber auf der Aufstiegsroute wieder ab und können noch eine Verschnaufpause in der Rysy-Hütte und am Popradské pleso (See mit gleichnamiger Hütte) einlegen. Die Asphaltstraße bringt uns wieder zurück zur Haltestelle der Tatra-Bahn oder dem eigenen Fahrzeug.

Eine exponierte Stelle im Aufstieg zum Rysy

Eine Eingangspforte in ein Königreich?

Die Rysy-Hütte kommt in Sichtweite

Lenin war hier - und das sind seine Fußstapfen

Der übervölkerte Rysy

Die höchsten Gipfel der Hohen Tatra

Abstieg ins Tal

Am Popradske pleso

 

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