29.07.- 31.07.2011 – Biwak-Wanderung auf dem Saar-Hunsrück-Steig

Es ist immer wieder schön, wenn man die Natur in vollen Zügen genießen kann. Als besonderes Erlebnis hierfür eignet sich eine Biwak-Wanderung mit einer oder mehrerer Übernachtungen im Wald. Die Suche nach einem Übernachtungsplatz kann zu einer echten Herausforderung werden, und wenn der Platz endlich gefunden ist, macht das Zubereiten des Abendessens und der Ausklang des Tages bei immer wieder ungewöhnlichen Geräuschen von Tieren und Geäst einen besonderen Spaß.

In diesem Jahr führte uns (eine kleine Gruppe aus der Jugend des Rüsselsheimer Alpenvereins) die Biwaktour nach Rheinland-Pfalz. Von Freitagabend bis Sonntagmittag wollten wir auf dem Saar-Hunsrück-Steig von Hermeskeil nach Trier auf einer Strecke von insgesamt 50 Kilometern wandern.

Recht spät starteten wir in Hermeskeil. Die Nacht war bereits zum Greifen nah und so schafften wir am ersten Tag nur etwa eine Stunde des Weges in Richtung Trier. Dafür bereitete die Suche nach einem geeigneten Nachtlager keine Probleme. Beim Einbruch der Dunkelheit fanden wir eine schöne Stelle am Waldrand, die auch zum Abspannen von Hängematten jede Menge Möglichkeiten bot. Nach dem gemeinsamen Abendessen und dem Beobachten von Sternen und Satelliten legten wir uns gegen 23.00 Uhr schlafen.

Am zweiten Tagen mussten wir auf jeden Fall ein paar Kilometer mehr laufen, um unserem Endziel auch ein wenig näher zu kommen. Deswegen standen wir recht früh auf, frühstückten und machten uns auf den Weg. Es folgte ein ständiges Auf und Ab auf sehr abwechslungsreichen Wegen. Mal ging es durch Wälder oder über Wiesen und Felder. Ab und zu konnten wir auch die Fernsicht über den Hunsrück genießen – leider nur bei bewölktem Himmel. Am Stausee von Kell rasteten wir und füllten einige Reserven auf, bevor es wieder in den Wald ging. An einer herrlichen Lichtung ruhten wir uns auf moosweichem Untergrund nochmals aus und konnten auch die einzigen 5 Minuten bei Sonnenschein genießen. Über den Weyrichsbruch (ein Hochmoor) führte uns der Weg weiter zur Riveristalsperre. Hier war die nächste Übernachtung geplant. Das Gelände war jedoch sehr steil und eignete sich überhaupt nicht zum Biwakieren, sodass wir noch ein paar Kilometer weiter mussten. Irgendwann war es aber geschafft. Auf eine Hochebene und abseits der Wanderwege fanden wir eine geeignete Übernachtungsstelle.

Der Sonntag begann mit leichtem Nieselregen. Da Christian gestern Abend umgeknickt war und sich eine Bänderdehnung zugezogen hatte, stieg er mit Saskia am nächsten Ort aus. Cris und ich wanderten von jetzt ab alleine weiter. Der Weg hatte weiterhin Überraschungen zu bieten. Teilweise mussten wir uns zwischen mannshohen Pflanzen durch das Dickicht kämpfen. Gegen Mittag und nach einem kräftigen Aufstieg war die Sicht auf Trier endlich frei. Luftlinie etwa 4 Kilometer bis Trier, doch es wartete noch ein welliger Streckenabschnitt, der nochmals die letzten Kraftreserven forderte. Etwa 2 ½ Stunden später war das Amphitheater und somit auch die Innenstadt von Trier erreicht. Eine schöne Biwak-Wanderung neigte sich dem Ende entgegen. Christian und Saskia hatten bereits das Auto aus Hermeskeil nach Trier überführt und holten uns jetzt am Bahnhof ab.

Der Parkplatz in Hermeskeil - der Ausgangspunkt unserer Wanderung

Beim Zubereiten unseres ersten Abendessens

 

Cris und ich essen aus einem Topf

Rast an einem netten Aussichtspunkt

 

Ausruhen auf weichem Waldboden ist ein Hochgenuß

Der Eingang zum Weyrichsbruch (Hochmoor) ist erreicht

 

Unsere Hängematten für die zweite Übernachtung sind abgespannt

Cris und ich auf dem natürlichsten Abschnitt der Wanderung

 

Ein traumhafter Weg führt durch das Dickicht

Kurz vor Trier steht diese gewaltige Eiche

 

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