02.04.2011 – Früher Martin fotografiert den Osorno

Es wurde wieder spät in der Nacht, und obwohl ich erst um kurz nach 01.00 Uhr ins Zelt kam, klingelte bereits um kurz vor 7.00 Uhr wieder der Wecker. Im ersten Morgenlicht hieß es in Richtung der Wasserfälle von Petrohue radeln. Noch bevor ich ankam, präsentierte sich der Osorno beim Sonnenaufgang in perfekter Pose. An den Wasserfällen selbst wurde ich durch Nebel ausgebremst. Egal, ein paar schöne Fotos waren ja geschossen. Danach ging es zurück zum Campingplatz von Fredy und seiner Familie. Trotz Sonnenschein wollte das Zelt wieder nicht abtrocknen und so musste es wie immer nass in den Rucksack (da ich meistens in Doppelzimmern übernachtete, trocknete das Zelt in der Regel auf dem zweiten Bett – so auch heute). Der Vulkan war übrigens schon wieder von Wolken völlig eingehüllt.

Über eine recht wellige Straße führte die Strecke heute an das nördliche Ufer des Lago Llanquihue nach Puerto Octay. Es war die vorletzte Etappe mit dem Fahrrad. Von der Landschaft wurde man auf den letzten 30 Kilometern bereits wieder an die Heimat erinnert. Der Wind weht wie zu Hause, die Umgebung erinnerte an Deutschland und überall standen Holstein-Kühe auf der Weide. Obwohl ich mich noch in Chile befand, lagen an der Straße Unterkünfte mit dem Namen Rincon Aleman (Deutscher Winkel) und Hotel „Am See“. Die Gegend rund um Puerto Varas und dem Llanquihue-See wurde von Deutschen zuerst besiedelt und auch an meiner Unterkunft war dies deutlich zu merken: Hotel Haase (Wolfgang, ich denke an Dich und mache ein paar Fotos!).

Morgen folgt die Abschlussetappe von Puerto Octay nach Osorno. Das sind etwa 50 Kilometer. In Osorno endet die Fahrradtour und zu gegebener Zeit werde ich an genau diesem Ort wieder einsteigen, um weiter in Richtung Norden zu fahren. In Osorno und Santiago werde ich noch Freunde treffen.

Die Sicht auf den Vulkan am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

Der Vulkan mit Heiligenschein

 

Der Calbuco ist auch ein Vulkan - bei einem Ausbruch in den 60er-Jahren verlor er seine Spitze

Das Traumhaus am See - vorne blickt man auf den Osorno und hinten auf den Calbuco

 

Ein Basaltwasserfall am Wegesrand

Das Zielort ist erreicht - Puerto Octay am Lago Llanquihue

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