30.03.2011 – Ein Tag im Paradies

Wer Peulla nicht kennt, hat die Welt verpennt! So könnte man das bezeichnen, was es in der kleinen 120 Einwohner zählenden Gemeinde zu sehen gab. Es war schwer für mich zu beurteilen. Doch der chilenische Wald hat es tatsächlich in sich. Immer wieder bot er mir fabelhafte Einblicke in die Natur und es gab eigentlich nur eine Sache, die ich mir wünschte: Bitte holzt hier nichts ab und behaltet alles so, wie es ist! Die Chancen stehen aber gut, denn das Gelände gehört zum Nationalpark und Mario passt hier auf, dass alles mit rechten Dingen zugeht.

Da die Abfahrt meines Schiffes noch in weiter Ferne lag, nutze ich die einmalige Gelegenheit zum Besuch einer kleinen Dorfschule. Die Kinder der Region können hier bis zur 6. Klasse lernen. Danach müssen sie weiterführende Schulen in der Region um Puerto Montt und Puerto Varas besuchen. Ich wurde herzlich aufgenommen und hatte außerordentliches Glück. Ausgerechnet heute waren die Damen der chilenischen Handarbeitsgruppe zu Gast, die von traditionellen und bereits in die Vergessenheit geratenen Arbeiten berichteten. Heute wurde Korbflechten gelehrt und nicht nur die Schulkinder waren in das Handwerk eingebunden. Auch ich durfte ein kleines Körbchen flechten und konnte sehen, welche Arbeit dahinter steckte und wie kompliziert die verschiedenen Vorgänge waren. Das Wichtigste dürfte wohl sein, dass man diese traditionellen Arbeiten an seine Nachkommen weitergibt – sonst geraten solch herrliche Handarbeiten wohl für immer in Vergessenheit.

Nach diesen lehrreichen Stunden musste ich bereits wieder Abschied nehmen und mit dem Schiff in Richtung Petrohue aufbrechen. Traumhafte Landschaften ließen mich auch hier immer wieder daran erinnern, dass ich wohl im Paradies war. Die Wasserfälle, die Farben des Sees, die traumhaften Landschaften und Wolkenstimmungen – hier musste es wohl sein – das Paradies oder so zumindest stelle ich es mir vor. Trotz des widrigen Wetters fühlte ich mich unglaublich glücklich und war mir einer Sache sicher: Egal was auch immer sein wird – an diesen fantastischen Ort werde ich irgendwann (… und wenn es vielleicht auch ein paar Jahre dauert) auf jeden Fall zurückkehren.

Mein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle ganz besonders an Mario (Parkwächter des Nationalparks), an die Dorfschule von Peulla und an die Damen der Fundacion Artesanias de Chile! Ohne Euch wäre es sicherlich nicht so schöner Tag geworden.

Wieder einmal einer der unzähligen Wasserfälle

Das Korbflechten wird erklärt

 

Beim Einzelunterricht mit der Fachfrau

Die Kinder präsentieren ihre Werke

 

Auf dem See präsentierten sich immer wieder fantastische Stimmungen

Das erste Mal ein richtiger Fahrradweg

 

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