13.03.2011 – Die Marmorkathedralen von Puerto Rio Tranquilo

Über Nacht war zwar viel Tau gefallen, die Wolken sahen am Morgen aber bereits so aus, als wollten sie so schnell wie möglich wieder Regen über mir ausgießen. Da man sich in Patagonien danach aber nicht immer richten kann, verzogen sich die hässlichen Wolkengebilde und die Sonne zeigte sich. Damit hätte ich nicht gerechnet.

Über sehr welliges Streckenprofil ging es die nächsten 25 Kilometer in Richtung Puerto Rio Tranquilo. Bereits weit vor der Ortseinfahrt zeigte ein Schild, dass es steil bergab zu der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit am See ging – den Marmor-Kathedralen. Die Abfahrt war so steil, dass die Bremsen ganze Arbeit leisten mussten und ich mich zudem noch mit einem Bein abstützte. Unten angekommen galt es auf den Führer zu warten. Er war gerade mit einer anderen Gruppe an den Marmorgebilden. Mit einem Motorboot fuhren wir danach am Ufer entlang zu zwei Steinformationen. Sie bestehen aus Marmor und wurden über Jahrtausende vom Wasser des Sees ausgespült, sodass herrliche Formationen entstanden. Da wir mit einem kleinen Boot unterwegs waren, konnten wir sogar durch ein paar dieser Höhlen direkt hindurch fahren.

Nach einer Stärkung in Puerto Rio Tranquilo machte ich mich auf den Weiterweg in das nächste Dorf. Ich traf auf ein Radfahrerpaar aus Kanada, das von Alaska nach Feuerland unterwegs war. Sie erzählten mir von allen anderen Radfahrern. Jan fuhr jetzt mit Gregory aus Frankreich und war einen Tag voraus (sie waren auch während des Dauerregens weitergefahren). Das kolumbianische Mädchen, das von Ushuaia aus alleine unterwegs war, sollte zwei Tage vorausfahren (alle Radler, die entgegenkamen erzählten von hier – vielleicht kann ich sie ja auch noch kennenlernen;-) – zumindest fährt sie wie ich zunächst bis Puerto Montt). Im weiteren Verlauf begegnete ich noch zwei jungen Französinnen mit richtig schlechtem Material. Sie waren nur mit Rücksäcken unterwegs und eine band diesen an einem eher schwach aussehenden Gepäckträger fest. Die andere hatte ihren Expander verloren und trug alles Gepäck auf dem Rücken. Die beiden taten mir richtig Leid. Es war nicht mehr weit bis Bahia Murta, wo ich für schmales Geld in einer richtig schäbigen Hütte unterkam. Lustigstes Erlebnis des Tages: Im Restaurant wurde mir ohne zu fragen einfach etwas zubereitet. Glücklicherweise traf es meinen Geschmack.

Mittlerweile hatte wieder Regen eingesetzt. Morgen will ich eigentlich 100 Kilometer bis Villa Cerro Castillo fahren. Das wird wohl schwer zu schaffen, wenn sich das Wetter nicht ändert.

Herrliche Aussichten (auf den See und das Wetter spielt mal mit)

Unter diesen Felsen verstecken sich die Marmorkathedralen

 

Die ausgespülten Marmorformationen

- ohne Worte -

 

Bei Puerto Rio Tranquilo

Torrey und Lucie aus Kanada fahren von Alaska nach Ushuaia

 

Ein Gedanke zu „13.03.2011 – Die Marmorkathedralen von Puerto Rio Tranquilo

  1. Elianne

    Martin que lugar mas bello..llevame…!!!!! que lindo me quede fascinada con eso.

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