24.02.2011 – Besuch beim Gletscher

Um 08.30 Uhr setzte sich der Bus in Bewegung, der mich in den Nationalpark „Los Glaciares“ brachte. Bereits vor dem Gletscher gab es immer wieder lohnende Fotoeinstellungen. Da merkte man erst einmal, wie unabhängig eine Reise mit dem Fahrrad ist. Der Bus fuhr und fuhr und fuhr und vernünftige Fotos waren Fehlanzeige. Irgendwann reichte es mir. Als der Bus an einem Schiffsanleger anhielt, stieg ich aus und kämpfte mich auf eigene Faust zum Gletscher. Es waren wohl etwa 10 Kilometer Fußweg. Günstige und lohnende Fotoeinstellungen entschädigten aber für den längeren Marsch.

Der Perito-Moreno-Gletscher ist gigantisch groß. Wenn mal alle Gletscher der Alpen zusammennimmt, wäre die Eisfläche immer noch viermal größer. Am Ende mündet eine 60 Meter hohe Eiswand in den Lago Argentino. Diese Eiswand ist vier Kilometer lang und geduldige Personen können das Naturschauspiel erleben, wie immer wieder größere Eisbrocken abbrechen und in den See stürzen.

Ich positionierte mich an einer scheinbar günstigen Stelle und wurde nach etwa einer Stunde belohnt. Binnen 30 Sekunden brach in zwei Teilen eine Eisfläche von etwa 250 Meter Länge in sich zusammen. Die Kamera kam mit dem Abspeichern der Fotos nicht mehr nach. Immer wieder ergaben sich neue Szenarien, die ich auf Digitalbilder festhalten wollte. Einige gute Schüsse von der herabstürzenden Wand sind mir aber trotzdem gelungen. Diese Bilder gibt es aber erst bei meinem Patagonienvortrag für die Öffentlichkeit zu sehen. Man soll es kaum glauben: Michael war gestern mit dem Flugzeug auf dem Weg nach Santiago de Chile und ich sah seinen Flieger am Horizont über das südliche Eisfeld fliegen. Wie er mir per E-Mail mitteilte, war es der schönste Flug seines Lebens und er konnte viele spektakuläre Fotos schießen (er von oben, ich von unten). Gegen 17.00 Uhr ging es wieder zurück nach El Calafate.

Am Gletscher traf ich auch auf Christian und Reinhold aus Deutschland, die mit dem Motorrad unterwegs sind und wir schon auf der Fähre von Porvenir nach Punta Arenas kennengelernt hatten. Sie luden mich spontan für den Abend zum Grillen ein. Es gab fantastische Lammkeule mit selbst gemachten Bratkartoffeln und Salat. Das war ein wirklich schöner Ausklang für so einen spektakulären Tag. Wir unterhielten uns bis spät in die Nacht und verabredeten uns für El Chalten (da will ich in zwei Tagen sein).

Seltsame Wolkenformationen über Patagonien

Die Calafate-Beere wächst überall in den Bergregionen Patagoniens

 

Die Südflanke des Gletschers

Wilder Gletscher

 

Auf den Aussichtsbalkonen

Selbstportät - Wie man sieht, geht es mir gut.

 

Ein Gedanke zu „24.02.2011 – Besuch beim Gletscher

  1. Michael

    Ciao Martin,

    so einen Wandabbruch am Porito Moreno habe ich auch erleben dürfen. Nur war meiner leider, oder zum Glück, deutlich kleiner.

    Ich war zu dem Zeitpunkt auf einem der Schiffe unterwegs und der Abbruch kündigte sich mit einem kurzen und knackigen Grollen an. Auch sofort die Digicam hochgerissen und Bilder geschossen. Obwohl es ein relativ kleiner Abbruch war, hat dieser einen Minitsunami ausgelöst, der das Schiff ordentlich ins Schwanken gebracht hatte und sich einige Leute festhalten mussten um nicht hinzufallen.

    Der “Tsunami” schlug dann auch am Ufer ordendlich hohe Wellen.

    Bin jetzt nach so knapp 50 Std. Reisezeit wieder in Deutschland….. übrigens ist das Wetter hier echt traumhaft. Alles grau in grau und absolut WINDSTILL. ;-)

    Gruß aus FFM von Michael

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