22.02.2011 – Wind, Regen und ein platter Reifen – … alles was ein Fernradfahrer so braucht!

Die Nacht war windstill und regnerisch. Zu allem Unglück hatte auch der Hinterreifen weiter an Luft verloren und so war ich bereits morgens mit Pumpen beschäftigt. Über die Schotterpiste ging es die verbleibenden 24 Kilometer zur nächsten Straßenkreuzung. Außer einem verwaisten Haus gab es hier wieder nichts. Erneutes Aufpumpen wurde dafür notwendig und der Takt verkürzte sich zusehends. Zudem setzte zeitweiliger Regen ein. Es kam heute aber auch alles zusammen. Was sollte ich tun? Ich entschied mich für einen Wechsel des defekten Schlauchs und musste das Hinterrad komplett ausbauen. Zum ersten Mal bei dem neuen Fahrrad und es gelang absolut ohne Probleme. Beim Losfahren bemerkte ich aber, dass die Schaltung nicht funktionierte. Oh je, aber auch das war kein Problem, denn lediglich ein Bajonett-Verschluss der Schaltseile hatte sich aus der Verankerung gelöst und binnen 10 Sekunden war auch dieses Problemchen gelöst. Sollte ich vom Verwaltungsbeamten doch noch zum professionellen Fahrradtechniker mutieren. Wer weiß, ein erster Anfang war zumindest gemacht. Der Schlauchwechsel war genau die richtige Entscheidung, denn so konnte ich das kraftraubende Streckenprofil ohne weitere Zwischenfälle bewältigen. Es wurde ziemlich kühl und der Regen stärker. Ein Blick auf den Höhenmesser brachte das Ergebnis. Über viele kleine Buckel war ich mittlerweile auf eine Höhe von über 800 Metern angekommen. Der weitere Reiseverlauf durch die wohl langweiligste und sehr monotone Steppenlandschaft von Südamerika verlief ohne weitere Vorkommnisse und gegen 18.00 Uhr war El Calafate erreicht. Ein hartes Stück Arbeit mit vielen kleinen Hindernissen lag hinter mir, die glücklicherweise alle zum Guten gelöst werden konnten.

Am Abend hatte es sich eingeregnet. So ging ich in das nächstgelegene Restaurant an der Ecke. Als Spezialität wurde frisches Schafsfleisch vom Grill angeboten. Mit der leckeren Sauce „Chimichurri“ war es wieder ein Hochgenuss für die Sinne. Zweifelsfrei scheint es in Argentinien das beste Schaffleisch der Welt zu geben (in Chile hatte ich es bisher noch nicht probiert!).

Auch der Regen gehört dazu

Monotone Landschaften bis zum Horizont...und ein bißchen weiter

 

3 Gedanken zu „22.02.2011 – Wind, Regen und ein platter Reifen – … alles was ein Fernradfahrer so braucht!

  1. volker

    dann hast du also die armen tierchen verspeist wo unser running gäg
    des grasens herkommt.
    weiterhin alles gute.

  2. Michael

    Hi Martin,

    das mit dem Schiff wird leider nichts…. Ueberbucht…. :-(

    und noch ne Woche in Puerto Natales zu warten hatte ich auch keine Lust.

    War gestern am Porito Moreno und muss sagen, einfach Fantastisch!!!

    Da ich die Strecke gestern mit dem Bus gefahren bin, kann ich Dir nur zustimmen. Es ist vermutlich die langweiligste und eintoenigste Landschaft die man sich vorstellen kann. Grauenhaft!!! Bin “fast froh”, die nicht mit dem Fahrrad gemacht zu haben.
    Gestern gegen kurz vor 18 Uhr bin ich aus El Calafate abgefahren und habe Dich leider nicht gesehen. Auch auf dem Hinweg nicht. Aber das gruene Bundeswehrfahrzeug der Deutschen die wir in Tolhumin getroffen hatten ist von El Calafate Richtung Sueden unterwegs gewesen.

    Wuensche Dir noch ne gute Reise, wenig Regen und noch weniger Gegenwind…. :-)

    Fliege morgen von Punta Arenas ueber Santiago nach Hause.

    Viele Gruesse von Michael

  3. martin Artikelautor

    Da haben wir uns ja knapp verpasst. Das Bundeswehr-Fahrzeug der Paderborner habe ich kurz vor El Calafate auch gesehen. Ich bin gegen 18.00 Uhr in die Stadt eingerollt. Auf der Hinfahrt ist mir auch ein Bus aus Natales aufgefallen (Firma, die mit Z… beginnt). Den Perito-Moreno habe ich mir für morgen aufgehoben. Da sollte die Sonnen den ganzen Tag bei 26 Grad scheinen. Die Winde scheinen momentan auf meiner Seite zu sein ;-). Noch 220 Kilometer bis El Chalten und dann ist wieder Trecking angesagt. Ich wünsche Dir einen guten Rückflug und das die Geschichte mit dem Knöchel besser wird. MARTIN

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