21.02.2011 – Rekordjagd nach Kilometern

Michael hat die Reise leider abgebrochen. Er wird von Puerto Natales aus versuchen, den Gletscher „Perito Moreno“ in Argentinien zu besuchen und danach (sofern möglich) mit dem Schiff nach Puerto Montt zu gelangen. Von Puerto Montt möchte er über Santiago de Chile vorzeitig zurück nach Deutschland fliegen.

Meine Reise musste aber weitergehen und so bestieg ich bereits um kurz vor halb neun das Fahrrad, um mich auf den Weg in das etwa 275 Kilometer entfernte El Calafate in Argentinien zu machen. Die Chefin unserer Unterkunft sagte mir, dass es außer einer Tankstelle nichts gäbe und sie hatte natürlich recht. Der Tag begann wunderbar sonnig und es wurde mir nicht klar, warum es heute so prima rollte. Wollten mich irgendwelche magischen Kräfte aus Chile fortloben oder drückten einfach nur genug nette Menschen die Daumen für guten Wind? Ich konnte es nicht sagen. Fakt war aber, dass ich bis zur chilenisch / argentinischen Grenze bei leichtem Rückenwind und sommerlichen Temperaturen eine exzellente Durchschnittsgeschwindigkeit von 19.5 Kilometer pro Stunde halten konnte. Dazu kam eine herrliche Landschaft und später immer wieder Blicke auf das „Torres del Paine“-Massiv. Auch die Grenzabfertigung in beiden Ländern klappte heute vorzüglich. Argentinien erwartete mich gleich mit ordentlichen Anstiegen auf Schotterpisten. Am höchsten Punkt stieß ich auf die berühmte Ruta 40 und mit weiterhin hoher Geschwindigkeit ging es in Richtung Tankstelle im vierzig Kilometer entfernten Tapi Aike. Direkt bei Erreichen der Tankstelle bemerkte ich, dass der Hinterreifen Luft verlor. Das Problem war binnen 20 Minuten gelöst. Von hier warteten jetzt etwa 60 Kilometer Piste in bisher schlechtestem Zustand. Viele Steine, unzählige Rippen und die langweiligste Landschaft der gesamten Tour begleiteten mich fortan. Der Platten war zwar geflickt, dennoch verlor der Reifen weiterhin Luft. Nach knapp 10 Stunden Fahrt und guten 160 Kilometern schwanden meine Kräfte zusehends und ich hielt nach einem geeigneten Schlafplatz Ausschau. Im letzten Licht des Tages baute ich das Zelt auf, schrieb mein Tagebuch und legte mich schlafen. Über die Hälfte der notwendigen Kilometer nach El Calafate war bereits geschafft. Zum Glück!!!

Die Idylle trügt - vermintes Land!

Das Rad mit dem "Torres del Paine"-Massiv im Hintergrund

 

Grauenhaft Piste - langweilige Landschaft

Das erste Nachtlager in Argentinien

 

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