Archiv für den Monat: Mai 2012

Schönheiten aus vergangener Zeit

Es hieß bereits wieder Abschied nehmen. Mit dem Linienbus ging es zurück nach Chişinău. Tania und Mihaela begleiteten mich bis zum Minibus 116, der direkt zum Flughafen fährt.

Unweit des Terminals gab es noch eine Tupolev-TU 134 zu sehen, die hier vor einigen Jahren als Denkmal der Luftfahrt platziert wurde. Dieser Flugzeugtyp war über viele Jahre das Arbeitspferd der nationalen Fluglinie Air Moldova und in den 90ern auch fast täglich in Frankfurt am Main zu Gast.

Auf dem Parkplatz traf ich auch noch auf einen echten Oldtimer aus der ehemaligen Sowjetunion. Es handelte sich um das allererste Modell eines Wolgas mit der Typenbezeichnung M21, der heute nur noch sehr sehr selten in so einem tadellosen Zustand anzutreffen ist.

Über Wien flog ich zurück nach Frankfurt am Main.

Eine Tupolev TU-134 - gerne denke ich an die Zeiten zurück, wo dieses Flugzeug täglich nach Frankfurt a. M. kam

 

Eine fantastische Limousine, die auch in Osteuropa immer seltener wird

Ein Ausflug nach Logăneşti

Das Leben in der Stadt unterscheidet sich auch in der Republik Moldau erheblich vom Leben auf dem Land. Dort geht dann doch noch alles etwas ruhiger zu und man wird in eine scheinbar vergangene Zeit zurückversetzt.

Da das Monatseinkommen in der Republik Moldau relativ niedrig ist, ziehen viele Familien Tiere groß. Es ist daher nicht unüblich, dass in den Dörfern Gänse, Hühner oder sonstige Kleintiere durch die Höfe oder auch über die Straße laufen. Es ist selbstverständlich, dass auch eine große Auswahl an Gemüse (Tomaten, Gurken, Paprika, Zwiebeln, Knoblauch etc.) einen Platz im Garten finden.

Der verwöhnte Westeuropäer wird auf dem Land seine Probleme bekommen. Der Gang auf die Toilette führt auf den meisten Grundstücken noch über den Hof. Dass das früher in Deutschland auch so war, dürfte nur noch der älteren Generation in Erinnerung verblieben sein.

Ich hatte das große Glück, das mich Tania mit zu ihrem Haus in Logăneşti nahm und so aus erster Hand einen Einblick in das moldauische Landleben genießen konnte. Auf dem Dorf wohnt Tanias Vater, der sich hier um die Versorgung der Tiere und der Bewirtschaftung des Gartens kümmert. Die Familie hat sogar noch einen richtigen Ofen, wo man auch heute noch Brot backen kann. Im Keller befinden sich zwei riesige Holzfässer, die mit eigenem Wein gefüllt sind. Sehr lecker ;-).

Gemeinsam grillten wir Schaschlik-Spieße mit Fleisch aus eigener Produktion und tranken den selbst gemachten Rotwein. Es schmeckte einfach fantastisch. Später spazierten wir durch Logăneşti. Es ist ein flächenmäßig recht großes Dorf mit relativ wenigen Einwohnern. Wegen der schwierigen Lebensverhältnisse haben sich die meisten jungen Leute auf nach Westeuropa gemacht und versuchen ihren Lebensunterhalt in Italien, Spanien oder anderen Ländern zu verdienen. Lediglich Kinder und die Alten sind geblieben.

Bei einem Blick ins moldauische Fernsehprogramm wird klar, dass auch hier dieselben Sendungen wie bei uns zu sehen sind. Es lief gerade „Wer wird Millionär“ – im Gegensatz zu Deutschland sind nur die Preisgelder wesentlich geringer. Mir gelang es sogar, zwei in rumänischer Sprache gestellte Fragen korrekt zu beantworten.

Jeder schöne Tag geht auch einmal zu Ende. Ein Taxi brachte uns zurück nach Hînceşti. Die Strecke von 10 Kilometern kostete etwa 3,90 € – was für uns sehr preiswert erscheint, kann sich ein moldauischer Normalverdiener trotzdem kaum leisten.

Im Keller von Tanias Eltern gibt es große Weinfässer...

...und draußen auch noch einen echten Holzbackofen

Noroc oder zum Wohl!

Der selbstgemachte Wein schmeckt fantastisch

Ein perfektes Essen

Lecker, lecker, lecker!

Ruhige Dorfszenerie in Logăneşti

Hier geht es ruhig und beschaulich zu

Ein Pferd vor dem Haus

Gänse im eigenen Garten

Belebte Straßenszene

Bei Gespräch und Wein in Nataschas Garten

Auf dem Rückweg

Dieses Mal durfte ich den Wein selbst abfüllen

Tanias Vater verabschiedet mich mit einem guten Glas Wein

 

Frühling in Hînceşti

Beim Lesen dieser Überschrift werden sich einige Leute fragen, an welchen Stellen dieser Welt ich mich wieder herumgetrieben habe. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Für ein verlängertes Wochenende flog ich von Frankfurt am Main über München nach Chişinău, die Hauptstadt der Republik Moldau oder umgangssprachlich auch Moldawien genannt. Dort wollte ich der etwa 30 Kilometer südwestlich der Hauptstadt gelegenen Ortschaft Hînceşti einen Besuch abstatten, um eine befreundete Familie zu besuchen.

Bereits im Vorfeld der Reise gingen die Meinungen in meinem Umfeld stark auseinander. Es gab Personen, die sich niemals in ihrem Leben dort hinbegeben würden – sei es aus Angst vor dem Unbekannten, aufgrund der sich im Umlauf befindlichen Vorurteile oder sonstigen mir fremden Gründen. Andere dagegen waren von dem Kurztrip einfach nur begeistert und wären gerne mitgekommen.

Da ich in meinem Leben bereits auf sehr viele Menschen aus diesem kleinen Land gestoßen bin und natürlich schon mehrmals vor Ort war, kann ich jeden Zweifler beruhigen. Die Republik Moldau ist auf jeden Fall eine Reise wert, denn man wird hier auf die wohl sympathischsten und hilfsbereitesten Menschen in Europa treffen. So sieht zumindest mein Bild der Bevölkerung aus. Der Grund hierfür liegt klar auf der Hand. Viele Moldauer haben mir und meinen Freunden auf verschiedenen Reisen aus recht schwierigen Situationen heraus geholfen, ohne auch nur eine einzige kleine Gegenleistung dafür zu erwarten. Auf meinen Fahrten durch das Land durfte ich bisher nur schöne Zeiten mit den Einheimischen verbringen und habe dabei eine ganze Menge für mein eigenes Leben dazugelernt.

Vom Landschaftsbild ist die Republik Moldau zumindest in der Mitte recht hügelig und ein ideales Trainingsgelände für Ausfahrten mit dem Rennrad. Wohin das Auge auch schaut, wird Wein angebaut, der unglaublich schmackhaft ist. Daher lautet meine Devise: In Tschechien gibt es das beste Bier der Welt, in der Slowakei gibt es den besten Schnaps der Welt und in der Republik Moldau gibt es den besten Wein der Welt! Nicht jeder wird diese Meinung teilen, aber das ist ja letztlich auch kein Problem. Jeder hat eben einen anderen Geschmack.

Zusammen mit Tanias Familie verbrachte ich ein paar schöne Tage in der ruhigen und beschaulichen Kleinstadt Hînceşti. Viele Sehenswürdigkeiten gibt es hier natürlich nicht. Trotzdem konnte ich bei angenehmen 20 Grad und Sonnenschein endlich wieder einmal den Frühling genießen. Tanias Tochter Mihaela spazierte mit mir durch die Innenstadt und zeigte mir alle sehenswerten Orte, die für ein Foto lohnend waren. Nur eine kleine Auswahl von Bildern sind auf der Internetseite zu sehen. Natürlich galt es auch die moldauischen Köstlichkeiten aus dem eigenen Garten zu probieren. Auch der leckere Rotwein aus Logăneşti durfte nicht fehlen, den ich mit Ana (Tanias Mutter) verkostete.

Meine rumänischen und russischen Sprachkenntnisse sind zwar noch sehr, sehr schlecht – dennoch klappt die Kommunikation von Besuch zu Besuch immer besser. Sogar das moldauische Wort für Tomate ist schon in meinen Sprachgebrauch übergegangen. Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Geduld die Moldauer aufbringen, um mit mir zumindest etwas sprechen zu können.

Herzlich Willkommen Hînceşti

Das Denkmal von Kotovsk - dem ehemaligen Namengeber der Stadt

Unterwegs in der Innenstadt

Das Rathaus von Hînceşti

Die Kirche ist schon seit Jahren im Bau

Blick auf ein ruhiges Wohnviertel im Westen der Stadt

Einer der schönsten Brunnen der Stadt

Die Liebe steckt im Detail

Mihaela pflückt Löwenzahn

Brunnen findet man hier an jeder Ecke

Eine ruhige Nebenstraße in Hînceşti

Herrliches Mosaik am Kulturhaus

Ein Glas Wein gehört in der Republik Moldau einfach dazu

Tania und Mihaela genießen das Eis

Panoramablick

Eine Wanderung in der Niederen Tatra

Für den Ostermontag hatten die Meteorologen einen Traumtag vorhergesagt. Ein Blick auf die aktuellen Wettermeldungen im Internet ließen mich etwas daran zweifeln. Auf dem Gipfel Chopok in der Niederen Tatra toste ein Sturm bei Nebel und eisigen 15 Grad unter null.

Trotzdem machten wir uns fertig, um in der Niederen Tatra zu wandern. Mit dem Mietwagen ging es nach Jasná im Demänovska-Tal. Wohin das Auge auch reichte – überall waren Skifahrer zu sehen und die einzigen Wanderer waren meine Frau und ich. Die Liftkarten zum schnelleren Aufstieg waren schnell gekauft und eine moderne Kabinenseilbahn bestiegen. Erst Minuten später bemerkte ich, dass die Seilbahn nicht zu unserem Tagesziel führte und wir wieder umkehren mussten. Wer sich vorher die Schautafeln ansieht, wäre klar im Vorteil ;-). Mit einem Sessellift ging es in zwei Etappen in die Höhe. Das Wetter hatte sich komplett gebessert. Alle Wolken hatten sich verzogen und die Sonne schien von einem wundervollen Frühlingshimmel. Mit der Höhe nahm auch die Aussicht zu. In der Ferne erstrahlten die Gipfel der Westlichen und der Hohen Tatra. Sie lagen zum Greifen nah.

In einer Höhe von 1.650 Metern endete der Lift und von nun an stiegen wir zu Fuß weiter auf. Es war nicht ganz einfach, denn der Kunstschnee war knochenhart und erforderte einen kräftigen Kanteneinsatz der Wanderstiefel, um nicht ins Rutschen zu kommen. Für Yady war es sehr anstrengend und die Wanderlust verflog schneller als gedacht. An der kurz unter dem Chopok-Gipfel gelegenen Berghütte war für sie definitiv Schluss mit dem Wandern. Sie wartete hier auf mich. Ich lief noch etwas den Kamm entlang in westliche Richtung und konnte so nach etwa 40 Minuten den knapp 2000 Meter hohen Dereše und auf dem Rückweg noch den Chopok besteigen. Herrliche Fernsichten und traumhafte Schneelandschaften entschädigten für die unbeständige Witterung der Vortage.

Da die Sonne ohne Pause vom Himmel schien, entschieden wir uns kurzerhand noch für eine kleine Stippvisite in der Hohen Tatra, um schöne Bilder vom Tschirmer See (Štrbské pleso) und dem fantastischen Bergpanorama zu fotografieren und die letzten Sonnenstrahlen des Tages auszunutzen.

 

Schmelzende Eiszapfen kündigen den Frühling an

Fahrt in der modernen Gondel

Schnnebedecktes Grün und im Hintergrund thront die Hohe Tatra

Der sehr einfach zu besteigende Gipfel des Chopok

Im Hintergrund mein erstes Tagesziel: Der Dereše

Der eisige Nebel hat die Pflanzen in einen Eispanzer gehüllt

Blick vom Dereše über den Hauptkamm der Niederen Tatra

Auf dem Chopok - dem zweiten Berg an diesem Tag

Traumhaftes Bergpanorama verzeiht einen mühevollen Aufstieg

Nachmittags wechseln wir in die Hohe Tatra - Štrbské pleso trägt noch sein Winterkleid

Der Frühling arbeitet sich langsam voran - Über dem Tal thront der mächtige Krivaň

Osterausflug in die Slowakei

Bereits Ende letzten Jahres entschieden sich meine Frau und ich für einen Kurzausflug in die Slowakei. Wir wählten das Osterwochenende, da man so mit wenig Urlaub eine längere Zeit unterwegs sein kann. Mit einem günstigen Flugticket starteten wir nach Wien durch. Von dort fuhren wir im Bus nach Bratislava, wo bereits ein Mietwagen auf uns wartete.

Vom Wetter her hätte es kaum schlechter sein können. Heftige Gewitterschauer erschwerten das Vorwärtskommen in erheblichem Maße und auch die Suche nach unserem Hotel in Nitra wurde dadurch nicht einfacher.

Am nächsten Morgen hatten sich die Gewitter verzogen. Wir fuhren auf der südlichen Transitroute bis Košice. Meine Frau hatte bereits große Pläne für Shopping-Ausflüge in die Fußgängerzone der größten Stadt in der Ostslowakei. Diese Pläne wurden aber sehr schnell zunichtegemacht, denn über die Ostertage hatten beinahe alle Geschäfte geschlossen – und damit hatten wir beide nicht gerechnet.

Nach einem Ruhetag in Košice fuhren wir weiter nach Liptovský Mikulaš. Unterwegs hielten wir kurz an der Zipser Burg und in Levoča, um uns dort auf dem wunderschönen Rathausplatz die Beine zu vertreten.

Der Wind nahm an diesem Tag an Intensität zu und brachte kalte Polarluft mit. Es wurde so heftig, dass sich das Spurhalten auf der Autobahn zu einem richtigen Problem entwickelte. Über den tief verschneiten Tatragipfeln waberten Schneeschauerwolken, die im weiteren Tagesverlauf auch das Tal erreichten. Die Temperatur war mittlerweile auf 0 Grad Celsius gesunken. Ein etwas ungemütlicher Osterausflug.

Das größte Burgareal Europas - die Zipser Burg

Das Burggebäude aus südöstlicher Richtung betrachtet

Der Rathausturm von Levoča

Das Stadtzentrum von Levoča

Gemälde am Rathaus 1

Gemälde am Rathaus 2

Schneeschauer verhüllen die Tatra-Gipfel

Unser ansprechendes Hotel: Vila Bianca in Liptovský Mikulaš