Archiv für den Monat: April 2012

Kuba Teil 4 – Im Westen der Insel

Mit dem Mietwagen wollten wir in diesem Jahr auch den westlichsten Teil der Karibikinsel erkunden. Es ging nach Sandino, wo die Großmutter meiner Frau lebt. Von Havanna folgten wir zunächst der Autobahn bis Pinar del Rio. Die letzten 70 Kilometer führten uns über belebte Landstraßen.

Sandino selbst wirkt auf den Besucher wie eine trostlose Stadt. Es gibt hier weder Sehenswürdigkeiten noch sonstige Dinge, die den normalen Touristen interessieren könnten. Wer hier jedoch Familie hat, kann bestens in den Alltag der kubanischen Bevölkerung eintauchen. Wo sonst gibt es Leute zu sehen, die mit halben Schweinen auf dem Rücken über die Straße laufen und dieses im Vorgarten geschickt zerlegen. Der Kontakt zur örtlichen Bevölkerung ist immer wieder spannend. Man spricht über Probleme, bekommt Geschichten erzählt oder lernt einfache Tricks kennen, die auch einem Europäer nützlich sein können. Es sind genau die Dinge, die eine Reise mit unvergessenen Erlebnissen von einem herkömmlichen Strandurlaub in der Karibik unterscheiden.

Touristisch interessant wird es erst wieder 50 Kilometer weiter westlich. Die Zivilisation endet am Strand von Maria la Gorda, einem großen Tauchrevier mit angeschlossener Hotelanlage. In der näheren Umgebung gibt es tatsächlich noch einsame und menschenleere Strände.

Besonders sehenswert ist auch die Halbinsel Guanahabibes mit dem Kap San Antonio (der westlichste Punkt der Insel). Ausgebildete Ornithologen bieten Ausflüge in unberührte Natur an, um interessante Vögel und andere seltene Tiere zu beobachten. Aus zeitlichen Gründen haben wir es dieses Mal leider nicht geschafft. Bei meinem nächsten Besuch in Kuba wird hierüber ein Bericht folgen.

Mit meiner Familie in Sandino

Ein kühle Erfrischung

Carlos beim Zerlegen einer Sau

Hibiskus vor dem Plattenbau

Am Strand von Maria la Gorda

Nahaufnahme am Strand

So sehen kubanische Kühe aus

Abendstimmung in La Fé

 

Kuba Teil 3 – Im Tal von Viñales

Das Tal von Viñales gehört für mich zu den schönsten Gegenden Kubas. Es befindet sich im Westen der Insel und gehört zur Provinz Pinar del Rio. Das Tal erstreckt sich auf einer Länge von etwa 10 Kilometer Länge und 4 Kilometer Breite und wurde im Jahre 1999 von der UNESCO zur Kulturlandschaft der Menschheit ausgezeichnet.

Ein besonderer Blickfang sind die etwas seltsam aussehenden Steinkegel. Sie bestehen aus Kalk und haben sich über viele Millionen Jahre hinweg gebildet. Das Gestein entstand vor etwa 170 Millionen Jahren und danach setzte in der Gegend eine Verkarstung ein. Das Wasser versickerte und ließ unterirdische Flüsse entstehen, die sich immer weiter in die Tiefe gruben. So entstanden zahlreiche Höhlen. Einige dieser Höhlen stürzten irgendwann ein und nur die Felskegel, die sogenannten „Mogotes“ sind stehen geblieben und habe der Landschaft diesen besonderen Reiz verliehen.

Im Tal von Viñales wird heute weitgehend Tabak angebaut. Die daraus hergestellten Zigarren sollten die besten der Welt sein. Überall im Tal wachsen die Tabakpflanzen und werden aus den mit Stroh bedeckten Hütten getrocknet. In Viñales, dem Hauptort des Tals, hat sich heute bereits eine beachtliche touristische Infrastruktur entwickelt. In vielen Häusern werden Übernachtungsplätze angeboten und der naturinteressierte Tourist kommt voll auf seine Kosten. Er kann das Tal durch Wanderungen, Pferdtouren, Kletterpartien und Ähnliches entdecken.

Tipps für eine Reise nach Viñales:

Unterkunft: Cabaña Maira y El Niño in der Straße Rafael Trejo int. 1C in Viñales (ich war selbst noch nicht da, auf Bildern sieht es sehr schön und gepflegt aus), es wird Englisch gesprochen und die Vermieter sind über die Telefonnummer +53 – 48 – 79 32 47 oder unter E-Mail oestradar@hab.uci.cu erreichbar.

Restaurant: Etwas oberhalb von Viñales liegt der für mich beste Paladar (privat geführtes Restaurant) von Kuba. Zum Preis von ca. 6,50 € bekommt man ein fantastisches und sehr reichhaltiges Menü (Tagessuppe, Hauptspeise mit Fleisch oder Langusten und Früchte als Nachspeise). Zum Essen werden Salat, Gemüse und wechselnde Reisvariationen gereicht. Der Ausblick von den Terrassen ist einfach traumhaft. Das Restaurant befindet sich in unmittelbarer Nähe des Tourismus- und Naturpark-Informationszentrums. Dort kann man seinen Mietwagen abstellen und etwa 100 Meter leicht bergauf laufen. Die Gaststätte liegt rechts vom Weg und bietet den schönsten Blick auf die Kalksteinkegel im Viñalestal. Die Bedienung spricht auch Englisch.

Das Tal von Viñales

Hier wächst angeblich der beste Tabak der Welt

Das Personal von unserem Lieblingsrestaurant

Leckeres Essen mit traumhaften Ausblick

Rote Erde im Tal von Viñales

Eine buntbemalte Felswand

Überall interessante Pflanzen am Wegesrand

Jasmin verströmt einen betörenden Duft

 

Kuba Teil 2 – Gute Fahrräder, schlechte Fahrräder

Als „Königin der Revolution“ hat der ehemalige kubanische Staatschef Fidel Castro einmal das Fahrrad genannt. Der Grund hierfür liegt klar auf der Hand. Mit diesem Fortbewegungsmittel kann sich eigentlich jedermann ohne große Kosten und Mühen fortbewegen – und das galt auch während der großen Wirtschaftskrise in den 90ern, in denen der öffentliche Personenverkehr beinahe bis zum Erliegen kam.

Meines Erachtens gilt diese These auch heute noch fort und ist problemlos auch auf unser Land zu übertragen. Während die Benzinpreise in unermessliche Höhen steigen, kostet die Fortbewegung auf dem Fahrrad (von der Anschaffung und Reparaturen einmal abgesehen) lediglich Muskelkraft und nutzt neben der körperlichen Ertüchtigung so vor allem der Umwelt.

Obwohl sich die Wirtschaftslage in Kuba mittlerweile deutlich verbessert hat und auch der öffentliche Personennahverkehr wieder vernünftig funktioniert, sieht man vor allem auf dem Land sehr viele Radler. Sie sind in der Regel mit alten Drahteseln aus chinesischer Produktion unterwegs. In Deutschland würden wohl der TÜV und die Polizei sämtliche Räder aus dem Verkehr ziehen. Die Sicherheitsmängel sind vielseitig. Die Bremsen funktionieren (wenn überhaupt vorhanden) nur leidlich, Reflektoren fehlen grundsätzlich fast immer und ein normales Rad verfügt niemals über eine Lichtanlage. Für die Kubaner ist das aber egal. Sie kommen so auf dem Land meist problemlos von einem Ort zum anderen. Die Autofahrer sind hierüber nicht immer glücklich, denn die Radler (von mir liebevoll Berufspendler genannt) bewegen sich meist sehr wackelig und an Anstiegen eher in einer Art Pendelbewegung langsam nach oben. Hier ist also besondere Vorsicht geboten und vor allem nachts muss der Autofahrer höllisch aufpassen, dass er niemanden übersieht.

In diesem Jahr durfte ich wieder einmal eine Runde auf einem kubanischen Fahrrad drehen. Liudaymi lieh mir dafür ihr Fortbewegungsmittel aus. Der Lenker stand schief, es gab keine Bremse und die Reifen waren zu 100 % abgefahren (wie viele platte Reifen hat sie wohl??? :-( ). Es war ein netter Spaß. Große Distanzen sind mit diesem Gefährt aber gewiss nicht zurückzulegen.

Der aufmerksame Tourist stößt bei einer Reise durch Kuba immer wieder auf Reiseradler aus allen Teilen dieser Welt und somit auch auf Fahrräder der Spitzenklasse. Wir trafen Rainer aus Griesheim bei Darmstadt, der die Insel innerhalb von 6 Wochen komplett mit seinem Faltrad erkundete. Die Vorteile gegenüber dem Reisebus oder Mietwagen liegen klar auf der Hand. Rainer konnte so die Natur in vollen Zügen genießen und auch den Kontakt zur Bevölkerung aufnehmen. Mit dem Fahrrad kann man einfach überall anhalten und sieht so auch besondere Orte, die dem schnell reisenden Touristen einfach gar nicht erst auffallen.

Auch mir könnte eine solche Reise mit dem Fahrrad durch Kuba gefallen. Wer weiß, ob mein Reiserad in nicht allzu ferner Zukunft auch auf den Straßen und Wegen der Karibikinsel unterwegs ist.

Das Fahrrad von Liudaymi

Kein Profil auf den Reifen, keine Bremsen und, und, und....

Auch ich drehe ein paar Runden mit dem Rad

Ein umfunktioniertes BMX-Rad mit guten Schwalbe-Reifen

Ein vollbepacktes Reise-Faltrad der Spitzenklasse

Rainer on Tour

Kuba Teil 1 – Havanna

Im Februar dieses Jahres war es wieder einmal an der Zeit, nach Kuba zu fliegen. Gemeinsam mit meiner Frau machten wir uns auf nach Havanna, die mit ca. 2,1 Mio. Einwohnern drittgrößte Karibikmetropole und besuchten dort unsere Familie und natürlich auch Freunde.

Das Stadtbild von Havanna hat sich in den letzten Jahren merklich verschönert. So wurden bereits viele Gebäude in der Altstadt restauriert und laden jetzt zum gemütlichen Stadtbummel ein. Sicherlich werden noch viele Jahre vergehen, bis alle Arbeiten abgeschlossen sind. Dann kann sich wohl Havanna mit Recht als „Perle der Karibik“ bezeichnen.

Eine kleine Auswahl an Bildern aus der Altstadt sind hier zu sehen.

Die Hafeneinfahrt von Havanna

Blick auf die Skyline von Havanna

Am Parque Central

Das Denkmal von José Martí im Parque Central

Das Theater von Havanna

Paseo de Martí oder einfach kurz der "Prado"