Archiv für den Monat: Februar 2012

Los colores del otoño – Die Farben des Herbstes

An dieser Stelle möchte ich noch ein paar Herbstimpressionen zeigen. Aus zeitlichen Gründen ist es mit dem Einstellen auf der Internetseite doch schon Spätwinter geworden.

Vieler Worte bedarf es hierfür natürlich nicht. Die Fotos stammen alle vom Main und wurden im Stadtgebiet von Bamberg und Frankfurt am Main fotografiert. Also einfach nur genießen und sich schon jetzt auf den in Kürze folgenden Frühling freuen.

Herbstliches Bamberg

Über Bamberg möchte ich nicht zu viel schreiben. Die Stadt mit ihren 70.000 Einwohnern liegt am Main und an der Regnitz und zählt zur Region Oberfranken. Der Stadtkern ist noch nahezu vollständig erhalten und so verwundert es nicht, dass die UNESCO Bamberg bereits im Jahr 1993 zum Weltkulturerbe ernannte. Die unten gezeigten Bilder sprechen wohl für sich.

Bamberg hat zumindest meines Erachtens die schönste Bierkultur in Deutschland. Von ehemals 68 Brauereien gibt es heute noch 8 Braustätten, die fantastisches Bier herstellen. Als besondere Spezialität zählt beispielsweise das „U“ (ein ungespundetes, unfiltriertes Bier – z. B. von Mahr-Bräu) oder das berühmte und mit Rauchmalz gebraute Rauchbier (z. B. Brauerei Spezial). Das Letztere ist allerdings gewöhnungsbedürftig und kann nicht jeden begeistern (mich schon ;-) ).

Anbei noch ein paar Tipps für einen Besuch in Bamberg (nur eine kleine Auswahl!!!):

Allgemeine Informationen: www.bamberg.info

Hausbrauerei in Bamberg: www.ambraeusianum.de (leckere Speisen und fantastisches selbst gebrautes Bier)

Ältestes Gasthaus in Bamberg: www.sternla.de (leckere Speisen und Fassbier von mehreren Brauereien aus der Umgebung – an dieser Stelle geht mein Dank an Casey, Laura und Sabrina für den schönen Nachmittag, den wir bei Euch im Gasthaus verbringen durften)

Übernachtung im Brauereigasthof: www.faessla.de (Bier trinken und im gleichen Haus schlafen, in der Nähe vom Bahnhof, auf jeden Fall empfehlenswert)

Bierspezialität in Bamberg: www.brauerei-spezial.de (für mich ein Bier mit einem einzigartigen Charakter, auch hier kann man übernachten und sein Fahrrad in der Hausgarage sicher abstellen, direkt gegenüber dem Brauereigasthof Fässla – die Zimmer habe ich aber selbst noch nicht getestet)

Übernachtung in Bamberg: www.hotel-am-blumenhaus.de (sehr sauberes und empfehlenswertes Hotel in Toplage, sehr freundliches Personal, unbedingt empfehlenswert)

Größtes Stadtfest in Bamberg: www.sandkerwa.de (ich war noch nicht da, aber jeder Bamberger spricht davon, am letzten Wochenende im August, Hotels sind jetzt schon fast alle ausgebucht)

Die Bamberger Spezial Brauerei

Historisches Schild in der Innenstadt

 

Klein-Venedig am linken Regnitzarm

Herrliche Fassadenmalerei am Alten Rathaus

 

Das Tor an der Unteren Brücke

Altes Rathaus im herbstlichen Licht

 

Die Hausbrauerei in der Dominikanerstraße

Kloster St. Michael

 

Blick vom Michaelsberg auf Bamberg

Zum Wohl! Ein Sternla-Lager der Brauerei Keesmann

 

 

Rheinsteig-Biwak – Teil 2 – 16.10.2011

Zwölf Stunden im Wald herumliegen – das hieß zumindest für mich endlich mal wieder in vollen Zügen ausschlafen. Bereits gegen 7.00 Uhr sprangen wir im fahlen Morgenlicht aus den Schlafsäcken und erst jetzt wurde es etwas kühl. Die 2 Grad Celsius in der Nacht hatte niemanden von uns etwas anhaben können. Wer mit gutem Material ausgestattet ist, friert nicht! Der Himmel war klar. Im Rheintal hatte sich dichter Nebel ausgebreitet. Es waren fantastische Ausblicke, denn von Minuten zu Minute änderte sich das Bild der Wolken im Tal. Mit Sonnenaufgang schaute die Schönburg über Oberwesel aus dem Wolkenmeer heraus. Ein wahrlich traumhafter Anblick.

Zügig räumten wir unseren Lagerplatz. Bei einem Biwak im Wald versteht es sich von selbst, dass man keinen Müll zurücklässt und darauf achtet, dass man sich möglichst naturverträglich verhält, um die Tiere in ihrem Lebensraum nicht zu stören. Mit jeder Minute Sonne erwärmte sich auch langsam wieder die Temperatur, sodass wir die Jacken nach wenigen Gehminuten öffneten, um nicht zu stark zu schwitzen. Der Weg führte zunächst nach Kaub hinab. Plötzlich raschelte es laut im Gebüsch. Was war das? Rehe? Nein! Sekunden später kreuzte eine Herde von Wildschafen den Weg. Sogar ein echter Widder war dabei. So etwas hatten wir beide noch nie gesehen und hatten es auch hier nicht erwartet. Wie ich später im Internet nachlesen konnte, wurden hier vor einigen Jahren Kamerunschafe ausgewildert. In Kaub stand ein zweites Frühstück auf dem Programm, bevor uns der Weg auf die nächste Rheinsteig-Etappe in Richtung Sankt Goarshausen brachte. Dieser Abschnitt gilt als die Königsetappe, da immer wieder Täler zu durchqueren sind und dadurch ein großer Höhenunterschied zu überwinden ist.

Den ganzen Tag gab es wieder fantastische Ausblicke auf das Rheintal. Die Blattverfärbung der Laubbäume war bereits in vollem Gange und tauchte die Landschaft in unendliche viele Herbstfarben. Von Grün über Gelb und Braun waren alle Farbnuancen vertreten. Die Wege verliefen überraschend abwechslungsreich. Mal ging es durch den Wald, mal über weite Felder oder auf schmalen und steinigen Pfaden in schwindelerregender Höhe über dem Fluss entlang. Gegen Mittag tauchte der Loreleyfelsen auf, der sich bis zu einer Höhe von 132 Metern über den Rhein erhebt. Der Name stammt von einer Nixe, die hier früher ihr Unwesen trieb und die Schiffer mit ihrem langen goldenen Haar und ihrem Gesang in den Bann zog. Sie achteten mehr auf die Nixe, als auf den mit Felsen und Untiefen versetzten Flusslauf und erlitten so Schiffbruch. Wir konnten die Loreley erst auf der Rückfahrt unterhalb des Felsens am Rheinufer in Form eines Denkmals sehen.

Für Bilder des Loreleyfelsens eignet auf der rechtsrheinischen Seite der Spitznack (eine vorgelagerte Felsformation etwa 2 Kilometer vor der Loreley). Für die Wanderer auf der linksrheinischen Seite empfehle ich den Rheinburgen-Weg, der vor allem am Nachmittag zahlreiche Fotomöglichkeiten bietet. Über die Loreley und die Burg Katz stiegen wir nach Sankt Goarshausen ab und fuhren mit der Bahn zurück nach Lorsch.

Daniel und ich waren uns einig – es war ein wunderschönes Wanderwochenende, das wir im Jahr 2012 sicherlich wiederholen werden.

Vernebeltes Mittelrheintal im ersten Licht

Die Schönburg schaut aus den Wolken heraus

 

Der Nebel löst sich im Sonnenschein schnell auf

Wir werfen lange Schatten

 

Der Wasserdampf steigt aus dem Rhein auf

Diese Tiere gehören eigentlich nicht an den Rhein ;-)

 

Eine Rose am Wegesrand

Blick vom Spitznack auf den Loreleyfelsen

 
 

Rheinsteig-Biwak – Teil 1 – 15.10.2011

Bereits im Sommer hatte ich mit meinem Kollegen Daniel abgesprochen, dass wir zusammen im Herbst auf den Rheinsteig gehen. Da das Wetter in der ersten Oktoberwoche jedoch nicht so schön war, verschoben wir unsere Pläne einfach um eine Woche.

Am Samstag, den 15. Oktober 2011 war es dann so weit. Zunächst galt es den Wochenenddienst auf der Arbeit möglichst schnell zu absolvieren – wie immer, wenn man weg will, dauerte aber alles etwas länger. Bei der Rückfahrt geriet ich noch mitten in eine Demonstration und kam so erst mit größerer Verspätung zu Hause an. Um 14.30 Uhr holte ich meinen Kollegen Daniel in Frankfurt a. M. ab und dann stand nichts mehr im Wege. Wandergenuss pur auf dem Rheinsteig bei blauem Himmel und angenehmen (fast schon für die Jahreszeit zu warmen) Temperaturen.

Ausgangspunkt für die erste Etappe war Lorch am Rhein. In der Nähe des Bahnhofs stellten wir das Auto ab und fanden wenige Minuten später im Stadtzentrum die erste Wegmarkierung. Schnell führten breite Wege über mehrere mit Wein bepflanzten Terrassen in die Höhe. Atemberaubende Ausblicke auf das Rheinufer in Richtung Trechtlingshausen / Lorch und im weiteren Wegverlauf bis nach Kaub mit der im Rhein liegenden Burg Pfalzgrafenstein ließen meinen Arbeitstag sehr schnell in Vergessenheit geraten. Kurz vor der Abenddämmerung zogen mehrere Formationen mit Kranichen an uns vorüber, um in ihr Winterquartier in Spanien oder Nordafrika zu fliegen.

Leider bricht Mitte Oktober schon sehr früh die Dunkelheit herein und die Nächte dauern bereits 12 Stunden lang. So blieb nicht mehr viel Zeit, um ein Nachtquartier zu suchen. Hoch über Kaub fanden wir eine geeignete Stelle für einen Lagerplatz im Freien. Der Tag verabschiedete sich mit einer prächtigen Dämmerungserscheinung. Etwas versteckt vom Weg verbrachten wir die erste kalte Nacht des Herbstes. Ein herrlicher Sternenhimmel sowie Rehe und Füchse, die am Lagerplatz vorbeizogen, machten daraus ein unvergessliches Erlebnis.

Ein Kreuz am Wegesrand

Blick auf Lorch

Herbstliche Blattverfärbung auf dem Rheinsteig

Im Mittelrheintal gibt an jeder Ecke Burgen

Unterwegs im Wald

Fantastische Dämmerung hoch über dem Rhein