Archiv für den Monat: November 2011

Bergtour zum östlichsten Gipfel der Hohen Tatra – Jahňací štíť (2.230 Meter)

Dauer der Wanderung: etwa 8 Stunden

Einkehrmöglichkeit: Berghütte Chata pri Zelenom plese (in der Mitte der Tour)

Höhenunterschied: ca. 1350 Höhenmeter

Die Tour auf die Jahňací štíť (Lamm Spitze) gehört zu den längsten markierten Wanderungen der Hohen Tatra. Personen mit guter Kondition kommen bequem mit 8 Stunden aus und werden vielleicht sogar etwas darunter liegen – in den offiziellen Führern sind aber oft 10 Stunden angegeben (das möchte ich hier nicht vorenthalten!).

Ausgangs- und Zielort ist der Wanderparkplatz Biela voda, der sich etwa 2 Kilometer hinter Tatranské Matliare befindet. Ein breiter Fahrweg führt mit gelber Markierung hinauf in das Tal Kežmarskej Bielej vody. Nach einer Weile verlassen wir die Forststraße und laufen auf einem schmaleren Weg in ein Seitental hinein zur Berghütte am „Grünen See“. Der zügige Wanderer dürfte die Hütte innerhalb von zwei Stunden erreichen. Vom See aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die höchste Felswand in der Hohen Tatra, die zur Kežmarský štíť gehört. Auch der Felspfeiler der Jastrabia veža thront mächtig und erhaben über dem Grünen See.

Unser Weg zum Gipfel (weiter auf der gelben Markierung) führt einen steilen Hang mit knorrigen Kiefern hinauf. Hin und wieder kommen auch die Hände zum Einsatz, um steinige Passagen zu überwinden. Am Ende des Hangs empfängt uns das „Rote Tal“. Die Jastrabia veža (Habichtsturm) sieht von dieser Seite relativ harmlos aus. Eine Besteigung ist ohne bergsteigerische Erfahrung und Seilsicherung aber auf keinen Fall zu empfehlen. Das Tal steigt mäßig an und wir passieren zwei kleine Bergseen, die unter uns liegen. Der symmetrische Kegel der Jahňací štíť nähert sich langsam aber sicher. Etwas unterhalb der Bergwand wird der Weg nochmals ziemlich steil. Die letzten Meter zum Grat sind etwas exponiert und durch Ketten abgesichert. An Wochenenden und in der Hochsaison ist an dieser Stelle mit Wartezeit zu rechnen. Über den Grat wandern wir in steilem Gelände mit einigen losen Steinen relativ problemlos bis zum Gipfel.

Die Jahňací štíť ist der östlichste Gipfel der Hohen Tatra. Von hier genießt man ein herrliches Panorama in die polnische Tiefebene, in das slowakische Hügelland der Zips und der Region Šariš sowie den dominanten Felsformationen der Kežmarský štíť und der Lomnitzer Spitze (Lomnický štíť).

Der Abstiegsweg erfolgt auf der Aufstiegsroute. Ich möchte unbedingt darauf hinweisen, dass man beim Abstieg vom Gipfelgrat sorgfältig auf die Wegmarkierung achten muss, um die mit Ketten versicherte Abstiegsrinne ins Rote Tal nicht zu verpassen. Der Pfad führt nämlich gerade aus weiter und den Abzweig nach links übersieht man schnell. Für normale Wanderer gibt es an dieser Stelle keine andere Möglichkeit aus dem felsigen Gelände heraus abzusteigen. Mit etwas Glück kann man im Bereich des Roten Tals auch ein paar Gämsen und Murmeltiere sehen.

Aufstieg zur Hütte am "Grünen See"

Kurze Rast im "Roten Tal"

Leichte Kletterparty auf den Grat

Gipfelfoto

Gämse oder auf slowakisch "Kamzik"

Die Berghütte am "Grünen See"

 

Hohe Tatra – Auf den höchsten Berg Polens – Rysy (2.499 Meter)

Dauer der Wanderung: ca. 8 Stunden

Einkehrmöglichkeit:  Berghütte Chata pod Rysmy (etwa 45 Minuten unter dem Gipfel) und Berghütte Chata pri Popradskom plese

Höhenunterschied: ca. 1.300 Meter

Die Tour auf den Rysy ist relativ lange und daher nur für konditionell starke Wanderer zu empfehlen. Als Ausgangspunkt empfehle ich die Haltestelle der Tatra-Bahn mit dem Namen „Popradské pleso“. Am Rand der Zufahrtsstraße ist auch das Parken von Autos gegen Gebühr möglich.

Von der Haltestelle folgt man einer Asphaltstraße (blaue Wegmarkierung) bergauf und erreicht nach etwas mehr als einer Stunde einen Abzweig. Geradeaus geht es zum Popradské pleso. Auf der linken Seite zweigen wir auf einen Bergpfad ab, der weiter ins Tal hineinführt. Wer noch Platz in seinem Gepäck hat, kann den Hüttenwirt der Chata pod Rysmy unterstützen und ein paar Sachen mit nach oben tragen. Die Hütte besitzt keine Transportseilbahn und alle Produkte, die es dort zu kaufen gibt, müssen im Normalfall Träger mehr als zwei Stunden auf dem Rücken nach oben tragen. Manchmal sind es um die 70 Kilogramm, die diese starken Männer zur Hütte schaffen.

Durch den Wald laufen wir weiter in das Tal hinein und zweigen nach einer Weile nach rechts (rote Markierung) ab. In vielen Serpentinen zieht sich der Weg hinauf, bis eine Talterasse mit drei herrlichen kleinen Bergseen erreicht wird. Über eine Felsstufe gewinnt man schnell an Höhe und erreicht eine exponierte Stelle, die mit Ketten versehen wurde, um Sicherheit für Auf- und Abstieg zu gewährleisten. Etwas unterhalb des Weges befindet sich auch die Quelle, die die Hütte mit Trinkwasser versorgt. Selbstverständlich muss das Wasser auch auf dem Rücken von Trägern in großen Kanistern beigeschafft werden. Ein ungeheurer Kraftakt! Immer weiter führt der Weg über große Steine nach oben, bis wir die Berghütte Chata pod Rysmy erreichen.

Von der Hütte verläuft der Weg über unzählige Steine weiter zu einem Pass, wo ein Richtungswechsel nach Norden ansteht. In einigen Serpentinen erklimmen wir einen kleinen Bergrücken und gehen danach zielstrebig auf den Gipfel zu. Ab hier gilt es nochmals, Vorsicht walten zu lassen. Es gibt einige steile und felsige Passagen und ab und an kann es auch von Vorteil sein, wenn wir die Hände zu Hilfe nehmen. Der Gipfel teilt sich in zwei Spitzen auf. Die südliche Spitze zählt zur Slowakei und die nördliche Spitze ist mit 2.499 Meter über dem Meer Polens höchster Berg und gleichzeitig auch der höchste Gipfel, der in der Slowakei auf normalen Wanderwegen zu erreichen ist. Ganz Polen liegt uns zu Füßen und im Tal blitzen die romantischen Bergseen, die dort „Meeraugen“ genannt werden. Alternativ gibt es hier auch die Möglichkeit auf den polnischen Teil der Tatra hinunterzugehen. Vom Rysy steigen wir aber auf der Aufstiegsroute wieder ab und können noch eine Verschnaufpause in der Rysy-Hütte und am Popradské pleso (See mit gleichnamiger Hütte) einlegen. Die Asphaltstraße bringt uns wieder zurück zur Haltestelle der Tatra-Bahn oder dem eigenen Fahrzeug.

Eine exponierte Stelle im Aufstieg zum Rysy

Eine Eingangspforte in ein Königreich?

Die Rysy-Hütte kommt in Sichtweite

Lenin war hier - und das sind seine Fußstapfen

Der übervölkerte Rysy

Die höchsten Gipfel der Hohen Tatra

Abstieg ins Tal

Am Popradske pleso

 

Hohe Tatra – Durch die Täler Mlynická und Furkotská

Dauer der Wanderung: ca. 8 Stunden

Einkehrmöglichkeit: Chata pod Soliskom (kurz vor Ende der Tour)

Höhenunterschied: ca. 1.100 Höhenmeter

Die heutige Runde durch zwei Täler der Hohen Tatra beginnt im Touristenort Štrbské pleso. Nach dem Abstellen der Fahrzeuge sollte man sich an den beiden Skisprungschanzen orientieren und auf einer breiten Asphaltstraße in Richtung Berge laufen. Vorbei geht es am markanten Hotel Patria und den Sesselliftanlagen – danach führt der Weg durch den dichten Fichtenwald. Die Bäume gehen nach einer Weile in Krummholzkiefern über und etwa 1 Stunde und 45 Minuten nach dem Start in Štrbské pleso erreichen wir den Wasserfall Skok.

Je nach Jahreszeit fließt hier unterschiedlich viel Wasser über eine steile Felsstufe hinab. Dieser Bereich wird links um eine Felsplatte herum umwandert. Etwas weiter oberhalb sind auch einige Ketten abgespannt, um ein Abrutschen auf den manchmal etwas glatten Steinen zu verhindern. Der weitere Teil des Mlynická dolina bis zum Capie pleso (See) ist verhältnismäßig einfach zurückzulegen. Ab dem See geht es in zahlreichen Serpentinen steil hinauf zum Bystré sedlo (Sattel). Eine etwas seltsame und auffallende Steinformation sollte als Orientierungspunkt herangezogen werden, da es im Geröll durchaus vorkommt, dass eine der gelben Markierungen übersehen wird. Auf keinen Fall sollte man sich zu weit nach rechts verleiten lassen, da der Ausstieg zum Grat in einer kleinen Kletterstelle im I. bis II. Schwierigkeitsgrad endet. Kurz unterhalb des Grates erreichen wir auf dem richtigen Aufstiegsweg eine Stelle, die mit Ketten abgesichert ist und uns so recht problemlos und sicher auf den Sattel führt.

Wer noch Lust auf einen kleinen Gipfel hat, geht rechts im wegelosen Gelände auf die Furkotský štíť. Etwa 5 bis 10 Minuten Zeit sind es bis zur Bergspitze. Von hier oben ist das Bergpanorama der Hohen Tatra besonders gut zu sehen. Vom Gipfel wandern wir zum Sattel zurück, wo auch wieder die Markierung zu sehen ist. Die ersten Meter im Abstieg sind erneut durch Ketten versichert. Danach führt der Pfad in steilem Geröll hinunter ins Furkotská-Tal.

Auf fast direktem Wege wandern wir aus dem Tal heraus. An einer Verzweigung bietet sich ein Abstecher auf blauer Markierung zur Berghütte Chata pod Soliskom an. Wer hier nicht hin möchte, kann gleich bis Štrbské pleso absteigen. Ich würde aber die 15 Minuten zur Berghütte laufen und dort eine Abschlussrast einlegen. Bevor die Hütte doch recht überraschend vor uns auftaucht, sind leider nochmals etwa 100 Höhenmeter im Anstieg zu überwinden. Wem die noch fehlenden 500 Höhenmeter Abstieg von hier jetzt zu viel sind, kann mit dem Sessellift ins Tal fahren (Abfahrtszeit vorher unbedingt erfragen). Ansonsten folgt man dem Pfad am rechten Rand der Skipiste (von oben gesehen) und steigt nach Štrbské pleso ab. Wer noch etwas Zeitreserven besitzt, sollte vielleicht einmal um den See laufen. Herrliche Ausblicke auf den Solisko und die Vysoká belohnen den kleinen Umweg.

Die Wanderung beginnt in Strbske pleso

Der Wasserfall Skok im Mlynska-Tal

Der Capie-See am Ende des Mlynska-Tals

Richtungsweisend

Herrliche Weitblicke in der Nähe des Bystre-Sattels

Das steinerne Kreuz

Schlußrast auf der Hütte unter dem Solisko-Gipfel

Panorama am Tschirmer See (Strbske pleso)

 

Hohe Tatra – Besteigung des Kriváň – 2.494 Meter

Dauer der Wanderung: ca. 6 Stunden (je nach Kondition)

Keine Einkehrmöglichkeiten am Wegesrand!

Höhenunterschied: ca. 1.350 Höhenmeter (gute Kondition erforderlich!)

Der Kriváň zählt zweifelsfrei zu den schönsten Gipfeln der Hohen Tatra. Eine Besteigung ist aufgrund des Höhenunterschieds aber nicht zu unterschätzen und nur gut trainierten Wanderern zu empfehlen.

Den Aufstieg zum Gipfel kann man von Štrbské pleso oder vom Wanderparkplatz an den Tri studničky aus beginnen. Ich empfehle von den Tri studničky (3 Brünnlein) loszulaufen, da man so nicht auf der gleichen Strecke zurücklaufen muss. Zunächst verläuft der Weg auf grüner Markierung durch die vom Orkan im November 2004 hinterlassene Schneise. Die in Mitleidenschaft gezogene Natur erholt sich hier langsam wieder und es entwickelt sich fortschreitend ein schöner Mischwald. Sicherlich wird es aber noch mindestens 10 Jahre dauern, bis die Bäume so hoch gewachsen sind und wieder von einem richtigen Wald gesprochen werden kann.

Der Wegverlauf wird langsam anspruchsvoller. In langen Serpentinen steigen wir empor. Vereinzelte Fichten und Buschwerk gehen zunächst in Krummholzkiefern und später in Wiesenlandschaft über. Es folgt eine Traverse im Südhang unseres heutigen Gipfels und wir erreichen eine steinige Rinne. Am Ende dieser Rinne endet die grüne Markierung. Es geht jetzt auf blauer Markierung nach links hinauf auf den Gipfelgrat. Immer wieder muss man die Hände zur Hilfe nehmen, um großes Blockwerk zu umgehen oder zu überklettern. Die Schwierigkeiten im unteren Teil des letzten Anstiegs sind aber gering. Der Südwestgrat zieht sich zunehmend steiler hinauf in Richtung der Gipfelpyramide. Die erste Aussicht auf das Gipfelpanorama der Hohen Tatra eröffnet sich am Daxnerovo-Sattel. Auf den letzten Metern bis zum Gipfel ist nochmals höchste Vorsicht geboten. Die Felsen sind sehr glatt und Trittsicherheit ist hier von deutlichem Vorteil. Vom höchsten Punkt aus genießen wir die herrliche Rundsicht. Im Norden erstreckt sich der polnische Teil der Hohen Tatra, im südwestlichen Horizont erkennt man bei guter Sicht die Höhenzüge der Niederen Tatra und nach Osten hin öffnet sich das Gipfelpanorama mit den höchsten Spitzen des Gebirges.

Auf gleichem Wege gehen wir bis zur Wegverzweigung zurück, wo die grüne Markierung in Richtung Tri studničky zurückführt. Ich empfehle an dieser Stelle nach links abzubiegen und auf der blauen Markierung in Richtung Jamské pleso und Štrbské pleso abzusteigen. Über den südlichen Bergrücken geht es stetig abwärts bis in den Wald hinein. Nach einer guten Stunde stoßen wir auf die rote Markierung der Tatra-Magistrale. Fünf Minuten rechts vom Abzweig befindet sich der Jamské pleso, der an seinem Ufer zu einer späten Rast am Nachmittag einlädt. Wir folgen jetzt der Tatra-Magistrale in Richtung Westen (rote Markierung) und erreichen in einer weiteren Stunde wieder unseren Ausgangspunkt in der Nähe der drei Brünnlein.

Die Westliche Tatra

Blick ins Koprova-Tal

Der Krivan ist unser Tagesziel

Meine Gruppe im Aufstieg

Völkerwanderung am Wochenende

Der Gipfel ist erreicht

Interessante Steinmänner im Abstieg

Im letzten Licht erreichen wir den Parkplatz

 

Nationalpark Slovenský raj – Wanderung durch den Hornad-Durchbruch

Dauer der Wanderung: etwa 5 Stunden

Einkehrmöglichkeit: bewirtschaftete Hütte am Kláštorisko

Höhenunterschied: etwa 800 Höhenmeter (mit den vielen Zwischenanstiegen im Hornad-Tal)

Die Tour beginnt wieder am Parkplatz Podlesok und führt auf der anderen Seite des Baches auf der blauen Markierung in östliche Richtung an mehreren Unterkünften vorbei. Früher zweigte man auf einen schmalen Pfad nach links ab, um direkt am Bach entlang bis zum Eingang des Hornad-Durchbruchs zu laufen. Heute wandern wir auf einer Straße etwas steiler bergauf, umgehen einen Ferienkomplex, um danach auf einem Pfad etwas steiler zum Einstieg in die Hornad-Schlucht abzusteigen.

Bei gutem Wetter und in der Hochsaison werden auch hier die Eintrittskarten kontrolliert. Der Cañon des Hornad, an dessen Seiten wir jetzt für die nächsten 3 Stunden entlangwandern, beginnt gleich hier am Zusammenfluss von Hornad und Veľká Biela voda. Bereits kurz nach dem Einstieg beginnen erste exponierte Abschnitte, die mit Trittstufen, Steigeisen und Drahtseilen versichert sind. In einem ständigen steilen Auf und Ab führt der Weg immer direkt am Wasser entlang. Über eine wackelige Kettenbrücke erreichen wir zum ersten Mal das andere Ufer. Nach weiteren versicherten Passagen folgt ein Abzweig. Es besteht die Möglichkeit binnen einer Stunde über einen mit Leitern versicherten Steig (grüne Markierung) oder einem Wanderweg zur Klosterruine „Kláštorisko“ (gelbe Markierungen) aufzusteigen.

Wir bleiben aber weiter im Hornad-Durchbruch und wechseln mehrfach mit Hilfe von Brücken das Ufer. Die Wegabschnitte dazwischen bleiben spannend – immer wieder geht es mit Hilfe von teils wackeligen und nicht immer vertrauenerweckenden Sicherungen bergauf und bergab bis sich das Tal öffnet und die Letanovský mlyn (Mühle) erreicht wird. Eine kleine Imbissbude lädt hier am Wochenende zu einer Stärkung ein. Erneut gibt es die Gelegenheit zur Klosterwiese (rote Markierung) aufzusteigen.

Ein letzter exponierter Abschnitt des Cañons wartet aber noch auf uns Wanderer. Über eine rekonstruierte Kartäuserbrücke gelangen wir auf die andere Seite des Hornad und folgen weiter der blauen Markierung in Richtung Čingov. Nach wie vor sind die schwierigen Wegabschnitte mit Ketten und Steigeisen abgesichert. Nach 45 Minuten kommen wir an einen Abzweig unterhalb der Aussichtsfelsen des Tomášovský výhľad. Der Weg ist jetzt mit zwei Markierungen (grün und blau) versehen. Zum letzten Mal führt eine Brücke auf die andere Flussseite.

Auf einem Bergrücken zieht sich unser Pfad (blaue Markierung) relativ steil für 310 Höhenmeter bergauf. Vom Kamm genießt man bei guten Sichtverhältnissen herrliche Ausblicke auf das Zipser Land. Nach etwa einer Stunde ist die traumhafte Wiese am ehemaligen Kloster erreicht. Auf der linken Hangseite lädt die Hütte Kláštorisko zu einer Rast ein. Mit Glück ist von hier oben ein Blick auf die Gipfel der Hohen Tatra möglich.

Über die grüne Markierung erreichen wir in einer Stunde wieder den Parkplatz am Podlesok.

Atemberaubende Wegführung im Hornad-Durchbruch

Blick von den Höhenzügen des Slowakischen Paradieses

Zwei Bäume und das Dorf Spissky Stvrtok

Mittagsrast auf der Klastorisko-Hütte

 

Nationalpark Slovenský raj – Die Schlucht „Sucha bela“

Dauer der Wanderung: etwa 4 Stunden und 15 Minuten

Einkehrmöglichkeit: bewirtschaftete Hütte am Kláštorisko

Höhenunterschied: etwa 410 Höhenmeter

Die Tour beginnt direkt am Parkplatz Podlesok in unmittelbarer Nähe der kleinen Ortschaft Hrabušice. In der Hauptsaison muss man zunächst eine Eintrittskarte für den Nationalpark in Höhe von 1,50 € kaufen, die am Beginn der Schlucht Sucha bela kontrolliert wird.

Direkt nach dem Parkplatz überqueren wir zunächst einen Bach und kommen an mehreren Imbissbuden vorbei. Hier sollte man bereits nach dem Hinweisschild „Sucha bela“ und nach der grünen Markierung Ausschau halten. Über eine Wiese gehend, erreichen wir den Eingang zur Schlucht.

Der Weg folgt dem Wasserlauf und ist zunächst weniger anspruchsvoll. Später wechseln wir mehrfach das Bachufer – mal geht es über wackelige Holzkonstruktionen oder man übt sich im Balancieren über Steine, um trockenen Fußes die andere Seite zu erreichen (besonders tief ist der Bach aber nicht!). Der Wegverlauf wird zunehmend spannender und nach einer Weile kommen wir an die Mišové-Wasserfälle, die mit Hilfe von hohen Aluminiumleitern erklommen werden. Teilweise wird der Pfad so schmal, dass der kräftigere Wanderer kaum noch zwischen den Felswänden hindurchpasst. Zu den Hauptattraktionen der Schlucht dürfte das Felsenauge zählen, das wir über weitere Leitern erreichen. Nach dem Durchschlüpfen kommt der Wanderer in einen etwas flacheren Abschnitt der Schlucht. Über Kaskaden führt der Weg weiter talaufwärts, bis wir uns langsam aber sicher den Höhen des Slowakischen Paradieses nähern. Ein letzter steiler Anstieg führt uns nochmals durch den Wald, bis die Karsthochebene Glac erreicht wird. Eine kleine Holzhütte lädt hier zum Verschnaufen ein.

Über breite Waldwege laufen wir zunächst auf dem „Glacka cesta“ (Glacer Weg – gelbe Markierung) in nordöstliche Richtung und biegen nach einer Weile auf die rote Markierung mit Ziel Kláštorisko ab. Von hier ist er nicht mehr weit bis zu einer großen Wiese, die nach einer ehemaligen Klosterruine benannt wurde. Die Kláštorisko-Hütte befindet sich gleich auf der rechten Seite und ist nicht zu übersehen. An Wochenenden und in der Hauptsaison kann es hier auch richtig voll werden. In diesen Fällen bietet sich eine Rast auf der großen Wiese vor der Hütte an.

Von der Kláštorisko-Hütte führen mehrere Wege zurück zum Auto am Parkplatz „Podlesok“. Ich empfehle die grüne Markierung. Zunächst geht es über einen breiten Forstweg, den wir nach einigen Minuten nach rechts verlassen, um einem schmaleren Pfad zu folgen. Von nun an geht es steil ins Tal hinab (leider folgt noch ein kurzer Gegenanstieg, also nicht erschrecken!). Nach ca. 45 Minuten ist der Eingang zum Hornad-Durchbruch erreicht. Wir halten uns jetzt links und kommen nach wenigen Minuten an den Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Im Eingangsbereich der Schlucht "Sucha bela"

Auf Aluminiumleitern geht es steil bergauf

Durch dieses Felsenloch muss man zwängen

Ein einfacher Wegabschnitt der Schlucht

Die Berghütte Klastorisko

Heuernte im Slowakischen Paradies

 

Spišský hrad oder die Zipser Burg

Die Zipser Burg wurde im 12. Jahrhundert erbaut und zählt zu den größten Burganlagen Europas. Die Festung thront auf einem 200 Meter hohen Kalkfelsen. Aufgrund dieser günstigen Lage hat die Anlage auch im 14. Jahrhundert den Angriffen der Mongolen getrotzt. Danach wurde sie regelmäßig erweitert, bis sie die heutige Größe von guten 41.000 m² erhielt.

In den Jahren 1710 und 1780 kam es zu folgenschweren Bränden auf der Burg, die danach aufgrund dieser unglücklichen Vorkommnisse verlassen wurde. Im Jahr 1961 erklärte man die Zipser Burg zum nationalen Kulturdenkmal und 1993 wurde die Festung von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Heute sind in den Innenräumen noch einige interessante Exponate aus der vergangenen Zeit zu sehen. Vom Burgturm kann man den herrlichen Ausblick auf das Zipser Land genießen. Leider gibt es auf dem höchsten Punkt der Burg eine Kolonie von fliegenden Ameisen, die zumindest mir und meiner Gruppe die schöne Aussicht durch ihre lästigen Attacken verdarben. Etwas weiter unterhalb des Turms ist der Blick die Region aber auch sehr sehenswert. In westlicher Richtung befindet sich am Fuße des Bergs die kleine Stadt Spišské Podhradie. Hier empfehle ich den Besuch der Martinskathedrale (erbaut im 13. Jahrhundert), die bei den meisten unter der Bezeichnung „Zipser Kapitel“ bekannt sein dürfte.

Wen die Geschichte der Zipser Burg interessiert, findet weiterführende Informationen unter der Internetseite www.spisskyhrad.sk/de (nicht erschrecken, die Seite scheint zuerst nicht aufzugehen – nach wenigen Sekunden wird man aber auf die deutsche Webpräsenz der Burg weitergeleitet).

Spaziergang durch den Burggarten

Blick auf das große Burgareal

Die rekonstruierte Küche

Ein alter Kampfanzug

Die Zipser Burg

Die Zipser Burg mit Spisske Podhradie

 

Die Burg von Stará Ľubovna und das angrenzende Museumsdorf

Im 14. Jahrhundert wurde die Burg von Stara Lubovna erbaut. Damals verwaltete Polen die Region. Der Hauptturm und der gotische Palast zählen zu den ältesten Teilen der Burg, die seit 1412 als Residenz der polnischen Bürgermeister der Stadt genutzt wurde. Nach einem Brand im Jahre 1553 baute man die Burg erneut auf und erweiterte sie um einen Renaissance-Palast und später auch um einen Barockpalast und eine Kapelle.

In den Jahren 1655 bis 1661 wurden hier in Stara Lubovna sogar die polnischen Kronjuwelen vor den Schweden versteckt. Als man die Burg im Jahr 1772 an das Königreich Ungarn zurückgab, war die Blütezeit der Festung leider vorbei. Nach und nach verfiel das Bauwerk.

In unmittelbarer Nähe der Burganlage befindet sich seit 1985 ein kleines Museumsdorf. Mehrer ältere Häuser aus dem 19. und 20. Jahrhundert wurden in der Region abgetragen und auf einer Wiese unterhalb der Burg originalgetreu wieder aufgebaut. Als besonders sehenswert gilt die griechisch-katholische Holzkirche von Matysova, die an ihrer ursprünglichen Stelle im Jahr 1833 erbaut wurde. An bedeutenden Kirchenfesten hält man hier noch Liturgien und Gottesdienste in kirchenslawischer Sprache ab.

Wer einen Kulturtag in der Ostslowakei einlegen möchte, kann den Besuch von Stara Lubovna und Spisske Podhradie zusammenlegen. Man sollte aber bedenken, dass für die Fahrt zwischen den beiden Städten eine gute Stunde zu veranschlagen ist, da es über viele Höhenzüge und teilweise kleinen Nebenstraßen geht.

Weiter Informationen für Ausflüge in die Region: www.spis.sk/de (nicht erschrecken, die Seite scheint zuerst nicht aufzugehen – nach wenigen Sekunden wird man aber auf die deutsche Webpräsenz der Region weitergeleitet)

Die Burg von Stara Lubovna

Der Burghof

 

Im Innenraum der Burg

Die Kapelle der Burg

 

Blick von Stara Lubovna in Richtung Hohe Tatra

Das Museumsdorf von oben

 

Straßenszene im Museumsdorf

Die Innenansicht einer Wohnung

Die Holzkirche im Museumsdorf

Der Altar