Archiv für den Monat: Juni 2011

Pfingstausflug in die Hohe Tatra (Slowakei)

Eigentlich wollte ich an Pfingsten mit dem Fahrrad von Hattersheim nach Berlin fahren. Da es manchmal aber anders kommt, als man schon lange im Voraus geplant hat, entschied ich mich kurzerhand für einen kurzen Abstecher in die Slowakei – eines meiner absoluten Lieblingsländer in Europa.

Über Prag, Brno und Liptovsky Mikolas ging es mit dem Auto in die Hohe Tatra. Für die guten 1.100 Kilometer sollte man etwa 12 bis 13 Stunden Fahrtzeit einplanen.

Bereits kurz nach der Ankunft stand eine kleine Wanderung auf dem Programm. Auf recht einfachen Wegen stiegen wir von Tatranska Lomnica über 900 Höhenmeter zum Bergsee Skalnate pleso auf. Eine Fahrt mit der Seilbahn auf die Lomnicky stit musste aufgrund starken Windes leider ausfallen.

Es war schön zu sehen, dass sich die Natur in der am 14. November 2004 zerstörten Gegend langsam aber sicher erholt. Während eines verheerenden Orkans verlor die Slowakei damals auf einer Fläche von 12.000 (!) Hektar die Hälfte des Baumbestands in der Hohen Tatra. Auf einer Länge von 50 Kilometern und einer Breite von etwa 3 Kilometern blieb nur eine Schneise der Verwüstung. Mittlerweile entsteht hier ein schöner Mischwald, der vor allem der drohende Bodenerosion entgegenwirkt. Bis alle Bäume die gewohnte Größe erreichen, dürften sicherlich noch 20 Jahre ins Land gehen.

Ich hoffe, dass sich eine solch dramatische Naturkatastrophe hier nicht wiederholen wird.

Tipps für Übernachtung und Essen in in Vel´ky Slavkov (Hohe Tatra):

www.vilapetra.sk (meine Stammunterkunft Pension Vila Petra)

www.salasslavkov.sk/salas/ (mein Lieblingsrestaurant – es gibt auch eine deutsche Karte)

Im Stadtzentrum von Liptovský Mikulas

Die älteste Kirche in Liptovský Mikulas - die Nikolaus-Kirche

Blick auf die 2.632 Meter hohe Lomnický stit´ vom Skalnate pleso

Kurze Rast am Skalnate pleso

Ausblick in die Region Zips

Schönes Wetter - toller Ausblick

Die Natur erholt sich langsam im vom Orkan zerstörten Gebiet

Meine Unterkunft in den Jahren 1995 und 1996 - Hotel Lomnica

 

Ich liebe die Karpaten, ich liebe die Hohe Tatra ;-)

05.06.2011 – Ausklang der Reise in Nikolaev

Am letzten Tag unserer Reise stand noch ein Besuch in einem großen Elektronikfachgeschäft auf dem Programm, um uns nach Waschmaschinen umzuschauen. Für das Schulinternat und für den Kindergarten möchten wir im Herbst insgesamt drei Geräte kaufen. Trotz einiger Sprachschwierigkeiten hatten wir sehr schnell ein geeignetes Modell gefunden und konnte auch den Preis zugunsten der bedürftigen Kinder um ein paar Hundert ukrainische Griwna drücken.

Sascha und seine Freundin Lena luden uns für den späten Nachmittag zu einer Grillfeier ein. Im eigenen Garten ließen wir bei schmackhaftem Schaschlik und einem ausgezeichneten Wein aus der Region die Ukraine-Reise ausklingen.

Am nächsten Morgen ging es über Odessa und Budapest zurück nach Frankfurt am Main. Die ungarische Fluglinie machte es erneut spannend, doch mit viel Glück erreichten wir dieses Mal unseren Anschlussflieger.

Das neue Hilfsprojekt von Kinderherz Untermain e. V. startete übrigens am 01.07.2011. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange. Weitere Informationen hierzu gibt es auf der Internetseite des Vereins (www.kinderherz-untermain.de) zu sehen.

Eine kleine Kapelle verschönert das Stadtbild

In Nikolaev gibt es noch ein Lenin-Denkmal

 

Kräne am Stadtrand

Herrliche Parkanlagen laden zum Rasten ein

 

Nikolaev hat für jeden ein Lächeln übrig

Leckeres Schaschlik vom Grill

 

Sascha und Lena laden uns zum Abschied ein

Ein schöner Grillabend beendet unsere Reise

 

04.06.2011 – Nikolaev, die unbekannte Großstadt

Nikolaev ist eine Großstadt mit etwa 500.000 Einwohnern und befindet sich im Süden der Ukraine etwa 120 Kilometer nordöstlich von Odessa entfernt. Über den Fluss „Südlicher Bug“ gibt es einen Zugang zum Meer. Neben einem großen Hafen gibt es mehrere Werften und Aluminiumindustrie.

Nikolaev wurde während des russisch-türkischen Krieges im Jahr 1788 gegründet und wuchs sehr schnell zu einer großen Stadt heran. Bereits 1873 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz.

Die Fußgängerzone lädt seine Besucher heute mit zahlreichen Restaurants und gut sortierten Geschäften zu einem Besuch ein. Auch in den Parks der Stadt kann man sich erholen und vom Großstadtstress entspannen.

Reisetipp:

Das für uns beste Hotel (Hotel Kontinent) liegt direkt in der Fußgängerzone (Sowjetskaya gegenüber dem McDonalds-Restaurant). Saubere Zimmer zu günstigen Preisen in absoluter Top-Lage gibt es in dieser Art wohl nur selten in der Ukraine. Wir waren schon zwei Mal dort und können dieses Haus mit bestem Gewissen empfehlen. Nur wenige Meter hinter dem Hotel befindet sich das Restaurant „Veranda“. In sehr angenehmer Atmosphäre und schickem Ambiente kann man lecker essen.

Ein Hochzeitsauto in Nikolaev – wie lange wird die Ehe halten?

Groß und Klein erfreuen sich beim Angeln

 

In Nikolaev gibt wohl einen der schönsten Spielplätze für Kinder

Die belebte Innenstadt

 

03.06.2011 – Wir verteilen Kleidung an die bedürftigen Kinder

Gerne hätten wir mehr Kleider an die bedürftigen Kinder im Kindergarten und dem Schulinternat übergeben, aber die ungarische Fluglinie Malev zeigte sich in diesem Jahr leider sehr unkooperativ und war nicht mehr bereit die Freigepäckgrenze für humanitäre Zwecke zu erhöhen. So mussten wir mit wenig eigener Kleidung auskommen (Handgepäck) und konnte die verbleibenden 23 Kilogramm komplett für die Kinder verwenden.

Am heutigen Tag übergaben wir zunächst einen Teil an Kleidern an den Kindergarten und später die restlichen Sachen an das Schulinternat. Es war schön zu sehen, wie sich dort die jungen Mädchen über die Handtaschen von Katja freuten und innerhalb kurzer Zeit hatte jeder etwas für sich gefunden.

Auch Ochakov hat für mich immer wieder Überraschendes zu bieten. Dieses Mal hatten ein paar junge Leute aus Kiew eine moderne Strandbar mit westlichem Service eröffnet. Der Chef der Gruppe war selbst schon mehrfach in Kuba und so wunderte es nicht, dass schon von Weitem die kubanische Flagge wehte. Bei russischer Musik verbrachten wir einen angenehmen Abend am Strand und unterhielten uns lange mit den jungen Ukrainern.

Reisetipp:

Die beste Pizza der Welt gibt es in Ochakov. Im Café und Restaurant „Same toj“ (Straße 60 Jahre UdSSR) empfehle ich die vegetarische Pizza mit Schinken und Knoblauch. Eine von mir persönlich kreierte und etwas ungewöhnliche Kombination mit frischen Zutaten – vom Geschmack ein absoluter Traum!!! Ich persönlich habe bisher noch keine bessere Pizza gegessen und das ist nicht übertrieben.

Die ersten Kleider gehen an den Kindergarten

Die Kinder vom Schulinternat freuen sich über die Kleider

 

Ein Museum in Ochakiv

Kuba ist überall - sogar an der Strandbar von Ochakiv

 

In Ochakiv gibt es die beste Pizza der Welt

Straßenszene in Ochakiv

 

Eine Oma verkauft getrockneten Fisch

Abendstimmung am Schwarzen Meer

 

02.06.2011 – Besuch unseres neuen Hilfsprojekt in Ochakiv

Viele Leute werden denken, dass wir den Aufenthalt in der Ukraine zum Entspannen am Strand nutzen. Weit gefehlt, denn heute blieben nur ein paar Minuten, um überhaupt ein paar schöne Fotos am Meer zu machen.

Am frühen Vormittag trafen wir uns mit der Direktorin des städtischen Schulamts, um den Kindergarten „Goldenes Fischlein“ zu besichtigen. Hier lag einiges im Argen. Teile des Gebäudes sind nicht für den Kindergartenbetrieb zu gebrauchen und müssten komplett renoviert werden und auch die genutzten Räume sind teilweise in einem katastrophalen Zustand. Der Fußboden war an einigen Stellen aufgerissen, ein Heizkörper war völlig durchgerostet und würde wohl spätestens im nächsten Winter auseinanderfliegen. Da die Kleinen im Kindergarten auch schlafen und kleine Bettchen für aller zur Verfügung stehen, muss natürlich auch Bettwäsche gewaschen werden. Die vorhandenen Maschinen stammen alle noch aus der Sowjetära und sind nicht mehr brauchbar. Lange überlegten wir und wägten verschiedene Ideen miteinander ab. Gegen Mittag war eine Lösung gefunden. Es macht keinen Sinn, wenn wir alte Räume wieder renovieren, damit mehr Kinder einen Platz im Kindergarten bekommen und im Gegenzug die vorhandenen Räume nicht mehr zu nutzen sind. Also entschieden wir uns für eine Renovierung der Wäscherei, des kaputten Heizkörpers und des Fußbodens im Obergeschoss. Mit dieser Maßnahme wird auch in Zukunft ein geregelter Kindergartenbetrieb möglich sein.

Gegen Mittag trafen wir uns im Schulinternat mit unseren Bauunternehmern Valeriy und Sascha. Gemeinsam besichtigten wir die neu gebauten Duschen und fuhren danach zum Kindergarten, um die Räume zu anzuschauen und über unsere Pläne zu sprechen. Die beiden nahmen alle Ideen auf und versprachen in den nächsten Tagen einen Kostenvoranschlag zu übersenden. Den restlichen Tag verbrachten wir gemeinsam und hatten viel Spaß beim Mittagessen, Billardspielen und einem kurzen Strandbesuch.

Vor einem Kindergarten in Ochakiv

Wir besichtigen die Räume, die auf eine Renovierung warten

 

Die Kinder wundern sich über den Besuch aus Deutschland

Das Spielgelände hinter dem Kindergarten

 

Sascha und Rudi beim Billiardspielen

Am Strand von Ochakiv

 

Ich genieße die Reise

Mit unserem Bauunternehmer Sascha verbringen wir einen schönen Tag

 

01.06.2011 – Beschwerliche Anreise in die Ukraine

Eigentlich könnte alles so einfach sein. Man steigt in ein Flugzeug ein, jettet los, steigt in kurzer Zeit um und fliegt danach zu seinem Zielflughafen. Dass es auch anders geht, hat am heutigen Tag der ungarische Fluglinie Malev eindrucksvoll bewiesen.

Das Flugzeug, das uns nach Budapest bringen sollte, landete bereits eine halbe Stunde später als geplant – und so kam es, wie es kommen musste. Wir starteten etwa 45 Minuten nach der geplanten Zeit und konnten bis zur ungarischen Hauptstadt auch nichts mehr aufholen. Bereits am Eingang zum Terminal stoppte uns eine Mitarbeiterin der Fluggesellschaft und teilte uns lapidar mit, dass der Anschlussflieger nicht warten würde. Danach hieß es am Informationsschalter anstellen und überraschen lassen, welche Lösung die Fluglinie nun anbietet. Alles in allem ein heilloses Durcheinander, dass man mit Hilfe ein paar kleiner Organisationsveränderungen hätte problemlos lösen können.

Über Kiew sollten wir am Nachmittag nach Odessa fliegen. Zunächst einmal wurden wir auf Kosten der Airline zu einem nicht gerade üppigen Mittagessen eingeladen. Mit einem Verzehrgutschein von umgerechnet etwa 8,- € kann man sich auch auf dem Flughafen Budapest nicht gerade satt essen. Nur ein Stückchen Pizza und eine Getränkedose – schon war das komplette Geld aufgebraucht. Trotzdem hatten wir Glück im Unglück und konnten wenigsten am Nachmittag die Reise in die ukrainische Hauptstadt fortsetzen.

Bei traumhaftem Sommerwetter landeten wir gegen 18.00 Uhr in Kiew. Uns erwarteten lange Warteschlangen bei der Einreise und danach ein etwas umständlicher Terminalwechsel und eine weitere Warteschlange, um nach Odessa einzuchecken. Aufgrund eines vorangegangenen Stromausfalls am Flughafen konnten wir erst am späten Abend weiterfliegen und landeten um kurz vor 23 Uhr in Odessa. Hier wartete bereits Oleg auf uns gemeinsam fuhren wir mit einem Taxi nach Ochakov. Nach dieser komplizierten Anreise, die insgesamt etwas über 17 Stunden dauerte, fielen wir völlig erschöpft in unsere Betten. Lange schlafen konnten wir nicht, da ja bereits am nächsten Tag ein umfassendes Programm zu lösen war.

 

Überraschungsbesuch auf dem Kiewer Flughafen

Fast 8 Stunden (!) später als geplant erreichten wir Odessa

 

Oster-Fahrradtour – Tag 3

Der letzte Tag der Reise war im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Etappen ein absoluter Genuss. Es gab keinerlei Berge zu erklimmen und die Strecke führte zunächst an der Mosel entlang bis nach Koblenz. Von hier folgte ich dem “Vater Rhein” bis nach Mainz, um von dort unserem Main bis nach Hause zu folgen.

Es war wieder ein absoluter Traumtag. Sieben Sonnen standen am Himmel und bereits um 10.00 Uhr erreichte ich Koblenz, wo momentan die Bundesgartenschau zu einem Besuch einlädt. Dafür hatte ich aber leider keine Zeit und so folgte ich dem Rhein-Radweg in Richtung Süden. Das Obere Mittelrheintal empfing mich mit vielen Burgen, romantischen Städtchen und einer traumhaften Bergkulisse. Beispielhaft seien hier die Marksburg bei Braubach, die Loreley oder die Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub genannt. Nicht ohne Grund verlieh die UNESCO dem Oberen Mittelrheintal den Titel “Welterbe”. Am frühen Abend erreichte ich Mainz. Auf bekanntem Weg ging es nach Hause, wo mich meine Familie schon erwartete.

Gefahrene Kilometer: 150.25 Kilometer
Fahrzeit: 8 Stunden 9 Minuten 36 Sekunden
Durchschnittliche Reisegeschwindigkeit: 18,41 Kilometer pro Stunde

Romantischer Weinort Winningen an der Mosel

Lay an der Mosel

 

Ein Weingarten kurz vor Koblenz

Am Deutschen Eck

Die Nixe Loreley versucht einen Fischer zu bezirzen

Die Marksburg bei Braubach

Burg Katz über Sankt Goarshausen

Der Loreley-Felsen

Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub

Da hätte der Fotograf doch einen Schritt zur Seite gehen sollen!

 

 

Oster-Fahrradtour – Tag 2

Der zweite Tag begann mit nächtlichen Regenschauern. Glücklicherweise verzogen sich die Wolken schon am Morgen und danach schien den ganzen Tag die Sonne. Das Streckenprofil war heute sehr anspruchsvoll - ein ständiges Auf und Ab.

Ich startete in der Nähe von Malmedy und radelte zunächst direkt auf die deutsche Grenze zu. Über Gerolstein und Daun führte mich meine Rad-Reise weiter nach Cochem an der Mosel. Ab hier war es flach und ich folgte dem Mosel-Radweg bis nach Kobern-Gondorf. Im letzten Licht des Tages baute ich das Zelt relativ gut geschützt unter einer Brücke auf. Da war ich wenigstens vor Regen geschützt, der in dieser Nacht natürlich ausblieb.

Gefahrene Kilometer: 166,19 Kilometer
Fahrzeit: 9 Stunden 25 Minuten 01 Sekunden
Durchschnittliche Reisegeschwindigkeit: 17,64 Kilometer pro Stunde

Landidylle in Ostbelgien

Umweltfreundliche Stromerzeugung mit Windrädern

 

Kletterfelsen bei Gerolstein

Auf einer Eifelwiese

Cochem an der Mosel

Blick auf Niederfell

 

 

Oster-Fahrradtour – Tag 1

Eigentlich wollte ich ja über Ostern nach Berlin fahren. Kurzfristig wurden aber die Pläne geändert und so führte meine Oster-Radtour zunächst mit dem Zug nach Stolberg im Rheinland. Dort besuchte ich erst einmal den kleinen Maximus in Mausbach. Von dort radelte ich über Aachen und Vaals auf den höchsten Berg der Niederlande. Man soll es kaum für möglich halten, aber die Straße führte tatsächlich in kleinen Serpentinen zum Drielandenpunt (Dreiländerpunkt 323 Meter) nach oben .

Vom Dreiländerpunkt (Belgien, Deutschland, Niederlande) fuhr ich weiter nach Belgien. Das Streckenprofil wurde etwas welliger und hinter Eupen musste ich sogar viele Kilometer bergauf fahren, um den höchsten Berg Belgiens (der 694 Meter hohe Botrange im Hohen Venn). Weiter ging es in das kleine Städtchen Malmedy. Da es bereits dunkel wurde, suchte ich mir als Schlafplatz eine abgelegene Wiese neben einem Bahntrassenradweg.

Gefahrene Kilometer: 103,01 Kilometer
Fahrzeit: 5 Stunden 52 Minuten 34 Sekunden
Durchschnittliche Reisegeschwindigkeit: 17,53 Kilometer pro Stunde

Der kleine Maximus mit seiner Mama Rossana

In der Aachener Innenstadt

Am Dreiländerpunkt - Belgien, Deutschland, Niederlande

Am Dreiländerpunkt befindet sich auch die höchste Erhebung der Niederlande

 

 

Auf dem Botrange - dem höchsten Berg Belgiens

Ein Hochmoor im Hohen Venn