Archiv für den Monat: Februar 2011

26.02.2011 – Im Banne der Granitriesen

Über Nacht hatte der Wind tatsächlich stark nachgelassen. Dafür wurde es frisch. Am Morgen zeigte das Thermometer meiner Uhr nur noch 6,3 Grad im Zelt an. Nach einem schnellen Frühstück machte ich mich gleich auf, um die nächsten guten 115 Kilometer in Angriff zu nehmen. Bereits kurz nach dem Start tauchten im Hintergrund meine Tagesziele auf. Der Cerro Torre und der Fitz Roy (Cerro Chalten) leuchteten im Frühdunst. Leider zogen im Tagesverlauf Wolken auf und verhinderten so den freien Blick auf die Berge. Der Wind wehte nur sehr schwach schräg von Vorne und ich konnte so richtig kräftig in die Pedale treten.

Bereits am frühen Nachmittag erreichte ich El Chalten. Es ist nur ein kleiner Ort, der vom Bergtourismus lebt und erst Mitte der 80er-Jahre gegründet wurde. Als Übernachtungsmöglichkeit suchte ich mir ein Hostel, da in den nächsten Tagen Bergtouren anstehen und dort mein Fahrrad sicher steht. Derzeit ist geplant, dass ich die Bergtouren mit den zwei deutschen Motorradfahrern Christian und Reinhold unternehme.

Für mich geht es erst am Freitag von El Chalten auf einem abenteuerlichen Grenzpfad nach Chile. Von matschigen Wegteilen und Flussdurchquerungen wurde mir bereits berichtet. Das Gepäck muss komplett in den Rucksack, um das Fahrrad möglichst leicht zu haben. Über einige Passagen kann es nur getragen werden. Nach 7 Kilometern ist die Passhöhe erreicht und auf der chilenischen Seite warten 15 Kilometer Abfahrt bis zu einem Bauernhof am See. Hier ist wohl pures Abenteuer garantiert.

Das Ziel ist (fast) in Reichweite

Ein Blume versucht im kargen Kiesbett neben der Straße zu überleben

 

Am Straßenrand

Das sind die Granitriesen - Cerro Torre und Fitz Roy (Cerro Chalten)

 

25.02.2011 – Der Wind ist zurück – jetzt noch heftiger wie vorher

Zu meinem nächsten Ziel (El Chalten) sind es etwa 225 Kilometer. Es waren ab Mittag Windböen bis 60 Kilometer pro Stunde gemeldet und es sollte trocken bleiben. Da 60 Kilometer Windgeschwindigkeit nicht mehr so schlimm war, brach ich gegen 9.30 Uhr auf, um zumindest die erste Hälfte von 110 Kilometern zu absolvieren. Es bewölkte sich sehr schnell und bereits nach etwas mehr als einer Stunde setzte leichter Regen ein. Das hatte ja gerade noch gefehlt. Zum Glück war es noch nicht windig. Dies änderte sich aber schlagartig, als ich wieder auf die Ruta 40 abzweigte und in Richtung Norden fuhr. Minütlich verstärkte sich der Wind, bis er wieder zu einem kräftigen Sturm herangewachsen war.

Der Wind traf mich schräg von vorne und teilweise direkt von der Seite. Es war wieder die Hölle. Die Böen wurden so stark, dass sie mich mehrfach „aus der Bahn warfen“ und mich im Schotterstreifen neben der Straße landen ließen. Der Wind pfiff in meinen Speichen wieder ein rhythmisches Lied. Immer wieder setzte leichter Regen ein. Die Böen wurden so stark, dass ich mein Fahrrad an exponierten Stellen schieben musste und selbst das gelang später nicht mehr. Also war Warten am Straßenrand angesagt. Sobald der Wind etwas abflaute, versuchte ich wieder ein paar Meter zurückzulegen und so ging das mehrere Stunden lang. Trotzdem waren gegen Abend 110 Kilometer (also genau die Hälfte) absolviert. Es gab hier draußen sogar ein Hotel. Das Zimmer war mit umgerechnet 50,- € aber zu teuer und so baute ich in einem von Pappeln geschützten Bereich mein Zelt auf. Auf freier Fläche würde es wahrscheinlich das Zelt in tausend Stücke reisen.

Windaussichten: In der Nacht deutlich abflauend und morgen nur noch schwacher Wind bis maximal 20 Kilometer die Stunde. Da sollten die letzten 110 Kilometer nach El Chalten doch zu schaffen sein. Cerro Torre und Fitz Roy (Cerro Chalten) ich komme ;-).

Unterwegs in der Pampa

Interessante Felsformationen am Wegesrand

 

Ein Verkehrszeichen spricht Bände - Seitenwind

Die argentinische Version von Steinschlaggefahr

 

24.02.2011 – Besuch beim Gletscher

Um 08.30 Uhr setzte sich der Bus in Bewegung, der mich in den Nationalpark „Los Glaciares“ brachte. Bereits vor dem Gletscher gab es immer wieder lohnende Fotoeinstellungen. Da merkte man erst einmal, wie unabhängig eine Reise mit dem Fahrrad ist. Der Bus fuhr und fuhr und fuhr und vernünftige Fotos waren Fehlanzeige. Irgendwann reichte es mir. Als der Bus an einem Schiffsanleger anhielt, stieg ich aus und kämpfte mich auf eigene Faust zum Gletscher. Es waren wohl etwa 10 Kilometer Fußweg. Günstige und lohnende Fotoeinstellungen entschädigten aber für den längeren Marsch.

Der Perito-Moreno-Gletscher ist gigantisch groß. Wenn mal alle Gletscher der Alpen zusammennimmt, wäre die Eisfläche immer noch viermal größer. Am Ende mündet eine 60 Meter hohe Eiswand in den Lago Argentino. Diese Eiswand ist vier Kilometer lang und geduldige Personen können das Naturschauspiel erleben, wie immer wieder größere Eisbrocken abbrechen und in den See stürzen.

Ich positionierte mich an einer scheinbar günstigen Stelle und wurde nach etwa einer Stunde belohnt. Binnen 30 Sekunden brach in zwei Teilen eine Eisfläche von etwa 250 Meter Länge in sich zusammen. Die Kamera kam mit dem Abspeichern der Fotos nicht mehr nach. Immer wieder ergaben sich neue Szenarien, die ich auf Digitalbilder festhalten wollte. Einige gute Schüsse von der herabstürzenden Wand sind mir aber trotzdem gelungen. Diese Bilder gibt es aber erst bei meinem Patagonienvortrag für die Öffentlichkeit zu sehen. Man soll es kaum glauben: Michael war gestern mit dem Flugzeug auf dem Weg nach Santiago de Chile und ich sah seinen Flieger am Horizont über das südliche Eisfeld fliegen. Wie er mir per E-Mail mitteilte, war es der schönste Flug seines Lebens und er konnte viele spektakuläre Fotos schießen (er von oben, ich von unten). Gegen 17.00 Uhr ging es wieder zurück nach El Calafate.

Am Gletscher traf ich auch auf Christian und Reinhold aus Deutschland, die mit dem Motorrad unterwegs sind und wir schon auf der Fähre von Porvenir nach Punta Arenas kennengelernt hatten. Sie luden mich spontan für den Abend zum Grillen ein. Es gab fantastische Lammkeule mit selbst gemachten Bratkartoffeln und Salat. Das war ein wirklich schöner Ausklang für so einen spektakulären Tag. Wir unterhielten uns bis spät in die Nacht und verabredeten uns für El Chalten (da will ich in zwei Tagen sein).

Seltsame Wolkenformationen über Patagonien

Die Calafate-Beere wächst überall in den Bergregionen Patagoniens

 

Die Südflanke des Gletschers

Wilder Gletscher

 

Auf den Aussichtsbalkonen

Selbstportät - Wie man sieht, geht es mir gut.

 

23.02.2011 – Ausruhen in El Calafate

Vom heutigen Tag gab es nicht sehr viel zu berichten. Ich schaute mir ein wenig die Stadt an und organisierte eine Fahrt zum Perito-Moreno-Gletscher. Da man in der Nähe nicht zelten darf und der nächste Campingplatz 60 Kilometer entfernt ist, machte es keinen Sinn, mit dem Fahrrad dorthin zu fahren. Eine Fahrt mit dem Bus war die einzige sinnvolle Alternative. Die verbleibende Zeit nutzte ich zum Beantworten von E-Mails, erweitern der Internetseite (die Empfehlungen von unterwegs sind jetzt auch eingetragen) und fotografieren der Stadt vom Seeufer aus.

Zelttrocknen in der Unterkunft

Das Zentrum von El Calafate

 

Viele Geschäfte für unzählige Touristen

Blick vom Lago Argentino auf die Stadt

 

22.02.2011 – Wind, Regen und ein platter Reifen – … alles was ein Fernradfahrer so braucht!

Die Nacht war windstill und regnerisch. Zu allem Unglück hatte auch der Hinterreifen weiter an Luft verloren und so war ich bereits morgens mit Pumpen beschäftigt. Über die Schotterpiste ging es die verbleibenden 24 Kilometer zur nächsten Straßenkreuzung. Außer einem verwaisten Haus gab es hier wieder nichts. Erneutes Aufpumpen wurde dafür notwendig und der Takt verkürzte sich zusehends. Zudem setzte zeitweiliger Regen ein. Es kam heute aber auch alles zusammen. Was sollte ich tun? Ich entschied mich für einen Wechsel des defekten Schlauchs und musste das Hinterrad komplett ausbauen. Zum ersten Mal bei dem neuen Fahrrad und es gelang absolut ohne Probleme. Beim Losfahren bemerkte ich aber, dass die Schaltung nicht funktionierte. Oh je, aber auch das war kein Problem, denn lediglich ein Bajonett-Verschluss der Schaltseile hatte sich aus der Verankerung gelöst und binnen 10 Sekunden war auch dieses Problemchen gelöst. Sollte ich vom Verwaltungsbeamten doch noch zum professionellen Fahrradtechniker mutieren. Wer weiß, ein erster Anfang war zumindest gemacht. Der Schlauchwechsel war genau die richtige Entscheidung, denn so konnte ich das kraftraubende Streckenprofil ohne weitere Zwischenfälle bewältigen. Es wurde ziemlich kühl und der Regen stärker. Ein Blick auf den Höhenmesser brachte das Ergebnis. Über viele kleine Buckel war ich mittlerweile auf eine Höhe von über 800 Metern angekommen. Der weitere Reiseverlauf durch die wohl langweiligste und sehr monotone Steppenlandschaft von Südamerika verlief ohne weitere Vorkommnisse und gegen 18.00 Uhr war El Calafate erreicht. Ein hartes Stück Arbeit mit vielen kleinen Hindernissen lag hinter mir, die glücklicherweise alle zum Guten gelöst werden konnten.

Am Abend hatte es sich eingeregnet. So ging ich in das nächstgelegene Restaurant an der Ecke. Als Spezialität wurde frisches Schafsfleisch vom Grill angeboten. Mit der leckeren Sauce „Chimichurri“ war es wieder ein Hochgenuss für die Sinne. Zweifelsfrei scheint es in Argentinien das beste Schaffleisch der Welt zu geben (in Chile hatte ich es bisher noch nicht probiert!).

Auch der Regen gehört dazu

Monotone Landschaften bis zum Horizont...und ein bißchen weiter

 

21.02.2011 – Rekordjagd nach Kilometern

Michael hat die Reise leider abgebrochen. Er wird von Puerto Natales aus versuchen, den Gletscher „Perito Moreno“ in Argentinien zu besuchen und danach (sofern möglich) mit dem Schiff nach Puerto Montt zu gelangen. Von Puerto Montt möchte er über Santiago de Chile vorzeitig zurück nach Deutschland fliegen.

Meine Reise musste aber weitergehen und so bestieg ich bereits um kurz vor halb neun das Fahrrad, um mich auf den Weg in das etwa 275 Kilometer entfernte El Calafate in Argentinien zu machen. Die Chefin unserer Unterkunft sagte mir, dass es außer einer Tankstelle nichts gäbe und sie hatte natürlich recht. Der Tag begann wunderbar sonnig und es wurde mir nicht klar, warum es heute so prima rollte. Wollten mich irgendwelche magischen Kräfte aus Chile fortloben oder drückten einfach nur genug nette Menschen die Daumen für guten Wind? Ich konnte es nicht sagen. Fakt war aber, dass ich bis zur chilenisch / argentinischen Grenze bei leichtem Rückenwind und sommerlichen Temperaturen eine exzellente Durchschnittsgeschwindigkeit von 19.5 Kilometer pro Stunde halten konnte. Dazu kam eine herrliche Landschaft und später immer wieder Blicke auf das „Torres del Paine“-Massiv. Auch die Grenzabfertigung in beiden Ländern klappte heute vorzüglich. Argentinien erwartete mich gleich mit ordentlichen Anstiegen auf Schotterpisten. Am höchsten Punkt stieß ich auf die berühmte Ruta 40 und mit weiterhin hoher Geschwindigkeit ging es in Richtung Tankstelle im vierzig Kilometer entfernten Tapi Aike. Direkt bei Erreichen der Tankstelle bemerkte ich, dass der Hinterreifen Luft verlor. Das Problem war binnen 20 Minuten gelöst. Von hier warteten jetzt etwa 60 Kilometer Piste in bisher schlechtestem Zustand. Viele Steine, unzählige Rippen und die langweiligste Landschaft der gesamten Tour begleiteten mich fortan. Der Platten war zwar geflickt, dennoch verlor der Reifen weiterhin Luft. Nach knapp 10 Stunden Fahrt und guten 160 Kilometern schwanden meine Kräfte zusehends und ich hielt nach einem geeigneten Schlafplatz Ausschau. Im letzten Licht des Tages baute ich das Zelt auf, schrieb mein Tagebuch und legte mich schlafen. Über die Hälfte der notwendigen Kilometer nach El Calafate war bereits geschafft. Zum Glück!!!

Die Idylle trügt - vermintes Land!

Das Rad mit dem "Torres del Paine"-Massiv im Hintergrund

 

Grauenhaft Piste - langweilige Landschaft

Das erste Nachtlager in Argentinien

 

20.02.2011 – Zurück nach Puerto Natales

Leider hatte Michael noch immer Probleme mit seinem Knöchel und so entschieden wir uns, die Wanderung bereits vorzeitig zu beenden und zum Pehoe-See abzusteigen. Nach einem fantastischen Sonnenaufgang ging es zunächst an einem riesigen See vorbei. Immer wieder öffneten sich neue atemberaubende Ausblicke auf die Berge. Der schneebedeckte Teil des Gebirges lag jetzt zum Greifen nah und immer wieder konnte man das Grollen der Gletscherlawinen hören, die vom höchsten Punkt des Massivs nach unten stürzten. Vom Pehoe-See fuhren wir mit einem Katamaran zu einer Bushaltestelle. Nach kurzem Umsteigen konnte wir die Rückfahrt nach Puerto Natales antreten.

Nach der Ankunft im Hotel duschten wir uns ausgiebig und nutzten die verbleibende Zeit zum Wäsche waschen. Es war so heiß (24 Grad), dass die Bewohner von Puerto Natales bereits über die Temperaturen klagten und Abkühlung im recht kühlen Wasser des Pazifiks suchten. Wie sollte es anders sein. Kaum waren wir im Hotel setzte auch der Wind wieder ein. Er war wieder da – nicht so stark wie in den vorangegangenen Etappen, aber heute nützte er uns. Die Wäsche wurde durch ihn innerhalb von zwei Stunden trocken.

Die nächste Etappe nach El Calafate werde ich alleine mit dem Fahrrad zurücklegen. Michael wird mit dem Bus fahren und sich Gedanken darüber machen, ob und wie er die Reise fortsetzt. Da es nach El Calafate gute 250 Kilometer sind, wird die nächste Aktualisierung wieder ein paar Tage auf sich warten lassen.

Monduntergang über den eisigen Gipfeln

Martin am Eingang zum Franzosen-Tal

 

Eine Südbuche über dem Pehoe-See

Traumhafter Gipfelblick

 

19.02.2011 – Stippvisite bei den “Torres”

Heute machten wir uns bereits um 5.30 Uhr auf, um ein besonderes Spektakel mitzuerleben. Zusammen mit weiteren 100 Leuten (wahrscheinlich der komplette Campingplatz) stiegen wir in absoluter Dunkelheit und nur mit dem Licht unserer Stirnlampen zum Mirador „Las Torres“ auf. Es ist wohl der Platz, wo man die „Torres“ (auf Deutsch die Türme) am besten sehen kann. Kurz vor Sonnenaufgang waren erreichten wir den Aussichtspunkt und konnten den Blick auf die über 2.000 Meter aufragenden Granitfelsen genießen. Leider waren am Himmel noch einige Schleierwolken, sodass uns die flammende Bestrahlung durch die aufgehende Sonne verwehrt blieb. Doch die Geduldigen bekamen doch noch etwas zu sehen. Wie als hätte jemand den Lichtschalter angeschaltet, begannen die Türme von einem auf den anderen Moment in gleißend goldenem Licht zu erstrahlen. Das Warten und Frieren hatte sich also gelohnt. Danach erfolgte der Abstieg zum Zeltlager.

Im weiteren Tagesverlauf wanderten wir über den Höhenweg in Richtung der bekannten „Felsenhörner“. Normalerweise werden die Wanderer hier vom Wind im wahrsten Sinne des Wortes verblasen. Heute war aber alles anders. Bei Sonnenschein und Temperaturen von über 20 Grad war es absolut windstill – unglaublich! Gegen Abend erreichten wir unseren Zeltplatz direkt unterhalb der steilen Felswände und konnten noch eine herrliche Dämmerungserscheinung bewundert. Ein traumhafter Bergtag im Nationalpark „Torres del Paine“ ging zu Ende.

Die "Torres" im schönsten Licht

Das erste Traumziel ist erreicht

 

Rast auf dem Höhenweg

Für uns die schönste Blüte im Nationalpark

 

Absacker-Bierchen vor traumhafter Kulisse

Abendstimmung am Zeltplatz

 

18.02.2011 – Auf geht´s – Wandern ist angesagt

Nach einer ruhigen und sehr angenehmen Nacht ließen wir es heute ruhig angehen. Auf dem Programm stand, die Sachen für die Wanderung zu packen. Alle Dinge, die wir nicht brauchten, blieben im Hotel. Auch die Fahrräder bekamen eine schöne Unterkunft. In einem Vorraum des Hotels konnten sie aus dem Fenster schauen und die Touristen bewundern – oder umgekehrt!

Gegen 14.00 Uhr wurden wir von einer Limousine abgeholt und zum Reisebus gebracht. Es dauerte noch zwei Stunden, bis die etwas beschwerliche Strecke in den Nationalpark hinter uns lag. Glücklicherweise waren die Räder im Hotel. Die Schotterpisten waren wieder mit vielen Rippen durchsetzt und hätten sich nur schlecht und langsam fahren lassen.

Am frühen Abend war der Einlass des Nationalparks erreicht. Nach der Entrichtung einer Gebühr von umgerechnet fast 25,- € (das ist kein Witz!) durften wir endlich eintreten und los wandern. Über mehrere leichte Hügel führte der Weg zunächst an einem großen Hotelkomplex vorbei. Danach folgte ein recht strammer Aufstieg in ein Tal hinein. Vorbei ging es an der „Chile-Hütte“ und weiter durch ursprünglich erhalten gebliebenen Südbuchenwald. Pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit hatten wir den Lagerplatz erreicht und im allerletzten Licht wurde das Zelt direkt neben einem kleinen Bach errichtet. Bachrauschen zum Einschlafen wurde als Zugabe inklusive geliefert.

Die erste Brücke ist überquert

Erster Blick auf das Gebirgsmassiv

 

Die Sonne geht unter - die Schatten werden lang

Unberührte Bergbäche - eine beliebte Frischwasserversorgung

 

17.02.2011 – Endlich in Puerto Natales

Michael wartete bereits in Puerto Natales auf mich. Mir blieb nichts anderes übrig, als nochmals gegen den Wind zu kämpfen. Dies war anfangs gar nicht so einfach, da es eine aufziehende Regenfront zu umfahren galt. Es gelang unter massiven Einsatz von Kräften. Glücklicherweise fehlten nur noch 65 Kilometer, die ich in etwa 5 Stunden zurücklegte. Vom Streckenverlauf und vom Wind gab es nichts Außergewöhnliches zu berichten. Es war im Großen und Ganzen wie in den letzten beiden Tagen.

Ich war richtig stolz, als ich Puerto Natales am Horizont auftauchen sah. Bei der Einfahrt in den Hafen traf ich auch gleich auf Michael, der bereits eine schicke Unterkunft reserviert hatte.

Puerto Natales ist ein kleines Städtchen, das uns beide vom Stil so ein wenig an eine Ortschaft in Alaska erinnerte. Die Stadt liegt am Wasser und hat durch Inseln hindurch einen offenen Zugang zum Pazifik. Sehenswertes gibt es eigentlich nicht. Nur der Ausblick in die rauen und schneebedeckten Felsgipfel hat uns gefallen. Dafür wimmelte es nur so von Touristen, denn der Ort ist Ausgangspunkt für Ausflüge in den Nationalpark „Torres del Paine“. Einige Leute vergleichen das Bergmassiv mit den „Drei Zinnen“ in Italien. Von den Dimensionen sollte man es sich aber so vorstellen, dass die Felswände dreimal höher sind und der Gebirgszug ebenfalls deutlich größer ist. Davon mehr in den nächsten Tagen.

Ein Tor zum Ende der Welt

Blick auf Puerto Natales

 

Unterwegs in Puerto Natales

Ein etwas anderer Mülleimer

 

Ein Angler bei der Arbeit

Interessante Wolkenstimmung in Puerto Natales