Archiv für den Monat: Dezember 2010

Citytrip nach Rom

Vom 12. bis 14. November 2010 unternahm ich zusammen mit meiner Frau einen Wochenendausflug nach Rom. Für zwei Tage rückte das nasskalte mitteleuropäische Herbstwetter in den Hintergrund und wir konnten traumhafte Sonne und Temperaturen von 21 Grad Celsius genießen.

Fotoimpressionen aus Rom:

Das neue Tourenfahrrad ist da

Am 26. Oktober 2010 konnte ich mein neues Tourenfahrrad bei Fahrrad Claus (www.fahrrad-claus.de) in Trebur in Empfang nehmen. Im Gegensatz zu meinem Utopia-Fahrrad ist es mit 26-Zoll-Laufrädern ausgestattet. Die übrigen Ausstattungsmerkmale sind weitgehend identisch. Es ist angenehm sportlich zu fahren und befindet sich bereits seit 27. Oktober 2010 im täglichen Einsatz auf Fahrten zu meiner Arbeitsstelle.

Das neue Fahrrad am 31. Oktober 2010 am Frankfurter Mainufer

Herbstbesuch in der Ukraine – Teil 2 – Halbinsel Krim und Dnipropetrovsk

Kurz hinter Ochakiv wurde das Wetter so richtig schlecht. Es begann in Strömen zu regnen. Ich hoffte nur, dass wir in den nächsten Tagen auch etwas Sonne zu sehen bekommen, denn im Süden der Halbinsel Krim warteten doch eine ganze Menge Sehenswürdigkeiten. Kurz hinter Kherson wurde es bereits dunkel. So blieb mir der Blick auf die steppenartige Landschaft im Nordteil der Halbinsel zunächst erspart. Kurz hinter Simferopol fanden wir eine nette kleine Pension. Im angeschlossenen Restaurant genossen Oleg, Lena und ich noch sehr schmackhafte armenische Speisen.

Das Landschaftsbild veränderte sich sofort hinter Simferopol. Die Steppe ging innerhalb weniger Kilometer in eine schroffe Mittelgebirgslandschaft über. Die höchsten Gipfel des Krimgebirges sind immerhin über 1.500 Meter hoch. Aus dem Auto heraus konnten wir diese herrliche Gegend genießen. Durch die gestrigen Niederschläge und die fast schon winterlichen Temperaturen waren die Berge sogar mit etwas Schnee überzuckert. In scharfen Kurven zog sich die Straße hinunter nach Alushta. Ab hier folgten wir der Küste, an der sich von jetzt an ein Ferienort an den anderen anschloss. Über Jalta fuhren wir bis Gaspra, wo wir ein kleines sympathisches Hotel bezogen. Das Wetter zeigte sich von seiner wechselhaften Seite. Kurze Regenschauer wechselten sich mit sonnigen Abschnitten ab. Auf unserer Besichtigungstour standen heute der Livadija-Palast (Sommerresidenz des letzten russischen Zaren Nikolaus II und Austragungsort der Konferenz von Jalta -  Stalin, Churchill und Roosevelt verhandelten 1945 über das Nachkriegseuropa) und Jalta, den wohl bekanntesten Kur- und Badeort an der Südküste der Krim. Oleg wollte noch hoch auf die Berge fahren. Ein sehr lohnender Einfall. Vom Bajdarskie Worota (dem Bajdar-Tor) bot sich ein herrlicher Ausblick auf die Kirche von Foros (427 Meter über dem Meer) und die sehr abwechslungsreiche wilde Südküste. Dank Lena statteten wir dem nahegelegenen Restaurant einen Besuch ab und probierten typische Spezialitäten der Krimtataren. Es gab unter anderem Cheboreki – eine mit Hammelfleisch oder Schafskäse gefüllte frittierte Mehlspeise, die wirklich ausgezeichnet schmeckte.

Am nächsten Tag weckte uns ein stahlblauer Himmel. Nach dem Frühstück fuhren wir auf den 1234 Meter hohen Aussichtsberg Aj-Petri. Relativ schnell quollen aber wieder die Kumulus-Wolken und als wir den Berg erreichten, war die Sicht auf Jalta bereits wieder versperrt. Oleg hatte die wohl perfekte Idee in dieser Situation. Über die schmale und kurvenreiche Straße fuhren wir einfach in Richtung Bakhchisaray weiter. Das Krimgebirge brach hier in Richtung Südküste steil und felsig zum Meer hin ab. Vom Aj-Petri in Richtung Norden erwartet uns eine Hochebene mit weichen Grashügeln, die im weiteren Verlauf in eine Waldzone überging und kurz vor der Steppe mit kleinen Tafelbergen endete. Dann war Bakhchisary erreicht. In dieser ehemaligen tatarischen Stadt lockt der Khan-Palast unzählige Touristen aus aller Welt an. Vom 16. bis 18. Jahrhundert errichteten iranische, türkische, ukrainische und russische Baumeister die große und noch sehr gut erhaltene Palastanlage. Die Bevölkerung ist hier größtenteils muslimisch und vom Aussehen erinnerten mich die Menschen eher an die Türkei als an die Ukraine. Die osmanischen Einflüsse waren unübersehbar. Typische Restaurants mit tatarischer Küche luden erneut zum Probieren der lokalen Spezialitäten ein. Neben einer schmackhaften Suppe lies ich mir Manti (Mehlspeise mit Hammelfleisch) schmecken. Zum Tee wurde eine Marmelade aus äußerst leckeren Waldfrüchten (phonetisch Kysyl´) gereicht, die ich bisher aber noch nicht identifizieren konnte. Bei der Rückfahrt stoppten wir nochmals am Aj-Petri. Die Wolkendecke riss kurz auf und gab bizarre Ausblicke auf die Südküste frei. Ein herrlicher Tag an der Krim ging zu Ende, der von der Landschaft und den Menschen her nicht abwechslungsreicher hätte sein können.

Am nächsten Tag hieß es bereits wieder Abschied nehmen. Nach einem kurzen Aufenthalt am Schwalbennest und einem letzten Blick auf die traumhafte Küstenlandschaft ging es über Simferopol und Zaporizhzhia weiter nach Dnipropetrovsk.

Im Gegensatz zu vielen anderen ukrainischen Städten empfing mich Dnipropetrovsk mit einem modernen Stadtbild. Luxusapartments, schicke Einkaufszentren, exquisite Restaurants etc. gibt es nicht überall in Osteuropa in dieser Häufigkeit. Die mit etwas mehr als 1 Million Einwohnern zählende drittgrößte Stadt der Ukraine ist zugleich auch die jüngste Stadt des Landes. Bis in die 90er Jahr war Dnipropetrovsk für Touristen eine „verbotene Stadt“, da hier bedeutende Firmen der Weltraum- und Rüstungstechnik ansässig waren. Mit einem Besuch beim russischen Staatszirkus, der eine atemberaubende Vorführung bot, endete mein Aufenthalt in der Ukraine. Oleg und Lena verabschiedeten mich und mit dem Schnellzug ging es in etwa 6 Stunden wieder nach Kiew. Am nächsten Tag flog ich über Wien zurück nach Frankfurt am Main.

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Oleg und Lena für den wunderschönen Aufenthalt auf der Krim und in Dnipropetrovsk bedanken.

Tipp:

Wer einmal in Dnipropetrovsk ein exotisches Lokal aufsuchen möchte, dem empfehle ich das „Cafe Cuba“. Miguel Angel und seine ukrainische Frau betreiben eine kleine Bar, in der lateinamerikanischer Musik gespielt wird.

Herbstbesuch in der Ukraine – Teil 1 – Das Schulinternat in Ochakiv

Am 01. Oktober flog ich ein weiteres Mal in die Ukraine. Zum einen wollte ich mir die Baustelle unseres Projektes im Schulinternat in Ochakiv anschauen und zum anderen stand ein Besuch auf der Krim an. Der Wetterbericht war tagelang verheißungsvoll. Doch pünktlich zu meiner Abfahrt brach das Wetter ein. Die Temperaturen gingen von 25 Grad auf etwa 12 Grad zurück und außerdem stellte sich noch ein strenger Ostwind ein.

Dieses Mal brachte mich die Lufthansa von Frankfurt am Main in die ukrainische Hauptstadt Kiew. Direkt nach meiner Ankunft auf dem Flughafen fuhr ich mit dem Bus zum Hauptbahnhof und weiter mit dem Zug nach Mykolaiv. Die Investition von etwa 45,- € für den 1-Klasse-Schlafwagen lohnte sich, denn hier fand ich die nötige Ruhe, um mich von den stressigen Tagen auf der Arbeit zu erholen und eine geruhsame Nacht zu verbringen.

Am Bahnhof in Mykolaiv holte mich Oleg ab und gemeinsam fuhren wir zu seinem Freund Sascha, der heute seinen Geburtstag nachfeierte. Ich ruhte mich noch etwas aus und danach machten wir uns auf den Weg in die Stadt, um ein paar Sachen zu erledigen und uns mit Olegs Frau zu treffen. Gegen Nachmittag ging es gemeinsam zurück zu Sascha, wo uns bereits die Gäste und ein reich gedeckter Essenstisch erwarteten. Im Kreis der vielen Einheimischen konnte ich meine Russisch-Kenntnisse aufbessern. Kurz vor Mitternacht holte uns Mischa mit dem Taxi ab und brachte uns nach Ochakiv.

Auf Saschas Grundstück

Saschas Geburtstagsfeier

Während Deutschland am 03. Oktober den Tag der Einheit feierte, stand in der Ukraine der Tag des Lehrers auf dem Programm. Eine schöne Gelegenheit die Lehrerin von Tatiana und deren Mann persönlich kennenzulernen. Wir verbrachten hier viele schöne Stunden und am Ende versprach ich, dass wir uns im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder sehen werden.

Am Montag wartete der offizielle Teil auf mich. Bereits früh am Morgen fuhren wir zum Schulinternat. Es folgte ein kleiner Empfang bei der Direktorin, die unserem Verein für die Unterstützung und den Bau der Duschen herzlich dankte. Leider waren die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen. Ich konnte mich aber davon überzeugen, dass das investierte Geld gut angelegt war und die Arbeiten vorankommen. Zusammen mit den Leitern der Baufirma stiegen wir auch in den nur etwa 1 ½ Meter hohen Keller hinab. Hier wurde bereits eine Pumpe installiert, die zukünftig den Wasserdruck verstärkt. Auch das marode Leitungssystem für die Wasserversorgung wurde vollständig erneuert.

Oleg schaut sich die Abflüsse an

Die Bauunternehmer erläutern uns den Baufortschritt

 

In diesem Raum werden die Warmwasserboiler installiert

Die Arbeiter beim Verlegen der Fliesen

Im Keller wurden die Leitungen erneuert und eine Pumpe installiert

Dieser Wassertank kommt in den Keller des Internats

Zusammen mit der stellvertretenden Leiterin des Schulamts von Ochakiv und Oleg besuchte ich noch die Dorfschule in Kutsurub (etwa 15 Kilometer östlich von Ochakiv). An dieser Schule stand im Oktober 2010 nur eine defekte Heizanlage zur Verfügung. Die Kinder müssen diesen Winter wohl richtig frieren. Im Namen von Kinderherz Untermain e. V. sollte ich prüfen, ob der Verein hier bei der Beschaffung einer neuen Heizungsanlage helfen kann. Da man die neuen Heizkessel aber etwa 100 Meter vom Schulgebäude entfernt in einem Schuppen installieren und das heiße Wasser mittels einer Rohrleitung zum Hauptbau führen will, war ich sehr skeptisch. Kinderherz Untermain e. V. unterstützt nur nützliche Projekte und meiner Meinung nach gehört die Heizung in den Keller des Schulgebäudes und nirgendwo anders hin. Der Wärmeverlust durch die Entfernung dürfte immens sein, sodass wir hier leider nicht helfen können.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit Oleg und Bauunternehmer Sascha endete mein Kurzbesuch in Ochakiv. Meine Freunde aus Dnipropetrovsk holten mich mit dem Auto ab, um zusammen mit mir ein paar Tage auf der Krim zu verbringen.