Archiv für den Monat: November 2010

Kuba – Besuch von Familie und Freunden

Lange lag der letzte Kubabesuch zurück und meine Familie und die Freunde warteten bereits auf mich und meine Frau. So ging es am 20. September dieses Jahres mit dem Flugzeug von Frankfurt am Main direkt nach Havanna. Der Flug dauerte gute 11 Stunden und war im sehr unbequemen Flieger von Condor kein besonderer Genuss. Das Wiedersehen mit meinem Freund Camilo am Flughafen und meinen Schwiegereltern zu Hause entschädigten aber für die Strapazen der Reise.

Viel Zeit verblieb mir nicht, denn ich musste nach einer Woche schon wieder zurück nach Deutschland. Am nächsten Morgen ging es gleich nach Havanna. In der Altstadt hatte sich in den letzten Jahren viel getan. Viele Gebäude wurden restauriert und das Zentrum lädt jetzt zum Verweilen ein. Der öffentliche Personennahverkehr hat sich merklich verbessert. Viele neue Buslinien wurden eingerichtet und moderne Omnibusse aus asiatischer und osteuropäischer Produktion sorgen für einen regelmäßigen Takt mit meist nur kurzen Wartezeiten.

Um von Havanna in den äußersten Westen fahren zu können, mieten wir uns für 2 Tage ein Auto. Der Mietpreis ist zwar relativ hoch, doch mit dem Fahrzeug sind wir sehr mobil und können die Familie in Sandino und La Palma (Provinz Pinar del Rio) besuchen. Doch zunächst geht es nach Einbruch der Dunkelheit an den Strand von Santa Maria. Das Wasser war mindestens 30 Grad warm (so etwas hatte ich noch nie erlebt). Leider konnte man sich bei ziemlich kräftigem Wind und hohen Wellen nur in unmittelbarer Strandnähe aufhalten. Aber egal, wir hatten viele Spaß und ich konnte etwas von den anstrengenden Tagen im Büro entspannen.

Bereits kurz nach dem Morgengrauen machten wir uns mit dem Mietwagen in Richtung Sandino auf. Das Wetter war zunächst herrlich doch im Westen der Insel kamen wir in heftigen Regenschauer, die die Straße in eine Seenlandschaft verwandelte. Die Oma meiner Frau sowie Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins warteten bereits auf uns. Die Wiedersehensfreude war riesig und so vergingen die Stunden wie im Flug. Da rückte die schlechte Witterung in den Hintergrund.

Auf den nächsten zwei Fotos sehen Sie die Familie von Yadamis. Danach folgt die Familie von Rossana und ein Bild mit der Mutter unserer Freundin Irina. 

 

Am Folgetag brachen wir zeitig auf, um über Pinar del Rio zunächst nach La Palma zu fahren. Pinar del Rio ist die quirlige Provinzhauptstadt im Westen von Kuba. Sie ist auch die Hauptstadt des Tabakanbaus und in deren Umgebung wird angeblich der beste Tabak der Welt angebaut. Von dort führte die Straße recht kurvenreich in Richtung Vinales. Im Tal von Vinales gab es herrliche Felsentürme (mogotes) zu bewundern, bevor wir nach weiteren 25 Kilometern die Kleinstadt La Palma erreichten. Hier wohnen Bruder, Neffen und Nichten meiner Frau, denen wir noch einen Besuch abstatteten. Neffe Franknier zeigte mir, wie er mit relativ einfachen Mitteln Andenken aus Holz fertigt, die auf dem Markt in Vinales verkauft werden. Nach dem reichhaltigen Essen hieß es Abschied nehmen und wir brachen in Richtung Havanna auf. Traumhafte Felslandschaften zogen vorüber und ich hätte hier gerne noch ein paar Stunden in dieser reizvollen Gegend verbracht. Vor lauter Natur vergaß ich den Blick auf den Tankanzeiger und dieser leerte sich zusehends. Da das Tankstellennetz in Kuba noch immer recht dünn ist und wir uns auch noch verfuhren, bekam ich es langsam mit der Angst zu tun. Nach etwa 40 Kilometern war das Benzin restlos verbraucht, der Anzeiger stand auf Anschlag “0″ und in allerletzter Minute fanden wir glücklicherweise eine Tankstelle. Das hätte auch ins Auge gehen können.

Auf den folgenden Fotos sehen Sie die herrlichen Landschaften und Felsformationen im Tal von Vinales. Danach zeigt mir Franknier seine Holzarbeiten und Yadamis ist mit der Familie aus La Palma zu sehen.

 

Den Freitag und Samstag verbrachte ich zusammen mit meinen Freund Camilo und wir nutzten die verbleibende Zeit für umfangreiche Gespräche. Alte Urlaubserinnerungen, Erlebnisse der letzten Jahre und Weltpolitik waren nur einige der Themen, über die wir uns austauschten. Zum Abschluss besuchten wir noch die Familie meines Ex-Schwagers. Acht Jahre hatten Camilo und ich German, seine Frau Adis und den Sohn Germancito nicht gesehen und so war die Wiedersehensfreude natürlich riesengroß. Vom Balkon konnten wir noch einen traumhaften Sonnenaufgang genießen, bevor es nach Hause ging.

 

 

Die letzten beiden Tage verbrachte ich zusammen mit meiner Frau und ihren Eltern. Wir gingen zusammen in ein Restaurant im China-Viertel und die Freundinnen Idania und Elianne besuchten uns in der Wohnung. Die unzähligen schönen Momente gingen leider viel zu schnell zu Ende und so hieß es wieder Abschied nehmen. Am 27. September flog ich zurück nach Frankfurt am Main. Meine Frau blieb noch eine Woche länger im Kreise ihrer Familie.