Archiv für den Monat: September 2010

Rumänien – Teil 4 – Impressionen aus Bukarest

Am 11. und am 12. September 2010 nutzen wir die letzten Stunden unserer Reise, um uns die rumänische Hauptstadt anzuschauen.

Hier ein paar Impressionen von Bukarest:

 Tipp:

Essen in Bukarest: Caru´cu bere – www.carucubere.ro – ein tolles Restaurant mit fantastischem Ambiente und einer großen und leckeren Auswahl an Speisen. Das Personal spricht sehr gut Englisch. Eine Tischreservierung ist empfehlenswert – ansonsten muss man ein paar Minuten an der Theke warten, bis ein Platz frei wird. Abends wird ein Tanzprogramm angeboten.

Rumänien 2010 – Teil 3 – Tulcea und das Donaudelta

Von Brasov machten wir uns am 08.09.2010 mit dem Bus auf in Richtung Osten. Es ging über Ploiesti, Buzau und Braila nach Galati. In Galati mussten wir mit einer großen Fähre die Donau überqueren und auf der anderen Uferseite mit dem nächsten Bus nach Tulcea fahren. Insgesamt waren wir über 7 Stunden unterwegs.

Tulcea ist mit etwas mehr als 92.000 Einwohnern das Tor zum Donaudelta. Von hier ab gibt es keine direkten Straßenverbindungen in Richtung Schwarzes Meer. Da wir erst am späten Nachmittag ankamen, übernachteten wir in Tulcea und fuhren erst am nächsten Mittag mit dem Schnellboot nach Sulina.

Sulina ist mit rund 5.000 Einwohnern die größte Stadt im Donaudelta und ein guter Ausgangspunkt für Bootstouren ins Delta. Besonders sehenswert sind die Uferpromenade und der alte Leuchtturm. Vom Turm kann man die Aussicht über die ganze Stadt genießen und sogar in der Ferne die Ukraine sehen. Auf der gegenüberliegenden Uferseite steht auch das Schild mit der kleinen Ziffer “0″. Dies ist der alte Nullpunkt der Donau. Der zweitlängste Strom Europas zieht sich von hier über 2.888 Flusskilometer durch insgesamt 10 Länder bis in den Schwarzwald. Da der Fluss viele Sedimente mitführt, wandert er jährlich mehrere Meter ins Meer hinein und die Mündung des Sulina-Kanals befindet sich heute nochmals etwa 9 Kilometer östlich der Stadt.

Am nächsten Morgen unternahmen auch wir eine kleine Bootstour ins Delta. Über mehrere Kanäle fuhren wir in das kleine Dorf Cardon und konnten dort einen kleinen Einblick in das Leben der Dorfbevölkerung werfen. Weiter ging es hinaus auf das offene Meer. Da es sehr windig war, spürten wir mit dem kleinen Boot jede Welle. Immer wieder bäumte sich das Schiff auf und klatschte zurück auf das Wasser. Dies Spiel wiederholte sich unzählige Male und bei jedem Klatscher kam auch eine gehörige Menge Wasser ins Schiff und duschte dabei auch seine Fahrgäste. Nur mit viel Mühe konnten wir unsere Spiegelreflexkameras trocken halten. Die Kleidung hingegen war bereits nach wenigen Minuten absolut durchnässt. Ein riesiger Spaß für alle Beteiligten. Als Belohnung bekamen wir noch eine Pelikankolonie zu sehen. Direkt vor uns starteten etwa 100 Pelikane, um sich mehrere Hundert Meter weiter wieder niederzulassen. Dies war ein imposanter Anblick, der allen Teilnehmern der Tour sicherlich noch lange erhalten bleibt.

Nachmittags unterhielten wir uns noch eine ganze Weile mit unserem Vermieter und lernten so eine ganze Menge über die aktuellen Probleme Rumäniens kennen. Dabei hatten wir auch Gelegenheit einen echten Palinca (selbst gebrannter Obstschnaps) zu probieren. Zum Abschluss des Tages spazierten wir noch zum Strand. Das Wasser war zwar sehr warm. Aufgrund der hohen Wellen war aber an ein Bad im Schwarzen Meer nicht zu denken.

Am 11.09.2010 hieß es bereits wieder Abschied nehmen. Mit dem Schnellboot fuhren wir zurück nach Tulcea und mit dem Bus weiter nach Bukarest.

Tipp:

Übernachtung und Essen in Tulcea: Hotel und Restaurant Insula (Zimmer mit Blick auf den See; sehr gutes und reichhaltiges Essen; Kontaktadresse in Englisch: argentinastamm (at) yahoo.com)

Übernachtung und Ausflüge in Sulina: Pensiunea Aurora – www.pensiunea-aurora.ro (Mihai spricht sehr gut Englisch und bietet die günstigsten Ausflüge ins Delta an, er erfüllt auch gerne Sonderwünsche)

Essen in Sulina: Am besten schmeckt mir es im Casa Coral! Wer direkt am Sulinakanal schlafen möchte, kann hier auch Zimmer mieten – www.casacoralsulina.ro

Rumänien 2010 – Teil 2 – Bran und Brasov

Nach der doch recht anstrengenden Wanderung stand jetzt für uns etwas Kultur auf dem Programm.  Am 07.09.2010 besichtigten wir Bran (Törzburg) und Brasov (Kronstadt).

In Bran steht die wohl meistbesuchte Burg Rumäniens. Der Bau der Törzburg begann im Jahre 1377 aus rein strategischen Gründen in ungarischem Auftrag. Im Jahr 1513 kam sie in den Besitz der Stadt Brasov und wurde von dort im Jahre 1920 an die königliche Familie Rumäniens verschenkt.

Für die meisten Touristen ist die Törzburg das Sinnbild der düsteren Karpatenburg aus Bram Stokers Roman “Dracula”. In Wirklichkeit hat das Bauwerk aber mit Vampiren nichts zu tun. Vlad Tepes (“Der Pfähler” oder im Volksmund “Dracula” genannt) war lediglich drei Tage auf der Burg. Im Innern gibt es heute die Wohnwelt der rumänischen Königin Maria zu besichtigen. Im Außenbereich des Burgparks ist noch ein Museum mit historischen Gebäuden der Region zu sehen.

 

Brasov befindet sich etwa 20 Kilometer nordöstlich von Bran und hat heute etwa 285.000 Einwohner.  Die Stadt war bereits im Mittelalter ein wichtiger Kreuzpunkt alter Handelsstraßen. Besonders sehenswert ist der Marktplatz, der auch zugleich Mittelpunkt der Altstadt ist. Einen besonders schönen Blick auf die Stadt hat man vom weißen und schwarzen Turm. Die beiden Türme wurden im 15. Jahrhundert errichtet, um Angriffe der Türken besser abwehren zu können.

 

Im Schei-Viertel befindet sich die erste rumänische Schule und mit der Nikolauskirche auch die erste orthodoxe Kirche in Transsilvanien.

Rumänien 2010 – Teil 1 – Durchquerung des Bucegi-Gebirges

Vom 03.09.2010 bis 12.09.2010 reiste ich mit 4 weiteren Personen vom Rüsselsheimer Alpenverein nach Rumänien, um einen Abstecher in die Berge und das Donaudelta zu machen. Die größte Herausforderung der Reise kam gleich zum Anfang der Tour und war die Durchquerung des Bucegi-Gebirges in den südlichen Karpaten. Die Höhenunterschiede, die hier zu bewältigen sind, sind meist höher als in den Alpen und auf teilweise sehr steilen Wegen ist Trittsicherheit gefragt.

Am ersten Tag stand erst einmal eine kleine Eingehwanderung zur Akklimatisation auf dem Programm. Von dem kleinen Ort Busteni wanderten wir zunächst zum Urlatoarea-Wasserfall und danach über Waldwege weiter nach Sinaia. Als touristischer Höhepunkt wartete hier Schloss Peles. Dieses Schloss wurde zwischen 1875 und 1883 erbaut und zählte bereits damals zu den modernsten Gebäuden seiner Zeit. Im Jahre 1900 wurde eine Zentralheizung installiert und 1906 fand im hauseigenen Theater die erste Kinovorstellung statt. Eine Besichtigung ist auf jeden Fall zu empfehlen. Herrliche Säle, Möbel, persischer Teppiche, Muranoglas und vieles mehr ist dort zu sehen.

Am zweiten Tag mussten wir früh aufstehen. Der Weg führte uns zunächst von Busteni (900 Meter) in etwa 5 Stunden zur Cabana Babele auf 2.200 Meter. Die Damen unserer Gruppe zogen die Fahrt mit der Seilbahn vor und so wanderten nur Boris, Cris und ich durch das steil ansteigende Valea Jepilor (Jepi-Tal) nach oben. Der Weg war durchweg äußerst steil und einige Passagen wurden durch Leitern, Seile, Ketten etc. abgesichert. Leider waren nicht alle Sicherungen in perfekten Zustand, sodass man immer genauestens prüfen musste, ob man die jeweiligen Hilfsmittel auch in Anspruch nehmen konnte. Von Zeit zu Zeit gleitete die Seilbahn über uns hinweg, die die Touristen innerhalb von 15 Minuten zur Bergstation bringt. Dort trafen wir uns am Mittag auch mit Luise und Katja, die uns bereits sehnsüchtig erwarteten.

Die Cabana Babele (Babele-Hütte) befindet sich auf einem Hochplateau in 2.200 Metern Höhe. Zur Hauptsehenswürdigkeit im Bucegi-Gebirge zählen die Babele-Steine, die über Jahrtausende durch den Wind geformt wurden.

Von der Babele-Hütte folgte jetzt der nächste Aufstieg zum Berg Omu. Der Omu ist mit 2.506 Metern die höchste Erhebung des Bucegi-Gebirges und dort konnten wir in einer kleinen Berghütte auch übernachten. Der Komfort war natürlich nicht mit Berghütten im Alpenraum vergleichbar. Es gibt keinen Strom und kein fließendes Wasser. Trotzdem hatte die Unterkunft ihren Charme. Die Hüttenwirtin Irina kochte sogar für ihre Gäste ein paar Kleinigkeiten und auch Getränke standen zur Auswahl. Alle Lebensmittel müssen noch auf dem Rücken von Bergsteigern hier hinaufgetragen werden und sogar das Wasser für den Tee ist in trockenen Sommerperioden nur von einer etwa 45 Minuten abwärts entfernten Quelle zu beziehen. Leider hatten wir mit dem Wetter hier oben etwas Pech und so konnten wir keine Gipfelaussicht genießen. Bei kräftigen Windböen betrug die Sichtweite nur mit Glück etwa 50 Meter und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war auch nicht sehr angenehm.

 

Am nächsten Tag hatte sich das Wetter leider nicht gebessert. Gegen 9.00 Uhr begannen wir mit dem Abstieg in Richtung Bran. Der Wind wehte in Sturmstärke. Über einen kleinen versicherten Pfad stiegen wir an Felsen abwärts und erreichten eine Biwakschachtel.  Ab hier verbesserte sich das Wetter. Wir wanderten nun unterhalb der Wolken und stiegen stetig bergab. Am frühen Nachmittag erreichten wir den Wald und nach insgesamt 2.000 Höhenmetern Abstieg und 7 Stunden Gehzeit die kleine Stadt Bran. Das Bucegi-Gebirge war durchquert.

Tipp:

Unterkunft in Bran: Pensiunea Vera (sehr schönes Haus und symphathischer Besitzer; nur etwa 3 Gehminuten von der Burg entfernt;  Doppelzimmer 20,- € ohne Frühstück; Kontakt am besten über Tochter Nina per E-Mail ninatotelecan1@yahoo.fr - sie spricht perfekt Englisch)